{"id":3061,"date":"2015-10-09T11:29:00","date_gmt":"2015-10-09T09:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/spuren-der-aufklaerung-im-religionsunterricht\/"},"modified":"2015-10-09T11:29:00","modified_gmt":"2015-10-09T09:29:00","slug":"spuren-der-aufklaerung-im-religionsunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/spuren-der-aufklaerung-im-religionsunterricht\/","title":{"rendered":"Spuren der Aufkl\u00e4rung im Religionsunterricht"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen 1836 und 1852 wirkte B\u00f6ckel und versuchte, in allen Schulen vernunftorientiertes, aufkl\u00e4rerisches Gedankengut zu verankern und \u00fcberkommene, dogmatische Lehr- und Lernweisen zu \u00fcberwinden. Viel Erfolg hat B\u00f6ckel nach den Forschungsergebnissen von Schirmer jedoch nicht gehabt, denn er wurde nach 16 Jahren abgel\u00f6st und sein Amt des \u201eGenerals\u201c wurde aufgel\u00f6st. Zuvor war er, zugleich Hof-Prediger, in der Oldenburgischen Kirche und Gesellschaft ein m\u00e4chtiger, ja gef\u00fcrchteter Mann gewesen.<\/p>\n<p>Der 1783 geborene B\u00f6ckel hatte bei Immanuel Kant in K\u00f6nigsberg studiert und war Professor f\u00fcr Theologie in Greifswald, bevor er seine Stelle in Oldenburg antrat. Er darf als klassischer \u201eVernunft-Theologe\u201c einer praktisch umgesetzten Aufkl\u00e4rung betrachtet werden und begr\u00fcndete etwa das evangelische Kirchen- und Schulblatt als Herausgeber. Sogar einen \u00fcberkonfessionell angelegten Religionsunterricht in den Volks- und Elementarschulen sah B\u00f6cker als ein denkbares Modell an. Durchgesetzt sollte sich freilich, im \u00dcberblick betrachtet, ein deutlich konservativeres Verst\u00e4ndnis von Religionsunterricht.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Zeit war B\u00f6cker damit, wie sein Biograph Helmut Schirmer heraus stellte, durchaus eine Art Revolution\u00e4r, allerdings zum Scheitern verurteilt. Wenn er h\u00f6chstpers\u00f6nlich auch in den kleinsten Landschulen auftauchte, um zu \u201evisitieren\u201c, verbreitete er Angst und Schrecken bei Sch\u00fclern und Lehrern, denen rationalistisches Gedankengut vollkommen fremd war.<\/p>\n<p>Zahlreiche gedruckte und ungedruckte Quellen hat der Autor Helmut Schirmer ausgewertet. Durch seine ehemalige T\u00e4tigkeit an der Schnittstelle zwischen Kirche, Schule und Hochschule und orientiert sowohl an der Theorie als auch an der Praxis der p\u00e4dagogischen Ausbildung des theologischen Nachwuchses darf Schirmer als pr\u00e4destiniert f\u00fcr ein solches Thema angesehen werden.<\/p>\n<p>Sein Buch wurde von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg sowie von der Oldenburgischen Landschaft mit Druckkostenzusch\u00fcssen gef\u00f6rdert und ist im Isensee-Verlag erschienen. Es vermittelt, so berichtete Pfarrer Urs-Ullrich Muther seitens der Kirche, \u201eregionale Schulgeschichte unter kirchlichen Aspekten\u201c. Auch Sarah-Christin Siebert als Vertreterin der Landschaft attestierte dem Werk, als Baustein seri\u00f6ser Regionalgeschichte besonders f\u00f6rderungsw\u00fcrdig zu sein. Der Verleger Florian Isensee freute sich dar\u00fcber, dass der Band in der bereits seit langer Zeit erscheinenden Reihe der Oldenburger Studien erscheinen konnte.<\/p>\n<p>Helmut Schirmer: \u201eIn der Schule sind die Kinder im Nachdenken zu \u00fcben\u201c. Spuren der Aufkl\u00e4rung im Religionsunterricht an Oldenburger Volksschulen. Isensee-Verlag Oldenburg 2015, 164 Seiten, ISBN: 978-3-7308-1204-4, 14,90 Euro, im Handel erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Kurt Dr\u00f6ge<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen 1836 und 1852 wirkte B\u00f6ckel und versuchte, in allen Schulen vernunftorientiertes, aufkl\u00e4rerisches Gedankengut zu verankern und \u00fcberkommene, dogmatische Lehr- und Lernweisen zu \u00fcberwinden. 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