{"id":27804,"date":"2025-09-05T20:31:00","date_gmt":"2025-09-05T18:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirchen-und-land-unterzeichnen-vereinbarung-ueber-neues-schulfach-christliche-religion\/"},"modified":"2025-09-06T11:17:22","modified_gmt":"2025-09-06T09:17:22","slug":"kirchen-und-land-unterzeichnen-vereinbarung-ueber-neues-schulfach-christliche-religion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirchen-und-land-unterzeichnen-vereinbarung-ueber-neues-schulfach-christliche-religion\/","title":{"rendered":"Kirchen und Land unterzeichnen Vereinbarung \u00fcber neues Schulfach Christliche Religion"},"content":{"rendered":"<h3>Wegweisendes Zeichen f\u00fcr Dialog und Kooperation<\/h3>\n<p>In Niedersachsen gibt es bald ein neues Schulfach: Die evangelischen Kirchen und katholischen Bist\u00fcmer in Niedersachsen haben am Freitag, 5. September, im G\u00e4stehaus der Landesregierung in Hannover eine Vereinbarung mit dem Land Niedersachsen \u00fcber die Einf\u00fchrung des Unterrichtsfachs \u201eChristliche Religion nach evangelischen und katholischen Grunds\u00e4tzen\u201c (kurz: Christliche Religion) unterzeichnet.<\/p>\n<p>Anstelle der bisherigen Unterrichtsf\u00e4cher Evangelische Religion und Katholische Religion wird an den \u00f6ffentlichen allgemeinbildenden Schulen ein Religionsunterricht eingef\u00fchrt, der inhaltlich gemeinsam von den katholischen Bist\u00fcmern und evangelischen Kirchen in Niedersachsen verantwortet wird. Das Fach wird aufsteigend im Primarbereich und im Sekundarbereich I zum 1. August 2026 verpflichtend eingef\u00fchrt. In dieser Form ist das Fach einmalig in Deutschland.<\/p>\n<p>\u201eMit dem neuen Fach \u201aChristliche Religion\u2018 setzen wir ein wegweisendes Zeichen f\u00fcr Dialog und Kooperation. Ein gemeinsam verantworteter Religionsunterricht ist gerade in der heutigen Zeit ein wichtiges zeitgem\u00e4\u00dfes Signal: Er er\u00f6ffnet Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die M\u00f6glichkeit, \u00fcber Vielfalt und Unterschiede nachzudenken und Respekt sowie Toleranz gegen\u00fcber anderen zu entwickeln. Auf diese Weise wird das neue Schulfach \u201aChristliche Religion\u2018 nicht nur einen wichtigen Beitrag zur religi\u00f6sen Bildung von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen leisten, sondern zugleich die demokratischen Werte, die unser Zusammenleben pr\u00e4gen, deutlich st\u00e4rken\u201c, sagt Kultusministerin Julia Willie Hamburg, die die Vereinbarung f\u00fcr das Land Niedersachsen unterzeichnet hat.<\/p>\n<p>Im Mai 2021 hatten die kirchlichen Schulreferentinnen und -referenten ein Positionspapier vorgestellt, dass die Weiterentwicklung des bisherigen konfessionellen und konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts zu einem gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht zur Diskussion stellte. Daran schloss sich ein breit angelegter Beratungsprozess auf unterschiedlichen Ebenen an. &nbsp;Unter anderem luden die Kirchen im Oktober 2022 zu einem Symposion ein, auf dem ein Rechtsgutachten, Stellungnahmen und Perspektiven f\u00fcr einen m\u00f6glichen christlichen Religionsunterricht in gemeinsamer Verantwortung vorgestellt und beraten wurden. Die offiziellen Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen \u00fcber die Einf\u00fchrung des neuen Faches begannen zu Jahresbeginn 2023.<\/p>\n<p>Im Dezember 2024 unterschrieben die f\u00fcnf evangelischen Kirchen in Niedersachsen und die vier katholischen Bist\u00fcmer eine Vereinbarung \u00fcber die Einf\u00fchrung eines gemeinsam verantworteten Christlichen Religionsunterrichts. Die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen den Kirchen und dem Land im September 2025 ist jetzt der letzte rechtlich notwendige Schritt vor dem Start der Einf\u00fchrung des neuen Faches im Schuljahr 2026\/2027.