{"id":27808,"date":"2025-09-14T23:48:54","date_gmt":"2025-09-14T21:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wie-wir-unsere-zuversicht-behalten\/"},"modified":"2025-09-15T11:17:25","modified_gmt":"2025-09-15T09:17:25","slug":"wie-wir-unsere-zuversicht-behalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wie-wir-unsere-zuversicht-behalten\/","title":{"rendered":"Wie wir unsere Zuversicht behalten"},"content":{"rendered":"<p>Klimakrise, Kriege, KI, eine zunehmende politische Spaltung der Gesellschaft \u2013 die Welt hat sich ver\u00e4ndert und damit auch unser Blick in die Zukunft. \u00c4ngstlich und verzagt sind derzeit nicht wenige Menschen. Grund genug, dem 13. Frauentag der oldenburgischen Kirche ein Thema voller Zuversicht und dem Glauben in uns zu widmen: \u201eTrotzKraft. Hoffnungsstur mutig\u201c. An die hundert Teilnehmerinnen waren gekommen, um im Oldenburger Kulturzentrum PFL den Vortr\u00e4gen zu lauschen und sich dabei flei\u00dfig Notizen zu machen, miteinander zu singen, zu arbeiten und ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p><strong>Abwechslungsreiches Programm<\/strong><br \/>Seit 2000 gibt es den Frauentag im zweij\u00e4hrigen Rhythmus. \u201eNur einmal musste er wegen Corona via Zoom stattfinden\u201c, sagt Dr. Andrea Schrimm-Heins, Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit der oldenburgischen Kirche, die seit 25 Jahren als Hauptverantwortliche der Arbeitsgemeinschaft Frauenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg (AGFA) diesen besonderen Tag organisiert und seitdem mit spannenden Themen wie \u201eOhne Netz und doppelten Boden\u201c oder \u201eSehnsucht nach dem anderswo\u201c und einem abwechslungsreichen Programm \u00fcberrascht. So auch in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Hauptreferentin Dr. Antje Schrupp aus Frankfurt und die aus Ostfriesland stammende, gerne etwas Platt \u201eprotende\u201c Entertainerin Annie Heger als Moderatorin und S\u00e4ngerin sorgten sowohl f\u00fcr nachdenkliche als auch f\u00fcr fr\u00f6hliche Momente. Ebenfalls gut gelaunt mit dabei: die Delmenhorster Popkantorin Karola Schmelz-H\u00f6pfner \u2013 f\u00fcr stimmungsvolle Lieder im Saal.<\/p>\n<p><strong>Viele Impulse<\/strong><br \/>Aus dem gesamten Oldenburger Land und sogar aus Hannover \u2013 teilweise hatten die Teilnehmerinnen auch etwas l\u00e4ngere Anreisen. Schon h\u00e4ufiger beim Frauentag dabei war die Oldenburgerin Anke Visser. Was ihr daran so gut gef\u00e4llt? \u201eDie sch\u00f6ne Kombination von Angeboten mit hoher Qualit\u00e4t \u2013 mit vielen Impulsen und Workshops. In diesem Jahr ist es auch ein sehr ermutigendes Thema.\u201c Ein weiterer angenehmer Aspekt: \u201eNeue Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.\u201c Dass dies auch den anderen Teilnehmerinnen sehr wichtig ist, zeigen die angeregten Gespr\u00e4che in den Pausen. Eine Bremerin war besonders gespannt auf den Vortrag: \u201eIch wollte Antje Schrupp gerne mal live sehen, denn ich mag ihre gef\u00fchlvolle, erfrischende und lebendige Art.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eOstern brauchte den Karfreitag!\u201c<\/strong><br \/>Eigentlich m\u00fcssten Optimist*innen doch mehr Hoffnung in sich tragen als Pessimist*innen \u2013 oder etwa nicht? \u201eDas ist keineswegs abh\u00e4ngig vom Typ\u201c, meint Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Bloggerin Dr. Antje Schrupp. Vielmehr komme es auf die Haltung an \u2013 und die sollte nicht durch eine \u201eleichtfertige Hoffnung\u201c und S\u00e4tze wie \u201eDas wird schon wieder\u201c gepr\u00e4gt sein. \u201eFalsche Hoffnungsphilosophien werden oft mit der Rettung in der Zukunft begr\u00fcndet. Dem ist aber meist nicht so\u201c, sagt Antje Schrupp. \u201eNehmen wir die Klimakatastrophe: Hier wird die Hoffnung auch auf eine wundersame technische Entdeckung und damit auf unsere Kinder und alle anderen zuk\u00fcnftigen Menschen abgew\u00e4lzt. Dass Handeln im JETZT notwendig ist, wird von vielen nicht gesehen, denn Katastrophen geschehen schleichend. F\u00fcr viele Menschen ist die Klimakrise schon jetzt Realit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Geschickt spannte Antje Schrupp in ihrem unterhaltsamen und sehr informativen Vortrag den Bogen von Karfreitag zu Ostern: Ohne diesen h\u00e4tte es schlie\u00dflich keine Auferstehung gegeben. \u201eHoffnung basiert auch darauf, dass wir selbst dann noch etwas machen k\u00f6nnen, wenn etwas Schlimmes passiert.