{"id":3157,"date":"2015-10-22T11:01:00","date_gmt":"2015-10-22T09:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/?p=3157"},"modified":"2015-10-22T11:01:00","modified_gmt":"2015-10-22T09:01:00","slug":"mein-letztes-hemd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/mein-letztes-hemd\/","title":{"rendered":"\u201eMein letztes Hemd&quot;"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWie soll mein letztes Hemd aussehen?\u201c Mit dieser Frage haben sich Mitarbeitende des Ambulanten Hospizdienstes und Kinderhospizdienstes Oldenburg intensiv auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist beeindruckend und auch sehr ber\u00fchrend: Textildarstellungen, Fotos, Texte und Installationen, jedes einzelne Ausstellungsteil ist individuell und verbirgt eine Geschichte. <\/p>\n<p>Renate Lohmann, Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes und Initiatorin der Ausstellung bedankte sich bei der Ausstellungser\u00f6ffnung f\u00fcr die Offenheit der Mitwirkenden. \u201eSeit Anfang August dieses Jahres haben sich&nbsp; fast 20 Haupt- und Ehrenamtliche mit dem Projekt besch\u00e4ftigt&quot;, sagte Lohmann und hob hervor, dass die Ausstellungst\u00fccke ohne jegliche Vorgaben \u201eergebnisoffen&quot; entstanden seien. In zwei Gruppen seien die Frauen und M\u00e4nner durch die Textildesignerin Sabine Schimmering begleitet worden. <\/p>\n<p>Die vielseitigen Darstellungen zeigen, wie individuell die Mitwirkenden damit umgegangen sind. Ausgestellt sind zum Beispiel: Ein gen\u00e4htes Herz, ein Schultertuch, Hemden mit gef\u00fcllten Taschen, aber auch ein Hemd mit zugen\u00e4hter Tasche und dem bekannten Hinweis: \u201eDas letzte Hemd hat keine Taschen.&quot;<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Mitwirkende war nicht die Kleidung wichtig, sondern allein der Ehering, den sie ihrem verstorbenen Mann mit in den Sarg gab. Eine weitere Frau verarbeitete mit ihrer Darstellung den Tod ihres viel zu fr\u00fch geborenen Kindes. Andere Mitwirkenden pr\u00e4sentierten Texte und Installationen, in denen das Thema \u201eMein letztes Hemd&quot; dargestellt ist. <\/p>\n<p>Lucia Loimayer-Wieland sagte, dass sie mit diesem Projekt eine Idee umgesetzt habe, die sie schon sehr lange mit sich getragen hatte: \u201eDas befriedet mein Leben total, jetzt wo es fertig ist&quot;, sagt die Koordination des Kinder Hospizdienstes, zust\u00e4ndig f\u00fcr Trauerarbeit. Sie hatte einen Holzsarg bunt bemalt, Bekleidung und Stiefel dazu gew\u00e4hlt und erl\u00e4uterte allen Interessierten ihre Gedanken. &nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber 70 Besuchende kamen zur Ausstellungser\u00f6ffnung. Zu Beginn berichtete die Gastrednerin Dr. phil. Traute Helmers \u00fcber die Entwicklung der Totenkleider und ihre&nbsp; Ver\u00e4nderungen. Die Forschungsinteressen der Kulturwissenschaftlerin gelten der Kultur in alltagsweltlicher Praxis zu Tod, Geschlecht, Trauer und Erinnerung. <\/p>\n<p>Sie berichtete, dass im 12. Jahrhundert die Toten von Kopf bis Fu\u00df in Leinent\u00fccher eingewickelt waren, \u201ein wei\u00dfe T\u00fccher, in dem Glauben, vor einen unbarmherzigen Gott zu treten.&quot; Jahre sp\u00e4ter wurde es bunt und die reichen Menschen seien in kostbaren T\u00fcchern und Prachtgew\u00e4ndern aufgebahrt und bestattet worden, wie Helmers auf Bildern zeigte. <\/p>\n<p>\u201eImmer wieder \u00e4nderten sich die Br\u00e4uche. Nach einem Gesetz im Jahr 1900 durch die Textilindustrie nimmt die Kommerzialisierung ihren Lauf. Der Sarg wird ausstaffiert, die Kleidung war wei\u00df, so dass die Toten einen Dornr\u00f6schenschlaf \u00e4hnlich aufgebahrt wurden. Ein Bild zeigte, dass 1815 Tote mit ihrer Familie zusammen fotografiert wurden, bekleidet und lebendig aussehend. <\/p>\n<p>Die beiden Weltkriege ver\u00e4nderten den Totenkult des 20. Jahrhunderts, erkl\u00e4rte die Expertin. Seit den 80er Jahren g\u00e4be es eine breite Palette an M\u00f6glichkeiten der Bestattung. \u201eTotenbekleidung zeigt die Vorstellungen vom Leben und von der Tradition, zeigt, wie Menschen im Leben wohnen. Das letzte Hemd k\u00f6nnte das Fremde des Toten nehmen.&quot;<\/p>\n<p>Die Ausstellung \u201eMein letztes Hemd&quot; kann bis zum 27. November t\u00e4glich von montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr in den R\u00e4umen des Ambulanten Hospizdienstes Oldenburg, an der Haareneschstra\u00dfe 62, besichtigt werden. Andere Zeiten k\u00f6nnen abgesprochen werden, Gruppen sollten sich vorher bitte anmelden. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Informationen und Anmeldung:<\/span><br \/>Stiftung Evangelischer Hospizdienst Oldenburg<br \/>Haareneschstra\u00dfe 62, 26121 Oldenburg <br \/>Telefon: 0441 &#8211; 770 346-0 <br \/>E-Mail: info@hospizdienst-oldenburg.de<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">B\u00e4rbel Romey<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWie soll mein letztes Hemd aussehen?\u201c Mit dieser Frage haben sich Mitarbeitende des Ambulanten Hospizdienstes und Kinderhospizdienstes Oldenburg intensiv auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist beeindruckend und auch sehr ber\u00fchrend: Textildarstellungen, Fotos, Texte und Installationen, jedes einzelne Ausstellungsteil ist individuell und verbirgt eine Geschichte. 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