<\/p>\n<p>&#8220;Ich bin sehr dankbar, dass Land und Kirchen gemeinsam den Religionsunterricht verantworten und jetzt das neue Unterrichtsfach auf den Weg bringen. Das Besondere des Faches \u201eChristliche Religion\u201c ist, dass es sich konsequent an den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern orientiert: an ihren Fragen, ihren Erfahrungen und ihren Antworten\u201c, sagt Bischof Thomas Adomeit (Oldenburg), Ratsvorsitzender der Konf\u00f6deration evangelischer Kirchen in Niedersachsen. \u201eDie christliche Religion mit ihren evangelischen und katholischen Grund\u00fcberzeugungen bildet dabei die Grundlage und pr\u00e4gt auch die Perspektive auf die anderen Konfessionen wie die Orthodoxie und die anderen Religionen wie Judentum und Islam. Dazu kommen Philosophien und Weltanschauungen. Das Ziel ist, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler religi\u00f6s gebildet sind und f\u00fcr sich kl\u00e4ren k\u00f6nnen, woran sie \u201eihr Herz h\u00e4ngen\u201c, was ihrem Leben Sinn und Orientierung gibt und wo sie Gemeinschaft finden. Das ist gerade in dieser Zeit von gro\u00dfer Bedeutung.\u201c<\/p>\n<p>In Niedersachsen haben im Schuljahr 2023\/2024 insgesamt gut 536.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler evangelischen, katholischen oder konfessionell-kooperativen Religionsunterricht besucht. Knapp 239.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nahmen dabei am konfessionell-kooperativen Religionsunterricht teil, 260.000 am evangelischen Religionsunterricht, 37.000 am katholischen Religionsunterricht. 218.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler entschieden sich f\u00fcr die Teilnahme an den F\u00e4chern Werte und Normen und Philosophie. Der Anteil der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die am christlichen Religionsunterricht teilnehmen, lag in Niedersachsen damit im Schuljahr 2023\/2024 bei 66 Prozent. Der Anteil der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die der evangelischen oder katholischen Kirche angeh\u00f6ren, betrug 2023 rund 53 Prozent. Wie bisher sind Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler anderer Konfessionen oder Religionen sowie ohne Konfession eingeladen, auf eigenen Wunsch an dem neuen Unterrichtsfach teilzunehmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die katholische Kirche sagt Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Bistum Hildesheim): \u201eDas neue Unterrichtsfach ist die konsequente Weiterentwicklung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts, der seit \u00fcber zwei Jahrzehnten in Niedersachsen erfolgreich praktiziert wird. Das neue Fach bietet jungen Menschen Orientierung durch das gemeinsame und zugleich vielf\u00e4ltige Zeugnis christlicher Werte. Es zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf, reflektiert sie und macht so konfessionelle Vielfalt zum Thema, aber auch die der anderen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen. Dabei f\u00f6rdert es die F\u00e4higkeit zu einer differenzierten Wahrnehmung und zur Identit\u00e4tsbildung \u2013 verbunden mit einer dialogorientierten Offenheit gegen\u00fcber anderen Glaubens\u00fcberzeugungen und Konfessionslosen. Religi\u00f6se Bildung ist mehr als reine Wissensvermittlung in Fragen von Religion. Sie ist Einladung zur Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen, zur Reflexion \u00fcber Lebensentw\u00fcrfe und zur Entwicklung einer gespr\u00e4chsf\u00e4higen Identit\u00e4t. Sie schafft Raum f\u00fcr Verst\u00e4ndigung, f\u00fcr Dialog, f\u00fcr Respekt, f\u00fcr Mitmenschlichkeit.