{"id":3650,"date":"2016-02-13T18:14:00","date_gmt":"2016-02-13T17:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/kirchen-koennen-nur-zusammen-etwas-erreichen\/"},"modified":"2016-02-13T18:14:00","modified_gmt":"2016-02-13T17:14:00","slug":"kirchen-koennen-nur-zusammen-etwas-erreichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirchen-koennen-nur-zusammen-etwas-erreichen\/","title":{"rendered":"Kirchen k\u00f6nnen nur zusammen etwas erreichen"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1966 treffen sich im Oldenburger Land Vertreter und Vertreterinnen der katholischen und evangelisch-lutherischen Kirche zum kollegialen Austausch. Vergleichbare Gespr\u00e4che hat es damals in Deutschland nicht gegeben. Bei den Treffen \u2013 \u00fcber achtzig gab es bisher \u2013 werden theologische Themen, aber auch gesellschaftspolitische Probleme besprochen. Mit einem \u00f6kumenischen Festgottesdienst in der Klosterkirche, den die Bisch\u00f6fe Dr. Felix Genn, Bischof Jan Janssen und Weihbischof Heinrich Timmerevers vor einigen Hundert Gl\u00e4ubigen zelebrierten, und einem Festakt im Foyer des Vechtaer Rathauses feierten die Kirchen am Samstag, 13. Februar, gemeinsam dieses Jubil\u00e4um. <\/p>\n<p>Als Erfolgsgeschichte und Segensgeschichte beschrieb Bischof Genn die Geschichte der Gespr\u00e4che. Er sei dankbar, dass die damaligen Bisch\u00f6fe nach Ende des II. Vatikanischen Konzils aufeinander zugegangen seien und sich \u201edurch alles Ger\u00f6ll, das sich im Laufe der Geschichte zwischen unseren Kirchen angesammelt hatte, einen Weg gebahnt haben.\u201c Der evangelische Bischof Gerhard Jacobi sei dabei auf seinen katholischen Amtsbruder Bischof Dr. Joseph H\u00f6ffner zugegangen. Er selbst, sagte Genn, habe sich auf die Begegnungen mit der oldenburgischen Kirche immer gefreut. \u201eSie waren geschwisterlich, geistlich, theologisch fundiert, wir lie\u00dfen einander teilnehmen an den Sorgen und Fragen, die uns gemeinsam bewegen.\u201c In diesen 50 Jahren sei wieder auf dem gemeinsamen Erbe aufgebaut worden, das 1.500 Jahre verbunden habe. <\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Hier finden Sie das Geistliche Wort von Bischof Dr. Felix Genn im Fomat PDF.<br \/><\/span><br \/>\n<br \/>\u201eBis heute erfreuen wir uns an ihren ersten Schritten, in deren Richtung wir weitergehen wollen und sollen!\u201c, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Jan Janssen, in seiner Predigt.<\/p>\n<p>\u201eMachen wir uns also weiterhin auf den Weg zueinander! Und gehen wir nicht mehr argw\u00f6hnisch und lauernd vor\u201c, ermunterte Bischof Janssen, \u201eSonst h\u00e4tten auch Bischof Jakobi, Kardinal H\u00f6ffner und Offizial Grafenhorst 1966 es gleich bleiben lassen k\u00f6nnen. Wenn wir uns gegenseitig dieses Heil Gottes zusprechen, vor allem aber dieses Heil jeweils zutrauen und zugestehen, dann ist die \u00d6kumene auf dem Weg, auf den Jesus seine Mitarbeitenden sendet\u201c, so Janssen.<\/p>\n<p>Die \u00d6kumene sei nicht nur auf \u201edie leichte Schulter der Machbarkeit zu nehmen\u201c, mahnte der evangelische Bischof. Und den Dialogpartnern sei wohl bewusst, \u201ewas wir einander an Schaden oder Spott angetan haben, an Verachtung oder Verwerfung, und wie schmerzhaft die Abgrenzung zwischen den Gemeinden oder in Familien h\u00e4ufig war, wenn zwei Menschen liebend, jedoch eben konfessions\u00fcbergreifend zueinander fanden.\u201c Heute sei es wohltuend, \u201ewenn wir auch als Kirchen in den F\u00fcrbitten an den Dienst der anderen und ihre Mitarbeit am Reich Gottes denken!