{"id":3709,"date":"2016-02-17T08:28:00","date_gmt":"2016-02-17T07:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/fluechtlinge-wenn-geruechte-hoffnung-auf-ein-besseres-leben-machen\/"},"modified":"2016-02-17T08:28:00","modified_gmt":"2016-02-17T07:28:00","slug":"fluechtlinge-wenn-geruechte-hoffnung-auf-ein-besseres-leben-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/fluechtlinge-wenn-geruechte-hoffnung-auf-ein-besseres-leben-machen\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge: Wenn Ger\u00fcchte Hoffnung auf ein besseres Leben machen"},"content":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck (epd). In Deutschland sollen Fl\u00fcchtlinge Anspruch auf ein Gehalt haben. \u00c4gyptische Staatsb\u00fcrger mit Studienabschluss sollen kein Visum mehr f\u00fcr die Bundesrepublik ben\u00f6tigen. Oder: Jedem Fl\u00fcchtling soll in Deutschland ein Haus zustehen. Solche Ger\u00fcchte machen in einigen L\u00e4ndern, zum Beispiel in Nordafrika, die Runde. <\/p>\n<p>&quot;Fl\u00fcchtlinge haben eine mythische Vorstellung von Europa&quot;, sagt Melita Sunjic. Sie baut f\u00fcr das UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk UNHCR eine Abteilung auf, die Fl\u00fcchtlinge vor der Flucht \u00fcber die Situation in Europa informieren soll. Die allermeisten seien in keiner Weise auf die Realit\u00e4t vorbereitet, erl\u00e4utert Sunjic. Ger\u00fcchte \u00fcber Asylpolitik h\u00e4tten eine lange Tradition: &quot;Menschen, die verzweifelt sind, sind bereit, diese Ger\u00fcchte zu glauben&quot;, sagt Sunjic. &quot;Sie wollen nichts von Problemen einer Flucht h\u00f6ren, deshalb sind Ger\u00fcchte f\u00fcr sie so attraktiv.&quot; Durch soziale Netzwerke verbreiteten sich die Ger\u00fcchte nun viel schneller. <\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlinge informierten sich aus zwei Quellen \u00fcber das Zielland ihrer Flucht, berichtet Sunjic. Informationen stammten zum einen von Schleusern. Wichtig seien zum anderen Kontakte zu Verwandten, die bereits nach Europa geflohen sein. Diese st\u00fcnden in der Heimat unter enormem Druck. Deshalb erz\u00e4hlten viele L\u00fcgen &#8211; auch wenn es ihnen sehr schlecht gehe, sagt Sunjic. <\/p>\n<p>Die deutschen Beh\u00f6rden reagieren mit Informationskampagnen auf die Ger\u00fcchte und Falschinformationen. Carsten Wieland leitet das Deutschland-Zentrum in Kairo. Diese Zentren haben die Aufgabe, \u00fcber Deutschland zu informieren und f\u00fcr deutsche Positionen zu werben, hei\u00dft es auf der Homepage des Ausw\u00e4rtigen Amtes. Asyl-Ger\u00fcchte verbreiteten sich haupts\u00e4chlich \u00fcber Facebook: &quot;Sie werden vielfach geteilt&quot;, sagt Wieland. &quot;Au\u00dferdem gibt es einschl\u00e4gige Gruppen, in denen sich Informationen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge finden, darunter Wahrheiten und Ger\u00fcchte unerkennbar nebeneinander.&quot;<\/p>\n<p>Wer hinter Ger\u00fcchten steht, sei schwer zu ermitteln, erl\u00e4utern die Experten. &quot;Wir stellen fest, dass Ger\u00fcchte \u00fcber die deutsche Fl\u00fcchtlingspolitik oft gezielt gestreut werden. Damit wird das Ziel verfolgt, Menschen mit falschen Versprechungen anzulocken&quot;, sagt Wieland. Es liege sehr nahe, dass Menschen solche Ger\u00fcchte streuen, die mit Fl\u00fcchtlingen Gesch\u00e4fte machen wollen, zum Beispiel Schleuser. Das Deutschland-Zentrum Kairo hat unter anderem eine \u00dcbersicht mit Fakten zusammengetragen, mit der es Ger\u00fcchten widerspricht. &quot;Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu vermitteln und darzustellen, wie die Wirklichkeit in Deutschland momentan aussieht&quot;, erl\u00e4utert Wieland. <\/p>\n<p>Auch in anderen Regionen sind deutsche Beh\u00f6rden aktiv. Das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge kommuniziert nach Angaben des Bundesinnenministeriums insbesondere im Westbalkan. Ziel sei, die Zahl der aussichtslosen Asylantr\u00e4ge aus der Region zu reduzieren, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Zu den Ma\u00dfnahmen geh\u00f6rten unter anderem Facebook-Anzeigen in Albanien und Serbien in den Landessprachen. In Afghanistan ist das Ausw\u00e4rtige Amt mit der Kampagne &quot;Rumours About Germany&quot; (&quot;Ger\u00fcchte \u00fcber Deutschland&quot;) aktiv. Dazu geh\u00f6ren unter anderem eine Plakataktion und ein Informationsportal. <\/p>\n<p>Der Migrationsforscher Andreas Pott ist skeptisch, ob diese Kampagnen viel bewirken k\u00f6nnen. Ger\u00fcchte und Bilder von bestimmten L\u00e4ndern oder Regionen k\u00f6nnten f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge eine gewisse Rolle bei der Entscheidung spielen, wohin sie fliehen: &quot;Aber man darf die Bedeutung nicht \u00fcbersch\u00e4tzen &#8211; das ist nur ein Faktor unter vielen&quot;, sagt der Direktor des Instituts f\u00fcr Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck. &quot;Fl\u00fcchtlinge haben gewichtige Gr\u00fcnde, warum sie ihre Heimat verlassen, beispielsweise weil dort Krieg herrscht.&quot; Man solle Aufkl\u00e4rungskampagnen nicht mit der Hoffnung verbinden, Fluchtbewegungen unmittelbar zu beeinflussen.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck (epd). In Deutschland sollen Fl\u00fcchtlinge Anspruch auf ein Gehalt haben. \u00c4gyptische Staatsb\u00fcrger mit Studienabschluss sollen kein Visum mehr f\u00fcr die Bundesrepublik ben\u00f6tigen. Oder: Jedem Fl\u00fcchtling soll in Deutschland ein Haus zustehen. Solche Ger\u00fcchte machen in einigen L\u00e4ndern, zum Beispiel in Nordafrika, die Runde. &quot;Fl\u00fcchtlinge haben eine mythische Vorstellung von Europa&quot;, sagt Melita Sunjic. Sie baut f\u00fcr das UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk UNHCR eine Abteilung auf, die Fl\u00fcchtlinge vor der Flucht \u00fcber die Situation in Europa informieren soll. Die allermeisten seien in keiner Weise auf die Realit\u00e4t vorbereitet, erl\u00e4utert Sunjic. 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