{"id":27740,"date":"2025-05-24T23:20:00","date_gmt":"2025-05-24T21:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/synode-der-oldenburgischen-kirche-setzt-sich-mit-sexualisierter-gewalt-auseinander\/"},"modified":"2025-07-24T11:17:23","modified_gmt":"2025-07-24T09:17:23","slug":"synode-der-oldenburgischen-kirche-setzt-sich-mit-sexualisierter-gewalt-auseinander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/synode-der-oldenburgischen-kirche-setzt-sich-mit-sexualisierter-gewalt-auseinander\/","title":{"rendered":"Synode der oldenburgischen Kirche setzt sich mit sexualisierter Gewalt auseinander"},"content":{"rendered":"<h3>R\u00fcckenwind f\u00fcr Priorit\u00e4tensetzung auf dem Weg zu einem Sparprozess<\/h3>\n<p>Der Themennachmittag zu \u201ePr\u00e4vention, Aufarbeitung und Anerkennung von sexualisierter Gewalt\u201c habe die Synode sehr ber\u00fchrt, berichtete Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen zum Abschluss der 11. Tagung der 49. Synode, die vom 22. bis 24. Mai im Evangelischen Bildungshaus Rastede stattfand. Aus den Impulsen und der intensiven Besch\u00e4ftigung mit dem Themenfeld am Donnerstagnachmittag in verschiedenen Workshops und dem nicht\u00f6ffentlichen Gespr\u00e4ch mit Betroffen habe sich eine ganze Ergebnisliste ergeben, die nun an die zust\u00e4ndigen Fachstellen der oldenburgischen Kirche weitergegeben werde, so Bl\u00fctchen.<\/p>\n<p>Die Synode bem\u00fche sich, das Thema gut und angemessen aufzugreifen, nat\u00fcrlich werde es aber auch weiterhin ein Thema bleiben. \u201eWir k\u00f6nnen uns nicht aus der Verantwortung ziehen\u201c, so Bl\u00fctchen.<\/p>\n<p>Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt werde die Kirche dauerhaft besch\u00e4ftigen, betonte Bischof Thomas Adomeit. Alle kirchenleitenden Organe versuchten, diese Verantwortung auch gemeinsam wahrzunehmen. \u201eWir haben hingesehen, haben uns erschrocken und nun wollen wir gemeinsam handeln\u201c, betonte der Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.<\/p>\n<p>Die zahlreichen in j\u00fcngster Zeit ausgebildeten Multiplikator*innen im Bereich Pr\u00e4vention, die Schulungen und Beratung bei der Erstellung von Schutzkonzepten anb\u00f6ten, leisteten einen enormen Beitrag, sagte Synodenpr\u00e4sidentin Bl\u00fctchen. Sie machten \u201esehr deutlich, dass es um das Hinschauen geht und halten den Gedanken an die Schutzkonzepte wach\u201c. Diese Arbeit sei von gro\u00dfer Bedeutung, um zu sensibilisieren und die Menschen wachzuhalten, so Bl\u00fctchen.<\/p>\n<p><strong>Priorit\u00e4tensetzung&nbsp;<\/strong><br \/> Der Priorit\u00e4tenprozess sei f\u00fcr die oldenburgische Kirche sehr wichtig und werde letztlich zu einem Sparprozess f\u00fchren, so Synodenpr\u00e4sidentin Bl\u00fctchen. Bischof Adomeit betonte, die oldenburgische Kirche wolle aus der Not eine Chance machen und diese nutzen. Seit langer Zeit l\u00e4gen gute Ideen auf dem Tisch und jetzt sei es so weit, dass die n\u00f6tigen Schritte auch gegangen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Am Freitagvormittag hatte Bischof Thomas Adomeit in seinem Bericht zur Priorit\u00e4tensetzung erkl\u00e4rt, dass zur\u00fcckgehende Mitgliederzahlen und ein zunehmender Mangel an Pfarrer*innen einschneidende Ver\u00e4nderungen n\u00f6tig machten. \u201eDas bisherige kirchliche Handeln kann nicht unver\u00e4ndert fortgesetzt werden\u201c, so Adomeit.&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Priorit\u00e4tensetzung verfolge zwei sich erg\u00e4nzende, aber auch spannungsvolle Ziele. Zum einen ginge es darum, durch gezielte Einsparungen die finanzielle Zukunftsf\u00e4higkeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zu sichern. Zum anderen sollen Ressourcen freigesetzt und bewusst reserviert werden, um neue, zukunftsweisende kirchliche Formen und Projekte zu erm\u00f6glichen. Es ein anspruchsvoller Weg, der vor der oldenburgischen Kirche liege \u2013 \u201eaber er ist auch eine gro\u00dfe Chance.