{"id":3651,"date":"2016-02-13T17:32:00","date_gmt":"2016-02-13T16:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/in-erstaunlich-kurzer-zeit-wurden-500-jahre-trennung-misstrauen-und-schweigen-ueberwunden\/"},"modified":"2016-02-13T17:32:00","modified_gmt":"2016-02-13T16:32:00","slug":"in-erstaunlich-kurzer-zeit-wurden-500-jahre-trennung-misstrauen-und-schweigen-ueberwunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/in-erstaunlich-kurzer-zeit-wurden-500-jahre-trennung-misstrauen-und-schweigen-ueberwunden\/","title":{"rendered":"In erstaunlich kurzer Zeit wurden 500 Jahre Trennung, Misstrauen und Schweigen \u00fcberwunden"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir stehen einander nicht nur mit aufrichtiger, menschlicher Hochachtung gegen\u00fcber, sondern danken Gott daf\u00fcr, dass wir einander als Schwestern und Br\u00fcder begegnen k\u00f6nnen\u201c, so lautet das Fazit von OKR i.R. Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer mit Blick 50 Jahre Oldenburger \u00d6kumenische Gespr\u00e4che. \u201eIn Dankbarkeit blicken wir heute zur\u00fcck auf 50 Jahre Oldenburger \u00d6kumenische Gespr\u00e4che\u201c, w\u00fcrdigte Sch\u00e4fer in seinem Festvortrag am Samstag, 13. Februar, im Vechtaer Rathaus den \u00e4ltesten \u00f6kumenischen Arbeitskreis auf Kirchenleitungsebene in der Bundesrepublik, der 1966 ins Leben gerufen worden war. <\/p>\n<p>Zwar habe es zu Beginn der Gespr\u00e4che drei Jahre ben\u00f6tigt, um das gegenseitige Vertrauen so weit zu vertiefen, dass die am Dialog Beteiligten in einem \u00f6ffentlichen Gottesdienst miteinander beten konnten (1970), \u201edoch sollten wir bedenken, dass 500 Jahre Trennung, Misstrauen und Schweigen in erstaunlich kurzer Zeit \u00fcberwunden worden sind\u201c, so Sch\u00e4fer, der von 1971 bis 1994 selbst an den Gespr\u00e4chen teilgenommen hatte. Von 1971 bis zu seiner Pensionierung 1994 war Sch\u00e4fer theologisches Mitglied des Oberkirchenrats der oldenburgischen Kirche, seit 1981 zugleich Stellvertreter des Bischofs.<\/p>\n<p>Dass Feindseligkeiten und K\u00e4mpfe zwischen evangelischer und katholischer Kirche dem Gespr\u00e4ch Platz gemacht h\u00e4tten, sei ohne Zweifel dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) zu verdanken, das mit seinem \u00d6kumenismusdekret von 1964 dem Verh\u00e4ltnis der r\u00f6misch-katholischen Kirche zu den andern Kirchen eine v\u00f6llig neue Grundlage verschafft habe, so Sch\u00e4fer. Noch im Februar 1965 habe der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den Gliedkirchen empfohlen, eigene Katholika-Arbeitskreise zu bilden, um strittigen Themen nachzugehen. Wenige Tage sp\u00e4ter habe dann der Oldenburger Bischof Gerhard Jacobi an Bischof Joseph H\u00f6ffner (M\u00fcnster) geschrieben und zum Gespr\u00e4ch eingeladen. Nur eine Woche sp\u00e4ter sei der Brief von Bischof H\u00f6ffner beantwortet und der Vorschlag begr\u00fc\u00dft worden.<\/p>\n<p>Am 8. Januar 1966 kam es dann zum ersten Oldenburger \u00d6kumenischen Gespr\u00e4ch mit Vertretern beider Kirchen im Offizialat Vechta. \u00dcber 80 Mal hat dieses Treffen inzwischen stattgefunden, jahrzehntelang zweimal im Jahr, sp\u00e4ter im j\u00e4hrlichen Rhythmus.<\/p>\n<p>In Folge dieses ersten Treffens wurden katholischerseits alle evangelischen Taufen als g\u00fcltig anerkannt, die nach der \u201eOrdnung der Kindertaufe\u201c bzw. der anerkannten Agende der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg gespendet worden waren. Bis dahin war im Oldenburger M\u00fcnsterland die sogenannte Konditionaltaufe praktiziert worden. Beim \u00dcbertritt eines Glieds der evangelischen Kirche wurde die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit einer g\u00fcltigen Taufe bezweifelt und deshalb nachgetauft. Die seit 50 Jahren geltende zwischenkirchliche Vereinbarung zur Anerkennung der Taufe habe viel zur gegenseitigen Vertrauensbildung beigetragen, sagte Sch\u00e4fer.