{"id":3478,"date":"2016-01-08T08:36:00","date_gmt":"2016-01-08T07:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/migrationsforscher-fordert-debatte-ueber-sexismus-in-deutschland\/"},"modified":"2016-01-08T08:36:00","modified_gmt":"2016-01-08T07:36:00","slug":"migrationsforscher-fordert-debatte-ueber-sexismus-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/migrationsforscher-fordert-debatte-ueber-sexismus-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Migrationsforscher fordert Debatte \u00fcber Sexismus in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck\/K\u00f6ln (epd). In der Debatte um die \u00dcbergriffe auf Frauen an Silvester in K\u00f6ln warnt der Osnabr\u00fccker Migrationsforscher Jochen Oltmer vor pauschalen Zuweisungen. &quot;Wir haben offensichtlich grunds\u00e4tzlich ein Problem in der bundesdeutschen Gesellschaft, was Sexismus und die Bel\u00e4stigung von Frauen angeht&quot;, sagte der Professor der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dies zeigten Berichte, die es nach Bekanntwerden der Ereignisse von K\u00f6ln aus mehreren gro\u00dfe St\u00e4dten gegeben habe.<\/p>\n<p>Obwohl offenbar auch Asylsuchende unter den T\u00e4tern in K\u00f6ln gewesen seien, greife es zu kurz, etwa ausschlie\u00dflich \u00fcber das Frauenbild von Zuwanderern zu diskutieren. Die Fl\u00fcchtlinge seien alles andere als eine homogene Gruppe. &quot;Sie kommen aus sehr vielen verschiedenen L\u00e4ndern, sehr unterschiedlichen Bildungshintergr\u00fcnden und sozialen Situationen&quot;, betonte Oltmer. &quot;Es kann nicht davon gesprochen werden, dass religi\u00f6se Motive ein Frauenbild bef\u00f6rdern, das Gewalt rechtfertigt.&quot;<\/p>\n<p>Unter den Zuwanderern gebe es keine h\u00f6here Kriminalit\u00e4tsrate als in der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung, erl\u00e4uterte Oltmer. &quot;Allerdings haben junge M\u00e4nner eine deutlich h\u00f6here Kriminalit\u00e4tsrate als \u00e4ltere oder Frauen.&quot; Mit Blick auf K\u00f6ln forderte er deshalb generell mehr Sozialarbeit f\u00fcr junge M\u00e4nner in Deutschland. Die Angebote seien in den vergangenen Jahren zur\u00fcckgefahren worden, kritisierte er.<\/p>\n<p>In die Integration m\u00fcsse deutlich mehr investiert werden, betonte Oltmer. Dabei seien die 2005 eingef\u00fchrten Integrationskurse ein guter Ankn\u00fcpfungspunkt. Von ihnen gebe es aber noch viel zu wenige. &quot;Bisher kommt kaum ein 2015 angekommener Fl\u00fcchtling da hinein.&quot; Zudem m\u00fcssten die Kurse dringend ausgewertet werden. &quot;Wir m\u00fcssen gucken, wie sie heute funktionieren und aussehen m\u00fcssen.&quot;<\/p>\n<p>Die Vermittlung von Werten und Normen k\u00f6nne nicht verordnet werden, sondern sei ein Prozess, sagte der Migrationsexperte. Dazu seien vor allem auch Begegnungen im Alltag wichtig. Zudem m\u00fcsse immer wieder diskutiert werden, welche Werte die Gesellschaft eigentlich pr\u00e4gten. Die starke Zuwanderung im vergangenen Jahr habe viel in Bewegung gesetzt. &quot;Die Diskussionen, die jetzt laufen, sind ganz zentral, weil das Thema Migration in der Bundesrepublik lange Zeit keine Bedeutung hatte &#8211; trotz gro\u00dfer Zuwanderung.&quot;<\/p>\n<p>Manche Themen wie die Forderungen nach einem Verbot von Burka oder Vollverschleierung verdienten allerdings weniger Aufmerksamkeit. &quot;Das ist ein so vernachl\u00e4ssigbares Ph\u00e4nomen, dass wir nicht dar\u00fcber reden m\u00fcssen&quot;, unterstrich Oltmer. &quot;Solche Forderungen sind plakativ, aber nicht wirklich relevant.&quot;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck\/K\u00f6ln (epd). 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