{"id":27936,"date":"2025-11-20T15:06:00","date_gmt":"2025-11-20T14:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ort-an-dem-vertrauen-und-glaube-an-die-zukunft-wachsen-koennen\/"},"modified":"2025-11-22T22:17:20","modified_gmt":"2025-11-22T21:17:20","slug":"ort-an-dem-vertrauen-und-glaube-an-die-zukunft-wachsen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ort-an-dem-vertrauen-und-glaube-an-die-zukunft-wachsen-koennen\/","title":{"rendered":"Ort, an dem Vertrauen und Glaube an die Zukunft wachsen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<h3>Johanniter \u00fcbergaben Frauen- und Kinderschutzhaus Hanna offiziell der Bestimmung<\/h3>\n<p>Mit einem Gottesdienst am Mittwoch, 19. November, in der St. Lamberti-Kirche in Oldenburg hat der Johanniterorden das Johanniter-Frauen- und Kinderschutzhaus \u201eHanna\u201c offiziell seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Mehr als 200 G\u00e4ste waren gekommen, darunter der Herrenmeister des Johanniterordens, S.K.H. Dr. Oskar Prinz von Preu\u00dfen, und der Pr\u00e4sident der Johanniter-Unfall-Hilfe, Volker Bescht. \u201eHanna-Haus\u201c, ein Schutzhaus f\u00fcr Frauen mit ihren Kindern, die vor h\u00e4uslicher Gewalt fliehen, ist eine Einrichtung der Hannoverschen Genossenschaft des Johanniterordens, zu der auch die Subkommende Oldenburg geh\u00f6rt. Betrieben wird das Haus von der Johanniter-Frauen- und Kinderschutzhaus Oldenburg gGmbH (JFKO), einer Tochtergesellschaft der Hannoverschen Genossenschaft. Mit der Gesch\u00e4ftsbesorgung hat die Hannoversche Genossenschaft die Johanniter-Unfall-Hilfe beauftragt.<\/p>\n<p>\u201eEs ist wunderbar zu sehen, wie hier alle zusammenarbeiten, um in Zeiten von Krieg und Krisen einen Ort zu schaffen, an dem geschundene Seelen Kraft und Mut sch\u00f6pfen k\u00f6nnen\u201c, sagte der Herrenmeister in seiner Ansprache. Damit schloss er nicht nur den Johanniterorden und sein Ordenswerk Johanniter-Unfall-Hilfe ein, sondern auch alle anderen Beteiligten: die Stadt Oldenburg, die Vermieter des Geb\u00e4udes an der Dammbleiche und alle anderen, die es m\u00f6glich gemacht haben, dass das Hanna-Haus in so kurzer Zeit realisiert werden konnte.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bedarf an Pl\u00e4tzen in Frauenh\u00e4usern ist sehr gro\u00df<\/strong><br \/>Denn der Bedarf ist da. Rund 200 Frauen im Jahr mussten in der Vergangenheit bei dem bestehenden Frauenhaus in Oldenburg wegen Platzmangels abgewiesen werden. Jede davon mit einem ganz pers\u00f6nlichen Schicksal und in gro\u00dfer Not. Deshalb gab es schon 2021 den Auftrag durch das Konvent der Hannoverschen Genossenschaft, in Oldenburg ein Frauenhaus zu gr\u00fcnden. Grundlage ist der Kommunale Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen, den der Rat der Stadt Oldenburg beschlossen hatte. Die ersten Anl\u00e4ufe scheiterten allerdings. \u201eMal war es der Schallschutz, mal war es der Denkmalschutz\u201c, erinnerte sich Anja Maud Siegert, Kuratorin des Hanna-Hauses. \u201eWir wurden manchmal ein bisschen mutlos.