{"id":3557,"date":"2016-01-27T09:28:00","date_gmt":"2016-01-27T08:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/begriffe-verschwimmen-medizinethiker-ruft-zur-wachsamkeit-bei-sterbehilfe-auf\/"},"modified":"2016-01-27T09:28:00","modified_gmt":"2016-01-27T08:28:00","slug":"begriffe-verschwimmen-medizinethiker-ruft-zur-wachsamkeit-bei-sterbehilfe-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/begriffe-verschwimmen-medizinethiker-ruft-zur-wachsamkeit-bei-sterbehilfe-auf\/","title":{"rendered":"&quot;Begriffe verschwimmen&quot; &#8211; Medizinethiker ruft zur Wachsamkeit bei Sterbehilfe auf"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Der Hamburger Medizinethiker und Psychologe Michael Wunder hat dazu aufgerufen, vor dem Hintergrund der Geschichte der NS-Euthanasie besonders wachsam mit Begriffen wie aktiver und passiver Sterbehilfe umzugehen. &quot;Die Begriffe verschwimmen&quot;, warnte der Leiter des Beratungszentrums der Evangelischen Stiftung Alsterdorf am Mittwochabend in einer zentralen Gedenkveranstaltung des Bremer Senats zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. &quot;Immer mehr Zust\u00e4nde des Lebens werden mit unertr\u00e4glichem Leiden gleichgesetzt.&quot; Wunder ist seit 2008 Mitglied des Deutschen Ethikrates.<\/p>\n<p>Wunder erg\u00e4nzte laut Redemanuskript, immer h\u00e4ufiger w\u00fcrden diese Leiden gleichgesetzt mit einem Leben, das &quot;abk\u00fcrzungsw\u00fcrdig&quot; sei mit den Mitteln einer t\u00f6tenden Medizin. Das treffe vor allem dann zu, wenn der etwa in einer Patientenverf\u00fcgung formulierte pers\u00f6nliche Wille durch einen mutma\u00dflichen Willen ersetzt werde bei Menschen, die sich nicht \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnten &#8211; etwa bei behinderten oder schwer kranken Erwachsenen und Kindern.&nbsp; Die Medizin m\u00fcsse vor einer Entwicklung bewahrt werden, die das Euthanasieren wie zu NS-Zeiten &quot;wieder als Bestandteil medizinischen Handelns ausweist&quot;.<\/p>\n<p>Um den Ruf nach aktiver Sterbehilfe ein f\u00fcr alle Mal zu stoppen, gingen strategische \u00dcberlegungen in den Debatten dahin, die passive Sterbehilfe weiter zu \u00f6ffnen und zu erweitern. Aber das funktioniere nicht: &quot;Wir werden in Zukunft auch bei einer bescheidenen heilenden Medizin, die nicht mehr alles macht, was gemacht werden kann, und einer \u00fcberall erreichbaren Palliativmedizin einen Anteil von etwa f\u00fcnf bis acht Prozent Menschen haben, die Suizidbeihilfe und auch aktive Sterbehilfe f\u00fcr sich fordern.&quot;<\/p>\n<p>In Bremen erinnert ein Mahnmal auf dem Gel\u00e4nde des Klinikums Ost an das Schicksal von Menschen mit k\u00f6rperlichen und psychischen Einschr\u00e4nkungen, die in der NS-Zeit get\u00f6tet oder zwangssterilisiert wurden. Die Nationalsozialisten deportierten aus der Hansestadt fast 1.000 Patienten in ausw\u00e4rtige Anstalten, von denen Wunder zufolge mehr als 70 Prozent starben. Am Anfang der T\u00f6tungen habe eine &quot;feine Verschiebung&quot; in der Grundeinstellung der \u00c4rzte gestanden: &quot;Es begann mit der Akzeptanz, dass es bestimmte Leben gibt, die nicht wert sind gelebt zu werden.&quot;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Der Hamburger Medizinethiker und Psychologe Michael Wunder hat dazu aufgerufen, vor dem Hintergrund der Geschichte der NS-Euthanasie besonders wachsam mit Begriffen wie aktiver und passiver Sterbehilfe umzugehen. &quot;Die Begriffe verschwimmen&quot;, warnte der Leiter des Beratungszentrums der Evangelischen Stiftung Alsterdorf am Mittwochabend in einer zentralen Gedenkveranstaltung des Bremer Senats zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. &quot;Immer mehr Zust\u00e4nde des Lebens werden mit unertr\u00e4glichem Leiden gleichgesetzt.&quot; Wunder ist seit 2008 Mitglied des Deutschen Ethikrates. Wunder erg\u00e4nzte laut Redemanuskript, immer h\u00e4ufiger w\u00fcrden diese Leiden gleichgesetzt mit einem Leben, das &quot;abk\u00fcrzungsw\u00fcrdig&quot; sei mit den Mitteln einer t\u00f6tenden Medizin. 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