{"id":3768,"date":"2016-03-06T08:29:00","date_gmt":"2016-03-06T07:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/gauck-warnt-bei-woche-der-bruederlichkeit-vor-auslaenderhass\/"},"modified":"2016-03-06T08:29:00","modified_gmt":"2016-03-06T07:29:00","slug":"gauck-warnt-bei-woche-der-bruederlichkeit-vor-auslaenderhass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gauck-warnt-bei-woche-der-bruederlichkeit-vor-auslaenderhass\/","title":{"rendered":"Gauck warnt bei \u00abWoche der Br\u00fcderlichkeit\u00bb vor Ausl\u00e4nderhass"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1952 ruft die \u00abWoche der Br\u00fcderlichkeit\u00bb zu einem besseren Verst\u00e4ndnis von Juden und Christen auf. Zum Auftakt warnten in diesem Jahr viele Redner vor neuer Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.<\/p>\n<p>Hannover (epd). Mit einem Appell gegen Ausl\u00e4nderhass und Rechtsextremismus hat Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck am Sonntag in Hannover die \u00abWoche der Br\u00fcderlichkeit\u00bb er\u00f6ffnet. \u00abWer glaubt, das christliche Abendland mit der Herabsetzung Anderer, mit Ausgrenzung Andersgl\u00e4ubiger, mit Hassparolen oder gar S\u00e4uberungsfantasien verteidigen zu sollen, hat es schon verraten\u00bb, sagte Gauck. Gleichzeitig wandte er sich entschieden gegen Gewalt und Mord im Namen einer Religion.<\/p>\n<p>Bei der Feierstunde im Theater am Aegi wurde zugleich der j\u00fcdische Erziehungswissenschaftler und Publizist Micha Brumlik aus Berlin mit der Buber-Rosenzweig-Medaille der Gesellschaften f\u00fcr Christlich-J\u00fcdische Zusammenarbeit ausgezeichnet. W\u00e4hrend der \u00abWoche der Br\u00fcderlichkeit\u00bb finden bundesweit Veranstaltungen zur Verst\u00e4ndigung zwischen Juden und Christen statt.<\/p>\n<p>Unter gro\u00dfem Beifall betonte Gauck, ein klares Profil und entschiedenes Bekenntnis zur eigenen Tradition, Kultur und Religion seien \u00abvollkommen in Ordnung\u00bb. Aber die wachsende Unbarmherzigkeit von selbst ernannten Verteidigern des christlichen Abendlandes, die sich l\u00e4ngst nicht mehr nur verbal \u00e4u\u00dfere, \u00abk\u00f6nnen wir nicht akzeptieren\u00bb, sagte der Bundespr\u00e4sident vor rund 1.000 Festg\u00e4sten. Er \u00e4u\u00dferte die Hoffnung, dass beim Dialog zwischen Christen und Juden zunehmend auch muslimische Gespr\u00e4chspartner einbezogen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>In ihrer Laudatio auf den Preistr\u00e4ger Micha Brumlik w\u00fcrdigte die evangelische Theologin Margot K\u00e4\u00dfmann den jahrzehntelangen Einsatz des 68-J\u00e4hrigen f\u00fcr eine Verst\u00e4ndigung zwischen Juden und Christen. Brumlik sei wie ein \u00abSeismograph f\u00fcr die Suche nach j\u00fcdischer Identit\u00e4t in Deutschland nach der Schoah\u00bb. Als unerm\u00fcdlicher Mahner und streitbarer Querdenker habe er auch mit unbequemen \u00c4u\u00dferungen dazu beigetragen, die j\u00fcdische Position in der deutschen Mehrheitsgesellschaft sprachf\u00e4hig zu machen.<\/p>\n<p>Auch mit Kritik an den Kirchen habe er nicht gespart. \u00abWenn allzu viele allzu schnell vergessen, legt Brumlik den Finger in die Wunde\u00bb, betonte die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) f\u00fcr das Reformationsjubil\u00e4um 2017. Bei alldem habe Brumlik j\u00fcdisches Denken und Handeln f\u00fcr Christen zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p>Brumlik warnte bei der Preisverleihung vor einem Einzug rechtspopulistischer Parteien in deutsche Parlamente: \u00abWir m\u00fcssen alle zivilgesellschaftlichen Kr\u00e4fte aufbieten, damit diese Kr\u00e4fte so schwach wie m\u00f6glich bleiben.\u00bb Auch d\u00fcrfe das j\u00fcdisch-christliche Gespr\u00e4ch kein Thema bleiben, das nur seine Generation ber\u00fchre: \u00abWir sollten alles daf\u00fcr tun, um j\u00fcngere Menschen daf\u00fcr zu gewinnen.\u00bb Brumlik wurde 1947 im schweizerischen Davos geboren und lehrte als Professor f\u00fcr Erziehungswissenschaft in Hamburg, Heidelberg, Frankfurt\/Main und Berlin.<\/p>\n<p>Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil (SPD) warnte vor einer neuen Art von Fremdenfeindlichkeit. In vielen F\u00e4llen mischten sich Ausl\u00e4nderhass und Antisemitismus \u00abzu einem gef\u00e4hrlichen Gebr\u00e4u\u00bb. Allerdings d\u00fcrfe es keine Toleranz gegen\u00fcber einem importierten Antisemitismus kommen, mahnte Weil mit Blick auf zugewanderte Muslime: \u00abAntisemitismus ist immer falsch, egal wann, wo und wie er sich \u00e4u\u00dfert.\u00bb<\/p>\n<p>Die \u00abWoche der Br\u00fcderlichkeit\u00bb wird seit 1952 jedes Jahr von den rund 85 Gesellschaften f\u00fcr Christlich-J\u00fcdische Zusammenarbeit in Deutschland veranstaltet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto \u00abUm Gottes Willen\u00bb. Die undotierte Buber-Rosenzweig-Medaille erinnert an die j\u00fcdischen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929).<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1952 ruft die \u00abWoche der Br\u00fcderlichkeit\u00bb zu einem besseren Verst\u00e4ndnis von Juden und Christen auf. Zum Auftakt warnten in diesem Jahr viele Redner vor neuer Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Hannover (epd). Mit einem Appell gegen Ausl\u00e4nderhass und Rechtsextremismus hat Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck am Sonntag in Hannover die \u00abWoche der Br\u00fcderlichkeit\u00bb er\u00f6ffnet. \u00abWer glaubt, das christliche Abendland mit der Herabsetzung Anderer, mit Ausgrenzung Andersgl\u00e4ubiger, mit Hassparolen oder gar S\u00e4uberungsfantasien verteidigen zu sollen, hat es schon verraten\u00bb, sagte Gauck. Gleichzeitig wandte er sich entschieden gegen Gewalt und Mord im Namen einer Religion. Bei der Feierstunde im Theater am Aegi wurde zugleich der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-3768","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3768\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}