\u201c So eine \u00f6kumenische Ernte brauche die Arbeitsteilung, betonte Janssen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Hier finden Sie weitere Informationen zur Predigt von Bischof Jan Janssen sowie den vollen Wortlaut seiner Predigt im Format PDF.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">In erstaunlich kurzer Zeit wurden 500 Jahre Trennung, Misstrauen und Schweigen \u00fcberwunden <br \/><\/span>Beim anschlie\u00dfenden Festakt w\u00fcrdigte Oberkirchenrat i.R. Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer den Verlauf der \u00d6kumene. \u201eWir stehen einander nicht nur mit aufrichtiger, menschlicher Hochachtung gegen\u00fcber, sondern danken Gott daf\u00fcr, dass wir einander als Schwestern und Br\u00fcder begegnen k\u00f6nnen\u201c, lautete sein Fazit. Zwar habe es zu Beginn der Gespr\u00e4che drei Jahre ben\u00f6tigt, um das gegenseitige Vertrauen so weit zu vertiefen, dass die am Dialog Beteiligten 1970 in einem \u00f6ffentlichen Gottesdienst miteinander beten konnten, \u201edoch sollten wir bedenken, dass 500 Jahre Trennung, Misstrauen und Schweigen in erstaunlich kurzer Zeit \u00fcberwunden worden sind\u201c, betonte Sch\u00e4fer, der von 1971 bis 1994 selbst an den Gespr\u00e4chen teilgenommen hatte. <\/p>\n<p>Was bei der gegenseitigen Anerkennung der Taufe schnell gelungen war, habe beim Sakrament der Eucharistie oder des Abendmahls noch nicht vollendet werden k\u00f6nnen. Bei den Gespr\u00e4chen sei es u.a. um die Beratungsstelle f\u00fcr Ehe-, Familien- und Lebensfragen gegangen, um kirchensoziologische Umfragen \u00fcber die Stabilit\u00e4t der Kirche, um Friedensbewegung, Tod und Sterbehilfe, das Kruzifixurteil des Bundesverfassungsgerichtes oder um konfessionellen Religionsunterricht. \u00dcberall sei klar geworden: \u201eWenn wir Volkskirchen bleiben wollen, dann nur gemeinsam\u201c, sagte Sch\u00e4fer.<\/p>\n<p>Hier finden Sie weitere Informationen zum Festvortrag von OKR i.R. Rolf Sch\u00e4fer sowie den vollen Wortlaut des Festvortrags im Format PDF.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Podiumsdiskussion zum Thema \u00d6kumene<br \/><\/span>Dass die Kirchen nur gemeinsam etwas erreichen k\u00f6nnen, best\u00e4tigten auch Pr\u00e4lat Dr. Karl J\u00fcsten, Leiter des Kommissariats der deutschen Bisch\u00f6fe in Berlin, und Pr\u00e4lat Dr. Martin Dutzmann, Bevollm\u00e4chtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europ\u00e4ischen Union. Die Beteiligungsm\u00f6glichkeit der Kirche an der Politik sei unterschiedlich, erl\u00e4uterte Dutzmann, der wie J\u00fcsten an der Schnittstelle zwischen Politik und Kirche arbeitet. <\/p>\n<p>Beim Thema der begleiteten Sterbehilfe h\u00e4tten die Kirchen ihre Positionen gut einbringen k\u00f6nnen, bei der Fl\u00fcchtlingsthematik w\u00fcrden sie kaum geh\u00f6rt. Doch sie w\u00fcrden in vielen Themen eng zusammen arbeiten wie z.B. bei nachhaltiger Landwirtschaft, TTIP, Finanzen, Gespr\u00e4chen mit Ostkirchen und islamischen Gruppen oder Positionen zum Krieg in Syrien und im Irak. Wollten die Kirchen in der gro\u00dfen Politik mit ihren Ansichten geh\u00f6rt werden, gehe es nur gemeinsam. Das werde von der Politik auch erwartet, machte J\u00fcsten klar. Moderiert wurde die Diskussion von Pfarrerin Martina Rambusch-Nowak, Leiterin des Evangelischen Bildungshauses Rastede, und Dominik Blum vom Bisch\u00f6flich M\u00fcnsterschen Offizialat.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1966 treffen sich im Oldenburger Land Vertreter und Vertreterinnen der katholischen und evangelisch-lutherischen Kirche zum kollegialen Austausch. Vergleichbare Gespr\u00e4che hat es damals in Deutschland nicht gegeben. 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