{"id":3417,"date":"2015-12-28T21:17:00","date_gmt":"2015-12-28T20:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/diakonie-vorstandssprecher-aufnahme-von-fluechtlingen-ist-alternativlos\/"},"modified":"2015-12-28T21:17:00","modified_gmt":"2015-12-28T20:17:00","slug":"diakonie-vorstandssprecher-aufnahme-von-fluechtlingen-ist-alternativlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/diakonie-vorstandssprecher-aufnahme-von-fluechtlingen-ist-alternativlos\/","title":{"rendered":"Diakonie-Vorstandssprecher: Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen ist alternativlos"},"content":{"rendered":"<p><i>&nbsp;epd-Gespr\u00e4ch: Ulrike Millhahn<\/i><\/p>\n<p>Hannover (epd). Der nieders\u00e4chsische Vorstandssprecher der Diakonie, Christoph K\u00fcnkel, hat die seit Wochen andauernde Debatte um eine Obergrenze f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge kritisiert. \u00abWer Menschen davon abhalten will, in unser Land zu kommen, muss die Grenzen schlie\u00dfen und sie mit Gewehren nach au\u00dfen sichern\u00bb, sagte er im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst. K\u00fcnkel, der in 2015 auch Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG) in Niedersachsen war, f\u00fcgte hinzu: \u00abWas w\u00e4re die Konsequenz? Sollen die Leute im Mittelmeer ertrinken und in den Lagern zugrunde gehen?\u00bb<\/p>\n<p>Diese Diskussion lenke von der eigentlichen Thematik ab, betonte K\u00fcnkel. \u00abWir d\u00fcrfen unsere Humanit\u00e4t nicht verlieren. Das bedeutet, dass wir uns die Fluchtursachen der Menschen st\u00e4ndig vergegenw\u00e4rtigen m\u00fcssen.\u00bb Es gebe doch zurzeit gar keine Alternative, als die Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen. \u00abWir m\u00fcssen uns darum bem\u00fchen, dass die Menschen hier unterkommen k\u00f6nnen und gleichzeitig daf\u00fcr sorgen, dass ihnen in den gro\u00dfen Lagern im Libanon oder in der T\u00fcrkei eine menschenw\u00fcrdige Existenz erm\u00f6glicht wird.\u00bb<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung im neuen Jahr wird K\u00fcnkel zufolge sein, das enorme Engagement f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aufrechtzuerhalten. Ob das gelinge, h\u00e4nge sowohl von der Politik als auch von der \u00f6ffentlichen Stimmung ab: \u00abWerden wir die Situation schlechtreden oder gutreden?\u00bb Fakt sei doch, dass die Asylsuchenden nun einmal hier seien: \u00abUm das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzugehen, m\u00fcssen wir uns zusammentun und gemeinsam an kreativen L\u00f6sungen arbeiten.\u00bb<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6re auch, ihre Eigeninitiativen zu st\u00e4rken. Manche freiwilligen Helfer tr\u00fcgen ungewollt dazu bei, die Menschen zu entm\u00fcndigen: \u00abSie wollen das Beste f\u00fcr sie, indem sie meinen zu wissen, was das Beste ist\u00bb, sagte K\u00fcnkel. Das f\u00fchre auf beiden Seiten zu Frustrationen. Die Asylsuchenden h\u00e4tten unter schwierigsten Bedingungen die Flucht aus ihren Heimatl\u00e4ndern organisiert. Jetzt brauchten sie die notwendige Starthilfe, um ihr Leben auch in Deutschland selbst in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt sei ein B\u00fcrokratieabbau, zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt, erl\u00e4uterte der Sozialexperte. Wesentlich sei dabei, die sozialen Standards zu wahren. \u00abWir m\u00fcssen auf jeden Fall verhindern, dass die Fl\u00fcchtlinge in eine Konkurrenzsituation zu anderen Benachteiligten geraten.\u00bb Das w\u00fcrde den sozialen Frieden erheblich beeintr\u00e4chtigen. Den Tarifpartnern werde daf\u00fcr ein h\u00f6chstes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t abverlangt &#8211; bei gleichzeitiger Bewahrung aller notwendigen Standards wie zum Beispiel dem Mindestlohn.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schl\u00fcssel sei die Bildung, bei der es nicht nur um Spracherwerb gehe, sondern auch um die Vermittlung von Freiheitsrechten. \u00abWer unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung \u00fcberhaupt nicht teilen kann, ist falsch in diesem Land\u00bb, betonte K\u00fcnkel. Religionsfreiheit oder auch die Gleichheit der Frau seien Errungenschaften, die nicht verhandelbar seien.<\/p>\n<p>Der Diakonievorsitzende hob hervor, dass die Investitionen in Fl\u00fcchtlinge auch \u00abein Motor f\u00fcr die Volkswirtschaft\u00bb seien. Als Beispiele nannte er Discounter, die Kleidungsindustrie oder leerstehende Immobilien, die wieder genutzt w\u00fcrden. \u00abDas sind enorme Triebfedern f\u00fcr weitere Ums\u00e4tze.\u00bb Mehr als drei Viertel dessen, was in die Menschen investiert werde, flie\u00dfe in den staatlichen Kreislauf zur\u00fcck: \u00abVon daher ist auch das Argument unsinnig, die Fl\u00fcchtlinge kosten zu viel.\u00bb<\/p>\n<p>Internet: www.diakonie-in-niedersachsen.de\/<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;epd-Gespr\u00e4ch: Ulrike Millhahn Hannover (epd). 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