{"id":3022,"date":"2015-10-01T10:15:00","date_gmt":"2015-10-01T08:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/asylverfahren-und-fluechtlingsschutz\/"},"modified":"2015-10-01T10:15:00","modified_gmt":"2015-10-01T08:15:00","slug":"asylverfahren-und-fluechtlingsschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/asylverfahren-und-fluechtlingsschutz\/","title":{"rendered":"Asylverfahren und Fl\u00fcchtlingsschutz"},"content":{"rendered":"<p>Rund 60 Ehrenamtliche waren in das Haus der Offenen T\u00fcr der Kirchengemeinde Edewecht gekommen, um sich \u00fcber Asylverfahren und Fl\u00fcchtlingsschutz zu informieren. Alle sind bereits in der Fl\u00fcchtlingsarbeit im Ammerland aktiv und haben fast t\u00e4glich mit Fragen des Asylverfahrens zu tun. Kirchenkreis, Diakonie und das Evangelische Bildungswerk Ammerland hatten eingeladen.<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch Pastorin Regina Dettloff stellte sich aber zun\u00e4chst die Gruppe der Ehrenamtlichen in Edewecht vor. Hella Fittje-Oltmanns berichtete den EhrensamtskollegInnen aus den anderen Gemeinden, dass neben Sprachkursen, gemeinschaftlichen Treffen und individueller Begleitung auch erste Erfolge bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzvermittlung zu verzeichnen sind. \u201eEiner der Fl\u00fcchtlinge kann jetzt in Oldenburg sein Studium fortsetzen, das er vor der Flucht in seinem Heimatland bereits zu H\u00e4lfte absolviert hatte\u201c erz\u00e4hlte Hella Fittje-Oltmanns.<\/p>\n<p>Mareike Kaempf, im Asylrecht sehr erfahrene Anw\u00e4ltin aus Oldenburg, erl\u00e4uterte anschlie\u00dfend das Asylverfahren. \u201eAsylrecht ist haupts\u00e4chlich Verwaltungsrecht. Ohne einen ordentlichen Antrag geht nichts.\u201c erkl\u00e4rte sie gleich zu Anfang. Aber schon die Antragsentgegennahme sei f\u00fcr die Beh\u00f6rden nicht ganz leicht. Zun\u00e4chst werde n\u00e4mlich in einem komplizierten Verfahren gekl\u00e4rt, ob der Fl\u00fcchtling nicht in einem anderen europ\u00e4ischen Land angekommen und registriert worden sei. Dann sei dieses Land zust\u00e4ndig. \u201eWichtig ist, dass die ehrenamtlichen BetreuerInnen Ruhe in die Sache bringen und Fl\u00fcchtlingen die komplizierten und langwierigen Regelungen verst\u00e4ndlich erl\u00e4utern.\u201c Die Realit\u00e4t zeige l\u00e4ngst, dass die Politik mit dem so genannten Dublin-Abkommen Regelungen getroffen habe, die der Realit\u00e4t nicht mehr gerecht werden.<\/p>\n<p>Im Asylverfahren selbst sei Dreh- und Angelpunkt die m\u00fcndliche Anh\u00f6rung, die in Braunschweig stattfindet. Wegen der vielen Verfahren finde die Anh\u00f6rung aber oft erst viele Monate nach der Antragstellung statt. \u201eIn der Anh\u00f6rung muss alles, alles, alles, aber auch wirklich alles dargelegt werden, was zur Flucht gef\u00fchrt hat.\u201c Weitere Gr\u00fcnde nach der Anh\u00f6rung vorzutragen, sei \u2013 so Mareike Kaempf \u2013 in Ausnahmef\u00e4llen zwar m\u00f6glich, aber das w\u00fcrde in der Praxis meist zum Nachteil der Fl\u00fcchtlinge ausgelegt. \u201eAuch an dieser Stelle nehmen Ehrenamtliche eine wichtige Rolle ein. Sie k\u00f6nnen mit den Fl\u00fcchtlingen vorbereiten, dass wirklich alles und alles ausf\u00fchrlich und anschaulich vorgetragen wird.\u201c<\/p>\n<p>Bei allem \u00c4rger \u00fcber ungeeignete Dolmetscher, Verfahrensdauern, unverst\u00e4ndliche Ladungen und noch unverst\u00e4ndlichere Bescheide gehe es zum Nutzen der Fl\u00fcchtlinge immer wieder darum, die Gespr\u00e4chsebene mit den Beh\u00f6rdenmitarbeiterInnen zu finden. \u201eKrawall und Streit n\u00fctzt im Einzelfall wenig, ein sachliches und verbindliches Gespr\u00e4ch mit Entschiedenheit in der Sache f\u00fchrt meistens einen Schritt weiter.\u201c appellierte Rechtsanw\u00e4lting Kaempf an die Ehrenamtlichen.<\/p>\n<p>Am Ende des Abends waren bei den Zuh\u00f6rerInnen viele Seiten Notizen entstanden. \u201eIch h\u00e4tte nicht gedacht, dass dieses komplizierte und undurchsichtige Verfahren pl\u00f6tzlich so klare Linien und Konturen f\u00fcr mich bekommt. Vielen Dank f\u00fcr die hilfreichen Erl\u00e4uterung.\u201c bedankte sich eine Ehrenamtliche unter dem Beifall der anderen Zuh\u00f6rerInnen. Diesem Dank schloss sich Uta Fr\u00fcndt vom Deutsch-Ausl\u00e4ndischen Freundschaftsverein im Ammerland an, die den Abend moderierte.<\/p>\n<p>Am 12. Oktober sind die Ehrenamtlichen zu einem weiteren Fortbildungsabend ins Haus Feldhus in Bad Zwischenahn eingeladen. Dominique Pannke, Moderatorin aus Braunschweig, wird mit den Ehrenamtlichen erarbeiten, wie gleichberechtigt, kompetent und auf Augenh\u00f6he kommuniziert werden kann, auch wenn die gemeinsame Sprache und der gemeinsame kulturelle Hintergrund fehlen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Peter Tobiassen<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 60 Ehrenamtliche waren in das Haus der Offenen T\u00fcr der Kirchengemeinde Edewecht gekommen, um sich \u00fcber Asylverfahren und Fl\u00fcchtlingsschutz zu informieren. 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