{"id":3085,"date":"2015-10-14T12:17:00","date_gmt":"2015-10-14T10:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/apen-willkommenskultur-im-cafe\/"},"modified":"2015-10-14T12:17:00","modified_gmt":"2015-10-14T10:17:00","slug":"apen-willkommenskultur-im-cafe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/apen-willkommenskultur-im-cafe\/","title":{"rendered":"Apen: Willkommenskultur im Caf\u00e9"},"content":{"rendered":"<p>Die erste Karte wird aufgedeckt. \u201eEin Fisch, ein Fisch\u201c, ruft einer aus der Runde. Aber wo liegt der zweite? Umdrehen, nachsehen \u2013 daneben. Entt\u00e4uschtes Raunen. Deutsch lernen mit einem Memory-Spiel \u2013 nur eine von vielen praktischen Varianten, mit denen Fl\u00fcchtlingen im Arbeitskreis Asyl in Apen geholfen wird, in Deutschland anzukommen. Am Dienstag, 13. Oktober, hat Bischof Jan Janssen das Willkommens-Caf\u00e9 des Arbeitskreises besucht, um sich ein Bild zu machen von dem niedrigschwelligen und bodenst\u00e4ndigen Angebot in der Ammerl\u00e4nder Gemeinde. Gerade diese gezielte Arbeit im Kleinen sei wichtig, betonte Janssen. \u201eSie k\u00f6nnen nicht die ganze Welt retten \u2013 aber die Welt hier in Apen.\u201c<\/p>\n<p>Der Arbeitskreis Asyl, getragen von der Diakonie im Ammerland, ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wie Vernetzung und die professionelle B\u00fcndelung von Aufgaben funktionieren kann. Anfang des Jahres hatte die Kommunalverwaltung die Diakonie Ammerland gebeten, die Eins\u00e4tze der vielen Ehrenamtlichen zu koordinieren, die in der Fl\u00fcchtlingshilfe mitarbeiten wollten. \u201eDiese enge Zusammenarbeit zwischen Kommune und Diakonie ist etwas Besonderes\u201c, betont Hildegard Kluttig, Leiterin der Diakonie in Apen. \u201eUnd sie zeigt einmal mehr: Kein Ehrenamt geht ohne ein flankierendes Hauptamt.\u201c <\/p>\n<p>Oft seien die Ehrenamtlichen, die sich mit Eifer und Begeisterung in die Aufgabe st\u00fcrzen, schnell mit ihren Kr\u00e4ften am Ende, so Kluttig. Um dies zu verhindern, werden sie von den Profis der Diakonie begleitet und beraten. Einmal im Monat treffen sich die Ehrenamtlichen zum Erfahrungsaustausch, zudem nehmen sie an einer Fortbildungsreihe zu Fragen von Asyl, Migration und Flucht teil, die die Diakonie gemeinsam mit der Ev. Erwachsenenbildung anbietet. \u201eMit diesem Zusammenspiel auf verschiedenen Ebenen ist Ihr Angebot ein echtes Vorzeigemodell\u201c, zeigte sich Bischof Janssen beeindruckt. \u201eEs ist ein Zeichen daf\u00fcr, wie stark unsere Gesellschaft sein kann, wenn wir zusammenarbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil in der kleinen Gemeinde sind die kurzen Wege \u2013 zum Sozialamtsleiter, zu Hauseigent\u00fcmern mit freien Wohnungen, aber auch zu Nachbarn und Freunden, die \u00c4ngste \u00e4u\u00dfern vor den Fl\u00fcchtlingen und den damit verbundenen Ver\u00e4nderungen. \u201eWir sind ein gro\u00dfes Bindeglied zur Bev\u00f6lkerung\u201c, hat die ehrenamtliche Mitarbeiterin Ingrid Renken festgestellt. \u201eIn Gespr\u00e4chen k\u00f6nnen wir Sorgen nehmen. Etwa, wenn es um die Frage geht, ob Wohnungen enteignet werden oder die Turnhalle k\u00fcnftig f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zur