{"id":3366,"date":"2015-12-14T14:10:00","date_gmt":"2015-12-14T13:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/ein-weltreisender-in-sachen-frieden-der-berater-und-islamwissenschaftler-hagen-berndt-vermittelt-bei-krisen-im-in-und-ausland\/"},"modified":"2015-12-14T14:10:00","modified_gmt":"2015-12-14T13:10:00","slug":"ein-weltreisender-in-sachen-frieden-der-berater-und-islamwissenschaftler-hagen-berndt-vermittelt-bei-krisen-im-in-und-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ein-weltreisender-in-sachen-frieden-der-berater-und-islamwissenschaftler-hagen-berndt-vermittelt-bei-krisen-im-in-und-ausland\/","title":{"rendered":"Ein Weltreisender in Sachen Frieden &#8211; Der Berater und Islamwissenschaftler Hagen Berndt vermittelt bei Krisen im In- und Ausland"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als 25 Jahren ber\u00e4t der Mann im Auftrag verschiedener Organisationen in Konflikten, die zu eskalieren drohen. Weltweit. Dabei hat der Friedensarbeiter Hagen Berndt schon Menschenleben gerettet &#8211; wie in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen.<\/p>\n<p>Osterholz-Scharmbeck (epd). Gestern war Hagen Berndt noch im Auftrag der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit im nordirakischen Dohuk. Heute verhandelt der 55-j\u00e4hrige Experte des Forums Ziviler Friedensdienst in der Kleinstadt Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Auf dem Landweg liegen die Orte 4.200 Kilometer voneinander entfernt. Und doch haben sie etwas gemeinsam, denn sowohl in der deutschen Kreisstadt als auch in der kurdischen Provinzhauptstadt geht es um zivile Konfliktbearbeitung. Berndt hilft dabei: Ein Weltreisender in Sachen Frieden. Einer, der zuh\u00f6rt und Fragen stellt, die weiter bringen. <\/p>\n<p>Irak, Afghanistan, Indien, Tschad, Sri Lanka, Israel und Pal\u00e4stina, Nepal, \u00c4gypten, Tunesien, Bosnien-Herzegowina: In vielen Krisenregionen der Welt hat der Indologe und Islamwissenschaftler, der neben Englisch auch Hindi, Sinhala und Urdu spricht, schon gearbeitet. Aktuell geht es in der Region um Dohuk um Hunderttausende, die auf der Flucht vor der Terrormiliz Islamischer Staat und den Milizen des Assad-Regimes Zuflucht im kurdischen Nordirak suchen. \u00abIn einigen Orten gibt es inzwischen mehr Fl\u00fcchtlinge als Einheimische\u00bb, berichtet Berndt. Die Stimmung ist gereizt. Die Frage lautet: Wie k\u00f6nnen gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen vermieden werden?<\/p>\n<p>In Osterholz-Scharmbeck arbeitet Hagen Berndt seit 2011 in einem sozialen Brennpunkt, einer Siedlung, die ehemals f\u00fcr US-Soldaten gebaut wurde. Nach ihrem Abzug leben dort nun etwa 740 Menschen, mehr als die H\u00e4lfte von ihnen mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln. Drogenhandel und offene Gewalt, auch gegen Polizeibeamte, lie\u00dfen die Situation im Quartier eskalieren. Berndt entwickelte gemeinsam mit Vertretern der Polizei, der Stadt, des Landkreises und des \u00f6rtlichen Pr\u00e4ventionsrates ein Konzept, um dem zu begegnen.<\/p>\n<p>Dabei geht es in erster Linie um &#8211; Gespr\u00e4che. \u00abFriedensprozesse beginnen mit der Artikulation von lange vernachl\u00e4ssigten Bed\u00fcrfnissen von Minderheiten &#8211; gelegentlich auch von Mehrheiten\u00bb, betont Berndt, der zusammen mit Kindern der d\u00e4nischen Minderheit in Flensburg aufwuchs. Seine Mutter stammt aus Polen, sein Vater aus Stettin. Flucht und Vertreibung in seiner Familie pr\u00e4gten den Mann, der seit mehr als 25 Jahren als Berater und Trainer zur Konfliktbearbeitung f\u00fcr verschiedene Auftraggeber im In- und Ausland unterwegs ist.<\/p>\n<p>Manchmal schaltet er sich auch bei Problemlagen ein, die gar nicht weit weg sind. Zum Beispiel, wenn Berndt Gespr\u00e4che in Auseinandersetzungen zwischen der Leitung und der Elternvertretung eines Kindergartens moderiert. Oder wenn er die Ziele \u00f6rtlicher Protestbewegungen gegen\u00fcber einer Firma vermittelt, die mit gentechnisch manipulierten Pflanzen experimentiert. Oder in Gespr\u00e4chen mit der Einsatzleitung der Polizei bei Atomtransporten im Wendland. W\u00e4hrend die Situation im Irak gerade analysiert wird und die Arbeit noch am Anfang steht, hat sie in Osterholz-Scharmbeck l\u00e4ngst Fr\u00fcchte getragen. Das zeigte sich vergangenes Jahr, als nach einer Messerattacke ein junger Mann aus der Siedlung starb.<br \/>\n<br \/>Familienmitglieder im Libanon forderten Blutrache, die aber nach vielen Gespr\u00e4chen verhindert werden konnte. \u00abDas war nur m\u00f6glich, weil wir \u00fcber Jahre Kontakte aufgebaut haben\u00bb, sagt Berndt, der lange in der \u00abKurve Wustrow\u00bb gearbeitet hat, einer Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte f\u00fcr gewaltfreie Aktion nahe Gorleben.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Instrument der Pr\u00e4vention in Osterholz-Scharmbeck ist das \u00abQuartiersforum\u00bb im Jugendhaus \u00abPumpelberg\u00bb, gleich neben dem Brennpunkt. Das Forum ist aus dem Beratungsprozess heraus entstanden und trifft sich mehrmals j\u00e4hrlich. Doch trotz jahrelanger Bem\u00fchungen wie in Osterholz-Scharmbeck k\u00f6nne man als Friedensarbeiter den Prozess nicht kontrollieren, r\u00e4umt Berndt ein. \u00abWir sto\u00dfen an Grenzen. Ein Erfolg stellt sich oft erst sp\u00e4t und manchmal auch gar nicht ein. Aber am wichtigsten ist: Wir m\u00fcssen auf Konflikte vorbereitet sein.\u00bb<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als 25 Jahren ber\u00e4t der Mann im Auftrag verschiedener Organisationen in Konflikten, die zu eskalieren drohen. Weltweit. Dabei hat der Friedensarbeiter Hagen Berndt schon Menschenleben gerettet &#8211; wie in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Osterholz-Scharmbeck (epd). Gestern war Hagen Berndt noch im Auftrag der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit im nordirakischen Dohuk. Heute verhandelt der 55-j\u00e4hrige Experte des Forums Ziviler Friedensdienst in der Kleinstadt Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Auf dem Landweg liegen die Orte 4.200 Kilometer voneinander entfernt. 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