\u201c Im Falle des Klimawandels k\u00f6nnten dies solidarische Netzwerke sein. Oder, mit Verweis auf die Publizistin Marina Weisband, im Falle eines zunehmenden Faschismus: Menschbleiben und sich nicht von rechter Rhetorik anstecken lassen, die Welt f\u00fcr sich und andere etwas sch\u00f6ner machen, und sei es nur mit h\u00fcbscher Deko, Banden bilden (auf wen kann ich mich verlassen) oder sich um alternative Kommunikationswege k\u00fcmmern \u2013 falls das Internet ausfallen sollte.<\/p>\n<p><strong>Geselligkeit als Schl\u00fcssel<\/strong><br \/>\u201eRevolution ist not a one time Event\u201c sagte die amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde. \u201eWir k\u00f6nnen jederzeit eine erl\u00f6ste Situation schaffen, netter zueinander sein. Es geht immer um die einzelnen Momente, nicht gemessen an meinem Leben insgesamt. Jeden Tag aufs Neue gibt es die M\u00f6glichkeit, etwas Gutes zu tun\u201c, so Antje Schrupp. Dabei sei Geselligkeit ein wichtiger Faktor gegen Katastrophen. \u201eSie ist der Schl\u00fcssel, der alles ver\u00e4ndern kann. Geht raus, auch wenn ihr keine Lust habt. Ruft an, wenn jemand Geburtstag hat.\u201c Das vermeide nicht nur Einsamkeit, sondern k\u00f6nne auch sch\u00e4dlichen Ideologien entgegenwirken \u2013 die gerade dann leichter entstehen k\u00f6nnten, wenn man viel Zeit alleine im Internet verbringe. \u201eTrifft man sich mit anderen und tauscht sich aus, kann man sich immer wieder neu verbinden \u2013 wie die Rhizome einer Pflanze\u201c, so Antje Schrupp. Auch geh\u00f6re Ver\u00e4nderung zur christlichen Hoffnung, denn die sei darauf ausgerichtet, dass es f\u00fcr ALLE besser werde.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliches mit Annie Heger<\/strong><br \/>Von den eigenen Erfahrungen zu berichten, ist manchmal gar nicht so leicht. Das wei\u00df auch Annie Heger, die durch das Teilen ihres Erlebten anderen Menschen Mut machen m\u00f6chte. So in ihrem Buch \u201eSei der Wind, nicht das F\u00e4hnchen \u2013 Und wenn nicht: Kurs bestimmen, Segel setzen!\u201c und so auch auf dem Frauentag. Hier berichtete sie von schwierigen Lebensphasen, von ganz pers\u00f6nlichem Mut und innerer Kraft, aber auch von ihren \u00c4ngsten und denen ihrer Freund*innen durch den Rechtsruck in der Politik. Sehr froh sei sie dar\u00fcber gewesen, dass daraufhin so viele zu gro\u00dfen Demonstrationen in Berlin und an vielen anderen Orten zusammengekommen waren. Gerne erz\u00e4hlt sie deshalb auch die Geschichte von der Taube, der Meise und den kleinen Schneeflocken, wobei jede nicht mehr wiegt als ein Nichts. So sa\u00df die Meise auf einem dicken Ast einer Fichte, als es ganz sanft zu schneien anfing. Aus Langeweile z\u00e4hlte sie die Flocken: exakt 3.741 .52. Dann fiel noch eine \u2013 und der Ast brach ab. Die Taube als Spezialistin f\u00fcr den Frieden sagte: \u201eVielleicht fehlt ja nur eines einzelnen Menschen Stimme f\u00fcr den Frieden der Welt.\u201c Und auch Annie Heger ist \u00fcberzeugt: \u201eIch glaube, egal, was wir tun, und egal, was wir lassen \u2013 wir machen alle einen Unterschied.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schwungvolle Kl\u00e4nge, spannende Workshops<\/strong><br \/>Etwas mehr in Bewegung kommen tut gut, warum also nicht gleich direkt auf dem Frauentag? Nach einem leckeren Mittagessen mit wohltuenden Suppen, Kaffee und Kuchen konnte ein bisschen rhythmische Gymnastik nicht schaden. Die Arme in die H\u00f6he, sich einander zuwenden, gemeinsam in die H\u00e4nde klatschen \u2013 zur Musik und dem Gesang von Popkantorin Karola Schmelz-H\u00f6pfner riss dieses Mitmachangebot die Teilnehmerinnen im Saal von den St\u00fchlen. Auch die abschlie\u00dfenden Workshops konnten sich sehen lassen: Angebote von der Schreibwerkstatt, Gesang und Tanz \u00fcber Reisen zur eigenen Pers\u00f6nlichkeit bis hin zum Besuch des Oldenburger Gertrudenfriedhofs luden dazu ein, Neues zu erfahren.<\/p>\n<p><i>Ein Beitrag von Melanie J\u00fclisch.<\/i><br \/>&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuelles\/detail\/wie-wir-unsere-zuversicht-behalten\" target=\"_blank\">Wie wir unsere Zuversicht behalten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimakrise, Kriege, KI, eine zunehmende politische Spaltung der Gesellschaft \u2013 die Welt hat sich ver\u00e4ndert und damit auch unser Blick in die Zukunft. \u00c4ngstlich und verzagt sind derzeit nicht wenige Menschen. Grund genug, dem 13. Frauentag der oldenburgischen Kirche ein Thema voller Zuversicht und dem Glauben in uns zu widmen: \u201eTrotzKraft. Hoffnungsstur mutig\u201c. 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