\u201c<\/p>\n<p>Neben den Bisch\u00f6fen Wilmer und Adomeit nahmen u.a. Bischof Dr. Dominicus Meier (Osnabr\u00fcck), die Kirchenpr\u00e4sidentin der Evangelisch-reformierten Kirche, Dr. Susanne Bei der Wieden (Emden), die Landesbisch\u00f6fe Ralf Meister (Hannover) und Dr. Oliver Schuegraf (Schaumburg-Lippe), Weihbischof Wilfried Theising (Vechta), Generalvikar Msgr. Dr. Michael Bredeck (Paderborn) sowie Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer (Braunschweig) an dem Festakt in Hannover teil. Sie haben die Erkl\u00e4rung gemeinsam mit Kultusministerin Julia Willie Hamburg unterschrieben.<\/p>\n<p>Seit rund zweieinhalb Jahren bereiteten Arbeitsgruppen der Kirchen und des Landes die curricularen und organisatorischer Grundlagen f\u00fcr die Einf\u00fchrung des neuen Fachs vor und erarbeiten Fortbildungs- und Konzeptionierungsangebote. Die Kerncurricula f\u00fcr das neue Fach Christliche Religion in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I befinden sich aktuell in der \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rung und sollen im Herbst dieses Jahres fertiggestellt werden. Danach k\u00f6nnen die Schulen sie erproben und die schuleigenen Curricula erarbeiten. Die Kommission zur Erarbeitung der Rahmenrichtlinien f\u00fcr das Fach an den berufsbildenden Schulen nimmt in diesen Tagen ihre Arbeit auf.<\/p>\n<p>&#8220;Der Religionsunterricht an den \u00f6ffentlichen Schulen ist etwas Besonderes und Wertvolles. Er steht als einziges Schulfach unter dem Schutz des Grundgesetzes, weil es bei ihm um die Aus\u00fcbung der positiven Religionsfreiheit geht. Im Religionsunterricht lernen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler u.a. ihre eigene sowie andere Religionen und Weltanschauungen besser zu verstehen und in den Dialog mit anderen \u00dcberzeugungen zu treten. Dazu bietet jetzt auch das neu konzipierte Fach &#8220;Christliche Religion&#8221; einen zukunftsf\u00e4higen Rahmen sowie viele Chancen und Perspektiven,\u201c sagt Pr\u00e4lat Prof. Dr. Felix Bernard vom katholischen B\u00fcro Niedersachsen.<\/p>\n<p>\u201eAls vor ziemlich genau sechs Jahren die ersten Gedanken an einen von den Bist\u00fcmern und Landeskirchen gemeinsam getragenen Religionsunterricht wie bunte Luftballons aufstiegen, waren wir uns nicht sicher, ob diese Idee an der kirchlichen und schulischen Realit\u00e4t zerplatzen w\u00fcrde. Heute nach unz\u00e4hligen Beratungen, Verhandlungen, Gutachten, Textentw\u00fcrfen ist sicher, diese Idee war keine hei\u00dfe Luft, sondern hat neue innovative M\u00f6glichkeiten f\u00fcr dieses Unterrichtsfach aufgezeigt\u201c, sagt Oberlandeskirchenr\u00e4tin Dr. Kerstin G\u00e4fgen-Track als Bevollm\u00e4chtigte der Konf\u00f6deration evangelischer Kirchen in Niedersachsen. \u201eEs sind mittlerweile viele, die mit uns gemeinsam diesen Religionsunterricht f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler entwickeln und weiterdenken. Dabei haben wir als Kirchen neu unsere Gemeinsamkeiten bestimmt und gelernt, die Unterschiede als Bereicherung zu begreifen.\u201c<\/p>\n<p><i>Pressemitteilung der Konf\u00f6deration evangelischer Kirchen in Niedersachsen.<\/i><\/p>\n<p><strong>Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema \u201e<\/strong><a href=\"https:\/\/www.religionsunterricht-in-niedersachsen.de\/christlicherRU\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer\"><strong>Christlicher Religionsunterricht<\/strong><\/a><strong>&#8220;<\/strong><br \/>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuelles\/detail\/kirchen-und-land-unterzeichnen-vereinbarung-ueber-neues-schulfach-christliche-religion\" target=\"_blank\">Kirchen und Land unterzeichnen Vereinbarung \u00fcber neues Schulfach Christliche Religion<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegweisendes Zeichen f\u00fcr Dialog und Kooperation In Niedersachsen gibt es bald ein neues Schulfach: Die evangelischen Kirchen und katholischen Bist\u00fcmer in Niedersachsen haben am Freitag, 5. 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