{"id":3058,"date":"2015-10-07T11:41:00","date_gmt":"2015-10-07T09:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wohlfahrt-sieht-erhebliche-defizite-in-der-versorgung-demenzkranker\/"},"modified":"2015-10-07T11:41:00","modified_gmt":"2015-10-07T09:41:00","slug":"wohlfahrt-sieht-erhebliche-defizite-in-der-versorgung-demenzkranker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wohlfahrt-sieht-erhebliche-defizite-in-der-versorgung-demenzkranker\/","title":{"rendered":"Wohlfahrt sieht \u00aberhebliche Defizite\u00bb in der Versorgung Demenzkranker"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde sehen in Bremen \u00aberhebliche Defizite\u00bb in der Betreuung demenzkranker Menschen. Das betreffe in erster Linie die personelle Ausstattung der Dienste, kritisierte am Mittwoch der Vorstandssprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Arnold Knigge. Die Zahl der Demenzkranken werde in den n\u00e4chsten Jahren erheblich ansteigen. \u00abUmso dr\u00e4ngender m\u00fcssen die Angebote der Betreuung und Versorgung ausgeweitet und verbessert werden.\u00bb<\/p>\n<p>In Bremen leben Sch\u00e4tzungen zufolge zwischen 12.000 und 15.000 Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind. Bundesweit seien es etwa 1,5 Millionen, sagte Tanja Meier von der Bremer Demenz Informations- und Koordinationsstelle (DIKS). Bis zum Jahr 2050 w\u00fcrden sich diese Zahlen verdoppeln oder gar verdreifachen. Die Politik m\u00fcsse au\u00dferdem ber\u00fccksichtigen, dass die Betreuung von Menschen mit einer Demenz sehr viel zeitintensiver sei als die von Pflegebed\u00fcrftigen ohne kognitive Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p>Knigge lobte in diesem Zusammenhang die bundesweit geplante Einf\u00fchrung eines neuen f\u00fcnfstufigen Pflegebed\u00fcrftigkeitsbegriffes, der insbesondere zu besseren Leistungen f\u00fcr demenzkranke Menschen f\u00fchren wird. Mit der Pflegereform werden kognitiv und psychisch beeintr\u00e4chtigte Menschen ab 2016 erstmals mit k\u00f6rperlich Beeintr\u00e4chtigten auf eine Stufe gestellt und erhalten den gleichen Leistungsanspruch.<\/p>\n<p>Trotzdem sei auch in Bremen noch viel zu tun. \u00abWir m\u00fcssen in der Versorgung deutlich besser werden und d\u00fcrfen das Thema nicht vor uns herschieben\u00bb, warnte Knigge. Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde haben ihre Forderungen deshalb in einer Petition zusammengefasst, die sie k\u00fcrzlich am Ende eines Fachtages Sozialsenatorin Anja Stahmann (Gr\u00fcne) \u00fcbergeben haben.<\/p>\n<p>DIKS-Expertin Meier f\u00fchrte aus, wohnortnah m\u00fcssten zeitlich flexible Tagespflegen eingerichtet werden. Klassische Angebote von 8 Uhr bis 16 Uhr reichten f\u00fcr viele Familien nicht oder kollidierten mit Arbeitszeiten pflegender Angeh\u00f6riger. Fast v\u00f6llige Fehlanzeige attestierte sie im Bereich kulturspezifischer Angebote etwa f\u00fcr t\u00fcrkischst\u00e4mmige Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind und h\u00f6chstens noch ihre Muttersprache sprechen.<\/p>\n<p>Ein weiteres wichtiges Thema ist Meier zufolge die fehlende Anerkennung pflegender Angeh\u00f6riger. \u00ab71 Prozent der Pflegebed\u00fcrftigen werden zu Hause versorgt, \u00fcberwiegend durch Angeh\u00f6rige\u00bb, betonte die Expertin. Fast alle Pflegenden h\u00e4tten das Gef\u00fchl, in ihren Leistungen nicht gen\u00fcgend anerkannt und unterst\u00fctzt zu werden.<\/p>\n<p>Mit besseren Informationen in der \u00d6ffentlichkeit k\u00f6nne \u00fcberdies \u00c4ngsten und Unverst\u00e4ndnis begegnet werden. Und auch die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen, Pflegediensten, \u00c4rzten, Angeh\u00f6rigen und Kassen m\u00fcsse besser werden, wenn die Betreuung m\u00f6glichst problemlos funktionieren solle.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde sehen in Bremen \u00aberhebliche Defizite\u00bb in der Betreuung demenzkranker Menschen. Das betreffe in erster Linie die personelle Ausstattung der Dienste, kritisierte am Mittwoch der Vorstandssprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Arnold Knigge. Die Zahl der Demenzkranken werde in den n\u00e4chsten Jahren erheblich ansteigen. \u00abUmso dr\u00e4ngender m\u00fcssen die Angebote der Betreuung und Versorgung ausgeweitet und verbessert werden.\u00bb In Bremen leben Sch\u00e4tzungen zufolge zwischen 12.000 und 15.000 Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind. 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