<\/p>\n<p>Was beim Sakrament der Taufe gelungen sei, habe aber beim Sakrament der Eucharistie oder des Abendmahls nicht vollendet werden k\u00f6nnen, betonte Sch\u00e4fer. Trotz aller Bem\u00fchungen in den folgenden Jahren sei eine Einigung \u00fcber das Wesen der Ordination \u2013 ein zentraler Aspekt im Blick einen Konsens \u2013 nicht zu erzielen gewesen. <\/p>\n<p>Im Rahmen der Oldenburger \u00d6kumenischen Gespr\u00e4che seien \u00fcber Jahre an den Vormittagen der Zusammenk\u00fcnfte die klassischen theologischen Themen ausgelotet worden. An den Nachmittagen sei dazu \u00fcbergegangen worden, sich die beiderseitigen konkreten Sorgen zu erz\u00e4hlen. \u201eDabei verschwiegen wir auch nicht, wie wir sie mit Erfolg oder auch erfolglos zu bew\u00e4ltigen suchten\u201c, so Sch\u00e4fer. In diesen Gespr\u00e4chen sei es um die Beratungsstelle f\u00fcr Ehe-, Familien- und Lebensfragen gegangen wie auch um kirchensoziologische Umfragen \u00fcber die Stabilit\u00e4t der Kirche, Friedensbewegung, Tod und Sterbehilfe, das Kruzifixurteil des Bundesverfassungsgerichtes und andere Themen. \u201eDer Austausch \u00fcber solche Fragen hatte nicht nur das Ergebnis, dass geteiltes Leid halbes Leid ist. Vielmehr bahnten sich an einzelnen Punkten Wege an, die in die Zukunft f\u00fchrten.\u201c \u00dcberall sei klar geworden: \u201eWenn wir Volkskirchen bleiben wollen, dann nur gemeinsam\u201c, so Sch\u00e4fer.<\/p>\n<p>Als ein Beispiel benannte Sch\u00e4fer den konfessionellen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach an allgemein- und berufsbildenden Schulen, der zu den schwierigsten Aufgaben im Bereich von Kirche und Gesellschaft geh\u00f6re. Hier habe sich der Schulterschluss von Offizialat und Oberkirchenrat bew\u00e4hrt, die gemeinsam zu j\u00e4hrlichen \u00f6kumenischen Konferenzen der evangelischen und katholischen Schulaufsichtsbeamten im Blockhaus Ahlhorn oder in der Heimvolkshochschule Stapelfeld eingeladen h\u00e4tten. \u201eAuf diesem Boden erwuchs dann die M\u00f6glichkeit des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts, der in der Grundschule und im berufsbildenden Schulwesen den Religionsunterricht erheblich erleichterten\u201c, so Sch\u00e4fer.<\/p>\n<p>Ein zweites Praxisfeld, auf dem die \u00d6kumene langsam, aber kontinuierlich gef\u00f6rdert werde, ist laut Sch\u00e4fer die Feier \u00f6kumenischer Gottesdienst. Hierzu geh\u00f6rten auch \u201edie von niemand gez\u00e4hlten Taufen, Konfirmationen oder Erstkommunionen, Trauungen oder Beerdigungen, wobei es angesichts der Konfessionsmischung in den Familien ohne gemeinsames H\u00f6ren und Beten gar nicht geht.\u201c<br \/>\n<span style=\"font-style: italic\"><br \/><\/span><br \/>\n<span style=\"font-style: italic\">Hier finden Sie den vollen Wortlaut des Festvortrags von OKR i.R. Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer im Format PDF.<\/p>\n<p><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir stehen einander nicht nur mit aufrichtiger, menschlicher Hochachtung gegen\u00fcber, sondern danken Gott daf\u00fcr, dass wir einander als Schwestern und Br\u00fcder begegnen k\u00f6nnen\u201c, so lautet das Fazit von OKR i.R. Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer mit Blick 50 Jahre Oldenburger \u00d6kumenische Gespr\u00e4che. \u201eIn Dankbarkeit blicken wir heute zur\u00fcck auf 50 Jahre Oldenburger \u00d6kumenische Gespr\u00e4che\u201c, w\u00fcrdigte Sch\u00e4fer in seinem Festvortrag am Samstag, 13. Februar, im Vechtaer Rathaus den \u00e4ltesten \u00f6kumenischen Arbeitskreis auf Kirchenleitungsebene in der Bundesrepublik, der 1966 ins Leben gerufen worden war. Zwar habe es zu Beginn der Gespr\u00e4che drei Jahre ben\u00f6tigt, um das gegenseitige Vertrauen so weit zu vertiefen, dass&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-3651","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3651","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3651"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3651\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3651"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}