{"id":3416,"date":"2015-12-28T21:19:00","date_gmt":"2015-12-28T20:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/hier-werde-ich-respektiert-evangelische-kirche-in-dinklage-bringt-einheimische-und-fluechtlinge-in-einem-naehcafe-zusammen\/"},"modified":"2015-12-28T21:19:00","modified_gmt":"2015-12-28T20:19:00","slug":"hier-werde-ich-respektiert-evangelische-kirche-in-dinklage-bringt-einheimische-und-fluechtlinge-in-einem-naehcafe-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/hier-werde-ich-respektiert-evangelische-kirche-in-dinklage-bringt-einheimische-und-fluechtlinge-in-einem-naehcafe-zusammen\/","title":{"rendered":"\u00abHier werde ich respektiert\u00bb &#8211; Evangelische Kirche in Dinklage bringt Einheimische und Fl\u00fcchtlinge in einem N\u00e4hcaf\u00e9 zusammen"},"content":{"rendered":"<p>Dinklage\/Kr. Vechta (epd). Zwischen ratternden N\u00e4hmaschinen und blubbernden Kaffeemaschinen ist immer wieder ein \u00abHallo\u00bb und lautes Kinderlachen zu h\u00f6ren. An jedem ersten und dritten Donnerstag verwandelt sich der Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde in Dinklage in ein internationales N\u00e4hcaf\u00e9. \u00abHier treffen sieben Nationen zusammen, zum Handarbeiten, zum Reden und &#8211; ganz wichtig &#8211; um zu lachen\u00bb, sagt Christel Bollmann, die gemeinsam mit anderen das N\u00e4hcaf\u00e9 ehrenamtlich organisiert. Fast 40 Frauen und Kinder sind an diesem Vormittag versammelt, zur H\u00e4lfte Frauen aus Dinklage und zur H\u00e4lfte Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>Die Fl\u00fcchtlingsfrauen stammen aus Afghanistan, dem Irak, aus Syrien und aus den Balkanstaaten. Trotz der Sprachbarrieren k\u00f6nnten sich die Frauen untereinander gut verstehen, sagt Bollmann: \u00abNotfalls mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen.\u00bb Au\u00dferdem bringe jede etwas zu essen mit, mal einen Kuchen, mal etwas Herzhaftes. \u00abDa kommen wir schnell ins Gespr\u00e4ch.\u00bb<\/p>\n<p>Die Fl\u00fcchtlingsfamilien im katholisch gepr\u00e4gten Dinklage leben in einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft des Caritas-Sozialwerkes oder bei den Benediktinerinnen in Kloster Burg Dinklage. Ein Gro\u00dfteil von ihnen stammt aus den Balkanstaaten. Immer wieder blieben einige Frauen unerwartet dem N\u00e4hcaf\u00e9 fern, sagt Bollmann. \u00abDas ist dann nicht leicht zu verkraften, wenn einem klar wird, dass die Familie abgeschoben wurde oder freiwillig wieder in ihr Ursprungsland zur\u00fcckgekehrt ist.\u00bb<\/p>\n<p>Sireta aus Montenegro kommt regelm\u00e4\u00dfig. Heute ist ausnahmsweise ihre Tochter Neomija dabei. Obwohl die Familie erst seit einem Jahr in Deutschland lebt, spricht die 13-J\u00e4hrige fast flie\u00dfend deutsch. Ihre Mutter sei dankbar f\u00fcr das N\u00e4hcaf\u00e9, weil sie hier neue Menschen kennenlernen k\u00f6nne, \u00fcbersetzt Neomija. In der Fl\u00fcchtlingsunterkunft sei sie meist allein. Dann redet die Frau intensiv mit einem ernsten Blick auf ihre Tochter ein und das M\u00e4dchen \u00fcbersetzt: \u00abMeine Mutter sagt: &#8216;Das Wichtigste ist, hier werde ich respektiert.&#8217;\u00bb<\/p>\n<p>In den Gespr\u00e4chen zwischen N\u00e4hmaschine und Kuchenblech gehe es um die Kinder, um kulinarische Spezialit\u00e4ten, um Krankheiten, \u00abeben um Allt\u00e4gliches\u00bb, sagt Bollmann. Jede Frau habe ihre eigene Geschichte und erz\u00e4hle auch von der Heimat, vor allem wie sch\u00f6n es dort einmal gewesen sei. Doch \u00fcber die Fluchtursachen und Fluchterfahrungen werde nur sehr wenig gesprochen. Diese Erinnerungen seien zu frisch und zu schmerzhaft.<\/p>\n<p>\u00abMan darf dem einzelnen Menschen, der bei uns gelandet, gestrandet oder einfach angekommen ist, nicht aus den Augen verlieren und ihm die n\u00f6tige Hilfe verweigern\u00bb, sagt Pastor Fridtjof Amling und verweist auf die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde: Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Dinklage keine Protestanten. Dann erreichten die Vertriebenen aus dem Osten die Stadt, unter ihnen auch viele evangelische Christen. Ihr Neuanfang sei schwer gewesen. Die Gefl\u00fcchteten seien nicht \u00fcberall freundlich aufgenommen worden.<\/p>\n<p>\u00abFast jede evangelische Familie in Dinklage hat Fluchterfahrungen in ihrer Geschichte und kann nachempfinden, wie es den Fl\u00fcchtlingen geht\u00bb, sagt Christel Bohlmann, deren Eltern aus Ostpreu\u00dfen nach Dinklage fl\u00fcchteten. \u00abUns geht es heute gut, warum sollten wir nicht etwas davon abgeben?\u00bb<\/p>\n<p>Internet: www.evangelisch-in-dinklage.de<\/p>\n<p><i>Von J\u00f6rg Nielsen (epd) <\/i><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dinklage\/Kr. Vechta (epd). Zwischen ratternden N\u00e4hmaschinen und blubbernden Kaffeemaschinen ist immer wieder ein \u00abHallo\u00bb und lautes Kinderlachen zu h\u00f6ren. 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