{"id":3616,"date":"2016-01-31T08:34:00","date_gmt":"2016-01-31T07:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/gewalt-an-der-tagesordnung-drei-fragen-an-dine-fecht-von-der-auslandsarbeit-der-evangelischen-kirche\/"},"modified":"2016-01-31T08:34:00","modified_gmt":"2016-01-31T07:34:00","slug":"gewalt-an-der-tagesordnung-drei-fragen-an-dine-fecht-von-der-auslandsarbeit-der-evangelischen-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gewalt-an-der-tagesordnung-drei-fragen-an-dine-fecht-von-der-auslandsarbeit-der-evangelischen-kirche\/","title":{"rendered":"&quot;Gewalt an der Tagesordnung&quot; &#8211; Drei Fragen an Dine Fecht von der Auslandsarbeit der evangelischen Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Wenn im Ausland Deutsche bei Anschl\u00e4gen oder Naturkatastrophen verletzt oder get\u00f6tet werden, sind auch die deutschsprachigen evangelischen Gemeinden gefordert. Zuletzt war das zum Beispiel in Istanbul und Paris der Fall, wo auch deutsche Touristen unter den Opfern der Terroranschl\u00e4ge waren. Eine spezielle Schulung br\u00e4uchten die Pfarrerinnen und Pfarrer f\u00fcr solche Krisen aber nicht, sagt Dine Fecht, Leiterin der Abteilung Auslandsarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Schon bei den Bewerbungen werde auf Seelsorge-Ausbildungen und stabile Pers\u00f6nlichkeiten geachtet.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">epd:<\/span> Bei den Terroranschl\u00e4gen in Paris und Istanbul wurden auch Deutsche get\u00f6tet oder verletzt. In diesen Krisensituationen sind auch die Pfarrerrinnen und Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinden gefragt, sie leisten Seelsorge und sind Ansprechpartner f\u00fcr die deutschen Botschaften. Bietet die EKD-Auslandarbeit jetzt spezielle Schulungen f\u00fcr das richtige Agieren bei Terroranschl\u00e4gen an?<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Fecht:<\/span> Nein, das m\u00fcssen wir nicht. Die Frauen und M\u00e4nner, die wir f\u00fcr sechs Jahre in deutsche Gemeinden in aller Welt schicken, sind stabile Pers\u00f6nlichkeiten, keine Anf\u00e4nger. Sie m\u00fcssen grunds\u00e4tzlich in der Lage sein, auf au\u00dfergew\u00f6hnliche Situationen reagieren zu k\u00f6nnen. Und bei der Auswahl achten wir auf Seelsorgeausbildungen, weil es in Auslandsgemeinden auch ohne Terroranschl\u00e4ge gro\u00dfen Seelsorgebedarf gibt, zum Beispiel bei Auswanderern. Und viele haben Erfahrungen aus der Notfallseelsorge. <br \/><span style=\"font-weight: bold\"><br \/>epd:<\/span> Das hei\u00dft, es \u00e4ndert sich nichts f\u00fcr die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Ausland?<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Fecht:<\/span> Wir k\u00f6nnen nicht auf alles vorbereiten. Dass der Kollege in Phuket vor elf Jahren mit den Folgen des Tsunamis umgehen musste, das kann man vorher nicht ausbilden. Und f\u00fcr uns hier in Deutschland ist der Terror erst mit den Anschl\u00e4gen in Paris und Istanbul nahe ger\u00fcckt. Aber f\u00fcr die Entsandten, die zum Beispiel in Beirut, Jerusalem, Kairo oder Nigeria leben, ist Gewalt schon seit vielen Jahren an der Tagesordnung. So wurde ein deutscher Pfarrer in Johannesburg auf der Stra\u00dfe \u00fcberfallen. Und der Pfarrer in Kairo lebt in einem Haus mit W\u00e4chter davor. Deshalb haben wir vor einem Jahr unser Supervisions-Angebot erweitert. Nun k\u00f6nnen nicht nur Entsandte in akuten Krisen eine intensive professionelle Beratung in Anspruch nehmen, sondern auch die, die Gewalt erlebt haben oder Angst davor haben. Und generell gibt es einen engen Kontakt zu den Referenten der Auslandarbeit hier in Hannover. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">epd:<\/span> Finden sich denn gen\u00fcgend Frauen und M\u00e4nner f\u00fcr die rund 130 Auslandspfarrstellen?<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Fecht:<\/span> Wir haben weniger Bewerber als fr\u00fcher. Aber das liegt nicht an einer m\u00f6glichen Angst vor Anschl\u00e4gen. Sondern eher daran, dass wir fr\u00fcher einen Pfarrer\u00fcberschuss in Deutschland hatten. Au\u00dferdem ist die Mobilit\u00e4t geringer geworden, weil heute auch die Partnerinnen oder Partner weiter arbeiten und nicht sechs bis neun Jahre in ihrem Beruf aussetzen m\u00f6chten. Meist bekommen sie aber im Ausland keine Arbeitserlaubnis. Aber wir haben genug Bewerber. Derzeit laufen zum Beispiel die Gespr\u00e4che f\u00fcr die Pfarrstelle in Teheran, sogar dort haben wir f\u00fcnf Bewerber.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Wenn im Ausland Deutsche bei Anschl\u00e4gen oder Naturkatastrophen verletzt oder get\u00f6tet werden, sind auch die deutschsprachigen evangelischen Gemeinden gefordert. Zuletzt war das zum Beispiel in Istanbul und Paris der Fall, wo auch deutsche Touristen unter den Opfern der Terroranschl\u00e4ge waren. Eine spezielle Schulung br\u00e4uchten die Pfarrerinnen und Pfarrer f\u00fcr solche Krisen aber nicht, sagt Dine Fecht, Leiterin der Abteilung Auslandsarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Schon bei den Bewerbungen werde auf Seelsorge-Ausbildungen und stabile Pers\u00f6nlichkeiten geachtet. epd: Bei den Terroranschl\u00e4gen in Paris und Istanbul wurden auch Deutsche get\u00f6tet oder verletzt. 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