{"id":3736,"date":"2016-02-26T08:20:00","date_gmt":"2016-02-26T07:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/toleranz-ohne-beliebigkeit\/"},"modified":"2016-02-26T08:20:00","modified_gmt":"2016-02-26T07:20:00","slug":"toleranz-ohne-beliebigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/toleranz-ohne-beliebigkeit\/","title":{"rendered":"Toleranz ohne Beliebigkeit"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDer Umgang mit Vielfalt ist die wesentliche Frage f\u00fcr unser Land. Entweder es gelingt oder wir gehen auf schwierige Zeiten zu\u201c, so deutlich formulierte Nikolaus Schneider bei seinem Besuch in Delmenhorst die Bedeutung seines Vortragsthemas. Der fr\u00fchere EKD-Ratspr\u00e4sident sprach \u00fcber \u201eVielfalt und Zusammenhalt &#8211; was ist wichtig in einer pluralen Gesellschaft?\u201c <\/p>\n<p>So unterschiedlich seien die Menschen in Deutschland wohl noch nie gewesen, umriss Schneider die Herausforderung. Wichtig seien daher nun Respekt, Akzeptanz und Toleranz. Derzeit sehe er das solidarische Miteinander in Deutschland und Europa gef\u00e4hrdet, warnte er. Doch gleichzeitig erlebe er eine gro\u00dfartige Hilfsbereitschaft, die er so nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. <\/p>\n<p>Die Herausforderung, vor der Deutschland und Europa durch die Fl\u00fcchtlingszahlen stehen, ist f\u00fcr Schneider unbestritten. Und nach den Grenzen der Belastbarkeit zu fragen, ist f\u00fcr ihn legitim, machte er vor dem Publikum in der Stadtkirche deutlich. Doch er erkl\u00e4rte auch: \u201eWir k\u00f6nnten die Herausforderung durchaus l\u00f6sen, w\u00e4re die Europ\u00e4ische Union bereit, sich diesem Thema solidarisch zu stellen.\u201c Doch diese Solidarit\u00e4t gibt es derzeit nicht. Vielmehr bef\u00fcrchtet Schneider, dass die EU vom Zerfall bedroht sei.<\/p>\n<p>So ernst Schneider konkrete Bedenken bei der Bew\u00e4ltigung der Situation nimmt, so deutlich wendete er sich gegen \u00fcbertriebene Stimmungsmache. \u201eWir k\u00f6nnen nicht davon sprechen, dass unser Land im Chaos versinkt\u201c. Erschrocken nehme er aber wahr, dass sich in Deutschland ein neuer Rechtsextremismus ausbreite, sagte Schneider. Und dieser reiche auch bis in manche Kirchengemeinde hinein.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein gelingendes Zusammenleben fordert Schneider eine \u201eNachhaltige Respekt-Toleranz\u201c. Diese sei zwar anstrengend, aber notwendig. \u201eWir brauchen verbindliche Grundlagen f\u00fcr die Toleranz, damit wir diese nicht mit Beliebigkeit verwechseln\u201c, machte er deutlich. Diese Grundlage sei das Grundgesetz. Und da wo gegen diese Grundlage versto\u00dfen werde, liegen auch die Grenzen der Toleranz. Sowohl im Bezug auf Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie als auch bei Straftaten von Fl\u00fcchtlingen. F\u00fcr Schneider sind alle Christen zum Widerstand gegen jede Form des Rassismus aufgerufen. Es d\u00fcrfe auch gegen\u00fcber Mitl\u00e4ufern kein verharmlosendes Verst\u00e4ndnis geben, denn diese erm\u00f6glichten erst die Taten der anderen. <\/p>\n<p>Die Solidarit\u00e4t mit Fremden und Fl\u00fcchtlingen begr\u00fcndet sich f\u00fcr Schneider klar in der Bibel. Jede Form von Fremdenfeindlichkeit verletzte die Gleichheit aller Menschen vor Gott. Und er betonte: Glaubensgewissheit gehe dabei mit Toleranz einher. Denn wer sich seines Glaubens sicher sei, k\u00f6nne den Pluralismus als Chance sehen, ohne sich durch eine andere Religion oder Kultur bedroht zu f\u00fchlen. Glaubensgewissheit bedeute aber nicht, die Religion keiner kritischen Hinterfragung mehr zu unterziehen. Sonst werde Religion zum N\u00e4hrboden von Intoleranz. Diese kritische Hinterfragung brauche auch der Islam. Deshalb sei es so wichtig, dass auch an deutschen Universit\u00e4ten Islamwissenschaftler t\u00e4tig sind.&nbsp; \u201eDie islamisch gepr\u00e4gten Fl\u00fcchtlinge werden unser Land ver\u00e4ndern\u201c, machte Schneider deutlich. Wichtig sei, dass dabei das Grundgesetz geachtet werde. Besonders Augenmerk m\u00fcsse auf den Antisemitismus gerichtet werden, den viele Fl\u00fcchtlinge mit in unser Land bringen. \u201eWir m\u00fcssen ihnen erz\u00e4hlen, was in unserer Geschichte passiert ist und das wir in diesem Punkt intolerant sind\u201c, machte Schneider deutlich. Schneider w\u00fcnschte sich zum Abschluss seines Vortrages, die vorhandenen Probleme mit der Einstellung anzugehen \u201eWir k\u00f6nnen das schaffen\u201c und bekam daf\u00fcr von den Zuh\u00f6rern gro\u00dfen Applaus.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend stellte sich Schneider den Fragen der knapp 100 Zuh\u00f6rer. Von der Kritik an deutschen Waffenlieferungen, \u00fcber fehlende Deutschkenntnisse bei Imamen und die Vermittlung von Toleranz wurden dabei zahlreiche Fragen zu dem komplexen Themenbereich Vielfalt und Zusammenhalt sowie der aktuelle Fl\u00fcchtlingssituation ber\u00fchrt. Pastor Thomas Meyer von der Stadtkirche machte deutlich: \u201eDies ist ein Thema, das unsere Stadt besch\u00e4ftigt.\u201c Immerhin haben in Delmenhorst 27 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund. <br \/><span style=\"font-style: italic\">Kerstin Kempermann<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Umgang mit Vielfalt ist die wesentliche Frage f\u00fcr unser Land. Entweder es gelingt oder wir gehen auf schwierige Zeiten zu\u201c, so deutlich formulierte Nikolaus Schneider bei seinem Besuch in Delmenhorst die Bedeutung seines Vortragsthemas. 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