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p>Oberkirchenrat Sebastian Gro\u00df, zust\u00e4ndig in der oldenburgischen Kirche f\u00fcr den Bereich Finanzen, hatte auf der Synodentagung berichtet, er rechne Ende des Jahres 2026 mit rund 325.000 Mitgliedern in der oldenburgischen Kirche (Ende 2024 waren es rund 350.000 Mitglieder). Eine der Prognosen f\u00fcr das Jahr 2035 gehe von der Wahrscheinlichkeit aus, dass die Mitgliederzahl bei nur noch 200.000 liege (ein Verlust von 40 Prozent). Daraus resultierten deutlich sinkende Kirchensteuereinnahmen. \u201eNat\u00fcrlich kann man nun sagen, das ist viel zu pessimistisch \u2013 daher haben wir nat\u00fcrlich auch mit einer Alternative gerechnet\u201c, so Oberkirchenrat Gro\u00df. Es gebe aus diesem Grund eine weitere Prognose zur Mitgliederentwicklung, die von einem R\u00fcckgang von 30 Prozent ausgehe.&nbsp;<\/p>\n<p>Je nach Prognose ergebe sich bis zum Jahr 2035 eine voraussichtliche Deckungsl\u00fccke von knapp 77 Millionen Euro (kumuliert f\u00fcr die Jahre 2026 bis 2035 bei einem Mitgliederverlust von 30 Prozent) bis hin zu knapp 94 Millionen Euro (kumuliert f\u00fcr die Jahre 2026 bis 2035 bei einem Mitgliederverlust von 40 Prozent).<\/p>\n<p>Im Blick auf den bevorstehenden Priorit\u00e4tenprozess spiele der finanzielle Handlungsspielraum eine entscheidende Rolle, so Gro\u00df. Je knapper die Mittel w\u00fcrden, umso wichtiger sei Priorit\u00e4tensetzung.&nbsp;<\/p>\n<p>Als Ziel f\u00fcr die Neustrukturierung der Verwaltung der oldenburgischen Kirche formulierte Gro\u00df, \u201edass unsere Verwaltung in Zukunft gut aufgestellt ist.\u201c Es seien f\u00fcr die Synodentagung umfangreiche Unterlagen in einem sehr umfangreichen Beteiligungsprozess zusammengestellt worden. Nun gehe die Arbeit weiter, um die ganzen Konzepte in die Praxis umzusetzen. Aus seiner Sicht gebe es an vielen Stellen ineffiziente Strukturen. Das m\u00fcsse nun aufgebrochen werden, um die Abstimmungen zwischen den Kirchenb\u00fcros und der Verwaltung transparenter und auch abgrenzbarer zu machen, damit eine bessere Verzahnung entstehe.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jahresthema 2025 \u201eLauter Glauben\u201c<\/strong><br \/> Am Freitagnachmittag haben sich die Synodalen mit dem Jahresthema \u201eGlaubensthemen transportieren &amp; platzieren \u2013 Mediale Kirchenentwicklung\u201c besch\u00e4ftigt. Dabei stand die Frage im Fokus, wie die oldenburgische Kirche in Zukunft mit ihren Gemeindemitgliedern in Kontakt treten m\u00f6chte. Neben dem traditionellen Gottesdienst werden die sozialen Medien immer wichtiger \u2013 nicht nur, aber vor allem bei den j\u00fcngeren Generationen.&nbsp;<\/p>\n<p>Um sich hier\u00fcber Gedanken zu machen, begaben sich die Synodalen vor dem Hintergrund der Geschichte der Emmausj\u00fcnger (Lukas 24,13-27) auf einen Spaziergang und tauschten sich unter dem Motto \u201eLauter Glauben\u201c zu ihren pers\u00f6nlichen Glaubensthemen aus. Danach gab es die M\u00f6glichkeit, in Workshops vom Plotten bis zu Lego Serious Play oder Podcasts diese Themen zu vertiefen.&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Bischof Adomeit war dieser thematische Nachmittag ein gro\u00dfer Erfolg. \u201eSeit 2.000 Jahren haben wir den Auftrag, dass das Evangelium \u2013 diese gute Nachricht \u2013 weitergegeben wird und auch viele Generationen nach uns noch davon h\u00f6ren. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen sprechen \u00fcben. Wir m\u00fcssen \u00fcber unseren Glauben sprechen, wir m\u00fcssen miteinander um die Worte ringen.\u201c Ihm sei es wichtig, dass Christinnen und Christen \u00fcber ihren Glauben reden. Es sei wichtig, voller Stolz \u00f6ffentlich dar\u00fcber zu sprechen, was die Menschen trage und was ihnen wichtig sei.