Verf\u00fcgung stehen muss\u201c, erg\u00e4nzt ihre Mitstreiterin Christiane Bourguignon. <\/p>\n<p>Die Ehrenamtlichen, sind sich alle einig, seien Multiplikatoren. Und da nichts mehr Ger\u00fcchte und Vorbehalte sch\u00fcrt als Unwissenheit, k\u00f6nnen sie auch mit Fakten aufwarten. Etwa, dass nach Apen \u00fcberwiegend Familien kommen, die sich gegenseitig sozialen Halt bieten. Und dass bis Ende Januar f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge, die noch kommen sollen, gen\u00fcgend Wohnraum zur Verf\u00fcgung steht \u2013 dezentral in Wohnungen, nicht in Hallen oder Lagern.<\/p>\n<p>40 bis 50 Fl\u00fcchtlinge kommen regelm\u00e4\u00dfig zu den Willkommens-Caf\u00e9s, im w\u00f6chentlichen Wechsel nach Apen bzw. nach Augustfehn. Ihnen steht ein Pool von insgesamt rund 30 Ehrenamtlichen zur Seite, die sich je nach Verf\u00fcgbarkeit um die G\u00e4ste k\u00fcmmern. \u201eViele unserer Ehrenamtlichen sind Vollzeit berufst\u00e4tig und setzen sich nach Feierabend f\u00fcr die Asylbewerber ein\u201c, wei\u00df Anke Helm-Brandau. Die Synodale der oldenburgischen Kirche und Kirchen\u00e4lteste in Apen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fl\u00fcchtlingsfragen, einer Einrichtung von Kirche und Diakonie. Sie wei\u00df, wie wichtig es ist, dass die Welle der Hilfsbereitschaft nicht nur kurz \u00fcberschwappt, sondern stetig im Fluss bleibt: \u201eDiese Ansprechpartner sind Haltepunkte f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge in einer Phase, in der es kaum mehr Konstanten gibt.\u201c <\/p>\n<p>Das Engagement der Helfenden ist l\u00e4ngst nicht auf das Willkommens-Caf\u00e9 beschr\u00e4nkt: Die Ehrenamtlichen f\u00fcllen mit den Fl\u00fcchtlingen zusammen Formulare aus, begleiten sie zum Arzt, helfen ihnen beim Einkaufen \u2013 und m\u00fcssen nicht selten auch improvisieren. \u201eDa wird aus der L\u00e4useprophylaxe dann schnell mal ein \u201aIt\u2019s against the little animals in the hair\u201c \u2013 Das ist gegen die kleinen Tierchen im Haar\u201c, erz\u00e4hlt Helm-Brandau lachend. <\/p>\n<p>Nicht nur die Fl\u00fcchtlinge lernen, sondern auch die Ehrenamtlichen. Das ist das Fazit, das Martina Bielefeld aus ihrem Engagement zieht: \u201eWir mussten erst verstehen, dass es nicht hilfreich ist vorzust\u00fcrmen, sondern dass wir uns auch zur\u00fccknehmen m\u00fcssen.\u201c Es sei wichtig, sich mit anderen Aktiven und auch Hilfsorganisationen zu vernetzen. \u201eSchlie\u00dflich m\u00fcssen ja nicht alle erstmal die gleichen Fehler machen.\u201c<\/p>\n<p>Die Fl\u00fcchtlingsproblematik nicht nur \u00fcber die \u201emediale Berieselung\u201c wahrzunehmen, sondern sich zu fragen, was man selbst tun k\u00f6nne, sei ein wichtiger Ansatz, so Bischof Janssen. \u201eIn den 1940er Jahren war die evangelische Frauenhilfe Anlaufstelle f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten \u2013 da stehen Sie in guter Tradition.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Anke Brockmeyer.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Karte wird aufgedeckt. \u201eEin Fisch, ein Fisch\u201c, ruft einer aus der Runde. 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