\u201c Doch die breite Zustimmung sowie die Unterst\u00fctzung des damaligen Kommandators der Hannoverschen Genossenschaft, Dr. Joachim von Einem, seinem Nachfolger Freiherr Dr. Wolfram von Fritsch und dem Werksmeister Eberhard v. Seydlitz haben ihr immer wieder Mut gemacht. Und Gott scheint die Mutigen zu belohnen. Bei einem zuf\u00e4lligen Gespr\u00e4ch mit Lisa Onnen von Kubus Immobilien in einem Caf\u00e9 in Oldenburg im Dezember 2024 tat sich pl\u00f6tzlich eine Option auf, \u201edie besser nicht h\u00e4tte passen k\u00f6nnen\u201c, sagte Anja Maud Siegert. In der Dammbleiche war ein Pflegeheim frei geworden. \u201eH\u00e4tten wir uns ein Frauenhaus malen sollen, wir h\u00e4tten kein anderes gemalt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DNA der Johanniter: Hilfe und Zuwendung auf Augenh\u00f6he<\/strong><br \/>Einen scheinbaren Widerspruch l\u00f6ste der Regierende Kommandator der Hannoverschen Genossenschaft des Johanniterordens, Freiherr Dr. Wolfram von Fritsch, auf. Seine 14-j\u00e4hrige Tochter habe ich gefragt, wo er denn heute hinfahre. Auf die Antwort, dass der Orden ein Frauen- und Kinderschutzhaus einweihe, habe die Jugendliche gefragt, was er dort wolle. M\u00e4nner seien doch das Problem. Eine Sichtweise, die er durchaus nachvollziehen k\u00f6nne, auch wenn er sich hier umschaue. Viele Frauen darunter, die im beruflichen Alltag zu tun haben mit m\u00e4nnlicher Gewalt und patriarchalischer Struktur. \u201eUnd dann: ein M\u00e4nnerorden, mehr als 900 Jahre alt\u201c, sagte Freiherr von Fritsch. Doch genau das zeichne die Johanniter aus: sich selber zur\u00fcckzunehmen, wo sie Leid sehen, um Hilfe bieten zu k\u00f6nnen. Der schwarze Ordensmantel mit dem schlichten wei\u00dfen Kreuz mache alle Mitglieder gleich. Das sei die DNA der Johanniter: Hilfe und Zuwendung, nicht herablassend, sondern auf Augenh\u00f6he.&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIch stehe heute an einem besonderen Ort\u201c, sagte Oldenburgs B\u00fcrgermeisterin Nicole Piechotta in ihrem Gru\u00dfwort. Die Lamberti-Kirche sei f\u00fcr viele Menschen in Oldenburg ein Ort des Innehaltens, der Hoffnung und der Kraft. \u201eHier die Einweihung des Frauen- und Kinderschutzhauses Hanna feiern zu d\u00fcrfen, hat eine symbolische Bedeutung, denn es steht f\u00fcr Schutz, W\u00fcrde, Neuanfang und dem gemeinsamen Willen, Gewalt gegen Frauen und Kinder in unserer Stadt nicht hinzunehmen.\u201c Gewalt gegen Frauen geschehe t\u00e4glich und nicht am Rand der Gesellschaft. \u201eDie Not der Betroffenen in Sachen Schutzr\u00e4ume ist gro\u00df.\u201c Sie freue sich, dass die Tr\u00e4gerschaft bei den Johannitern in verl\u00e4sslichen H\u00e4nden liege.<\/p>\n<p><strong>Hanna-Haus wird Ort des Trostes sein und, an dem nach und nach Vertrauen wachsen kann<\/strong><br \/>Thomas Adomeit, Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, nahm in seiner Predigt Bezug auf die acht Seligpreisungen der Bergpredigt, die von den acht Spitzen des Johanniterkreuzes symbolisiert werden. \u201eBevor auch nur ein einziges \u201aSelig sind\u2018 gesprochen wird, steht dieser Satz: Jesus sieht die Menschen.\u201c Das, so Bischof Adomeit, sei zweideutig zu verstehen. Jesus sehe nicht nur die Menschen, sondern sehe auch in sie hinein, in zerbrochene Seelen, in Menschen, die trauerten, denen niemand gesagt habe, dass sie wichtig sind. Selig hei\u00dfe nicht, dass alle wieder froh und gl\u00fccklich sind, sondern, dass Gott sie sehe trotz Leid und Gewalt. \u201eGott spricht euch W\u00fcrde und Zukunft zu, mitten in eine Welt, in der Gewalt und Unrecht sehr real sind.\u201c Gott vergesse niemanden, erst recht nicht jene, die schwach sind und in Not. In das Frauenhaus k\u00e4men Frauen aus Situationen, in denen Vertrauen zerst\u00f6rt, N\u00e4he missbraucht und das eigenes Zuhause zur Gefahr geworden sei. \u201eIhr, die verletzt wurde, seid nicht die, die sich sch\u00e4men m\u00fcssen. Nein, nicht ihr habt versagt, sondern andere haben euch Gewalt angetan. Gott stellt sich euch an die Seite und will euch nicht tr\u00f6sten mit Worten, sondern mit Schutz und Menschen, die an euch glauben.