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beschlossene Gesetze<\/strong><br \/> Mit gro\u00dfer Mehrheit hat die Synode das Kirchengesetz \u00fcber die Gemeinsame Kirchenverwaltung beschlossen. Damit tritt das bisherige Kirchengesetz \u00fcber die Bildung einer Gemeinsamen Kirchenverwaltung am 31.12.2025 au\u00dfer Kraft. Durch den Beschluss der Synode zur Neuorganisation der Verwaltung im November 2025 war der Oberkirchenrat beauftragt worden, bis zur 11. Tagung im Mai 2025 ein ge\u00e4ndertes Kirchenverwaltungsgesetz vorzulegen, das den gemeinsamen Beschlussvorschlag vom Gemeinsamen Kirchenausschuss (GKA) und dem Beirat der Gemeinsame Kirchenverwaltung (GKV-Beirat) zur Neustrukturierung der GKV rechtlich umsetzt.<\/p>\n<p>Das neue Kirchengesetz regelt auch die Struktur der Verwaltung. Es besagt, dass die drei Au\u00dfenstellen der GKV kirchengesetzlich zu verankern sind. Die Au\u00dfenstellen sind Teil der GKV und keine eigenen Dienststellen, so wie es bisher die Regionalen Dienststellen waren. Die bisherige Zentrale Dienststelle und der Bereich Gemeindebezogene Dienste werden aufgel\u00f6st. Die konkrete organisatorische und r\u00e4umliche Umsetzung der neuen Struktur soll sukzessive erfolgen. Insbesondere f\u00fcr die jetzigen Standorte der Regionalen Dienststellen sind \u00dcbergangsl\u00f6sungen notwendig und werden im Kirchenverwaltungsgesetz festgeschrieben.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Anstellungstr\u00e4gerschaft der Mitarbeitenden der GKV soll bei der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg verbleiben. Eingeschlossen sind sowohl Personen im \u00f6ffentlich-rechtlichen Dienstverh\u00e4ltnis als auch im privatrechtlichen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis. Das Gesetz tritt Anfang 2026 in Kraft.&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterhin beschloss die Synode mit gro\u00dfer Mehrheit das Kirchengesetz zur \u00c4nderung des Kirchengesetzes zur Erprobung der Errichtung, Ver\u00e4nderung und Aufhebung von Pfarrstellen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg auf der Grundlage eines Rahmenpfarrstellenplanes (Rahmenpfarrstellenplanerprobungsgesetz): Aufgrund der bisher guten Erfahrungen mit dem Rahmenpfarrstellenplanerprobungsgesetz wurde das Gesetz um weitere sechs Jahre bis zum 01. Juli 2031 verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p><strong>Hier finden Sie weitere Informationen wie auch Fotos zur <a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/kirche-kennen\/struktur-gremien\/synode\/11\/49-synode\" target=\"_blank\"><strong>11. Tagung der 49. Synode<\/strong><\/a>.&nbsp;<\/strong><br \/> &nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuelles\/detail\/synode-der-oldenburgischen-kirche-setzt-sich-mit-sexualisierter-gewalt-auseinander\" target=\"_blank\">Synode der oldenburgischen Kirche setzt sich mit sexualisierter Gewalt auseinander<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckenwind f\u00fcr Priorit\u00e4tensetzung auf dem Weg zu einem Sparprozess Der Themennachmittag zu \u201ePr\u00e4vention, Aufarbeitung und Anerkennung von sexualisierter Gewalt\u201c habe die Synode sehr ber\u00fchrt, berichtete Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen zum Abschluss der 11. Tagung der 49. Synode, die vom 22. bis 24. Mai im Evangelischen Bildungshaus Rastede stattfand. Aus den Impulsen und der intensiven Besch\u00e4ftigung mit dem Themenfeld am Donnerstagnachmittag in verschiedenen Workshops und dem nicht\u00f6ffentlichen Gespr\u00e4ch mit Betroffen habe sich eine ganze Ergebnisliste ergeben, die nun an die zust\u00e4ndigen Fachstellen der oldenburgischen Kirche weitergegeben werde, so Bl\u00fctchen. 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