\u201c Das Hanna-Haus werde ein Ort des Trostes sein und an dem nach und nach Vertrauen wachsen und an die Zukunft gedacht werden kann.<\/p>\n<p>Bischof Adomeit segnete anschlie\u00dfend alle Mitarbeiterinnen des Hanna-Hauses sowie die Mitglieder des Kuratoriums J\u00f6rg Siegert, Daniel Jircik, Dr. Hansj\u00f6rg Augenstein, Dagmar Sachse, Pfarrerin Petra Adomeit und Anja Siegert sowie die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Dr. Anna Simon und Ulf Mindermann.&nbsp;<\/p>\n<p>Das Hanna-Haus hat am 1. November dieses Jahres seinen Betrieb aufgenommen und bereits die ersten schutzsuchenden Frauen, teilweise mit Kindern, aufgenommen. Es bietet in den ehemaligen R\u00e4umen eines Pflegeheims an der Dammbleiche in Oldenburg Platz f\u00fcr 14 Frauen mit Kindern. Die R\u00e4ume sind so aufgeteilt, dass sie bei Bedarf, zum Beispiel bei der Aufnahme gr\u00f6\u00dferer Familien, zu gr\u00f6\u00dferen Einheiten zusammengelegt werden k\u00f6nnen. Die Einrichtung ist barrierearm und rollstuhlgerecht. Das Konzept des offenen Hauses mit bekannter Adresse orientiert sich an dem niederl\u00e4ndischen \u201eoranje huis\u201c. Ziel ist, die Hemmschwelle betroffener Frauen zum Aufsuchen des Hauses zu senken. Zudem kann die Verbindung zum privaten Umfeld aufrecht erhalten werden und ein Schulwechsel der Kinder wird verhindert. Die Erfahrungen aus den Niederlanden zeigen, dass das Haus trotz bekannter Adresse nicht Ziel von Angriffen oder Attacken wird. Dennoch wird der Schutz der Bewohnerinnen sehr gro\u00df geschrieben und ein Eintritt in das Haus kann ausschlie\u00dflich \u00fcber Sicherheitsschleusen und durch Transponder gesicherte T\u00fcren erfolgen.<br \/>&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuelles\/detail\/ort-an-dem-vertrauen-und-glaube-an-die-zukunft-wachsen-koennen\" target=\"_blank\">Ort, an dem Vertrauen und Glaube an die Zukunft wachsen k\u00f6nnen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johanniter \u00fcbergaben Frauen- und Kinderschutzhaus Hanna offiziell der Bestimmung Mit einem Gottesdienst am Mittwoch, 19. November, in der St. Lamberti-Kirche in Oldenburg hat der Johanniterorden das Johanniter-Frauen- und Kinderschutzhaus \u201eHanna\u201c offiziell seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Mehr als 200 G\u00e4ste waren gekommen, darunter der Herrenmeister des Johanniterordens, S.K.H. Dr. Oskar Prinz von Preu\u00dfen, und der Pr\u00e4sident der Johanniter-Unfall-Hilfe, Volker Bescht. \u201eHanna-Haus\u201c, ein Schutzhaus f\u00fcr Frauen mit ihren Kindern, die vor h\u00e4uslicher Gewalt fliehen, ist eine Einrichtung der Hannoverschen Genossenschaft des Johanniterordens, zu der auch die Subkommende Oldenburg geh\u00f6rt. Betrieben wird das Haus von der Johanniter-Frauen- und Kinderschutzhaus Oldenburg gGmbH (JFKO), einer Tochtergesellschaft&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-27936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27936"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27936\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27937,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27936\/revisions\/27937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}