{"id":3814,"date":"2016-03-11T10:19:00","date_gmt":"2016-03-11T09:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wo-kaufen-wir-jetzt-ein\/"},"modified":"2016-03-11T10:19:00","modified_gmt":"2016-03-11T09:19:00","slug":"wo-kaufen-wir-jetzt-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wo-kaufen-wir-jetzt-ein\/","title":{"rendered":"\u201eWo kaufen wir jetzt ein?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie man sich ern\u00e4hrt, hat soziale und \u00f6kologische Folgen mit globalen  Dimensionen: Welche Lebensmittel angebaut und konsumiert werden, wirkt  sich auf Umwelt und Klima, auf das Einkommen und die Existenz von  Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt aus. Doch welche  Alternativen gibt es, wenn zum Beispiel eine Kindertagesst\u00e4tte auf  nachhaltige Verpflegung umgestellt werden soll?<\/p>\n<p>\u201eWo ist die Wurst, das haben die Kinder anfangs noch gefragt\u201c, erinnert sich Melanie Gerullis. Die stellvertretende Leiterin der Evangelischen Kindertagesst\u00e4tte Sande (Kirchenkreis Friesland &#8211; Wilhelmshaven) begleitet seit 2012 den Umstieg auf \u00f6kofaire und nachhaltige Produkte. \u201eDie Kosten f\u00fcr die Eltern sind nicht gestiegen, doch es gibt jetzt weniger Fleisch\u201c, erkl\u00e4rt Heike Block, K\u00f6chin der Kindertagesst\u00e4tte. \u201eWo kaufen wir jetzt ein? Das war anfangs unsere dringendste Frage\u201c, sagt Block. <\/p>\n<p>Heute stammen rund 80 Prozent der Lebensmittel aus \u00f6kologischem, saisonalem und regionalem Anbau \u2013 etwa von einem \u00d6ko-Gro\u00dfh\u00e4ndler, vom Wochenmarkt sowie vom B\u00e4cker und Schlachter vor Ort. \u201eAber nicht nur das Essen hat sich ge\u00e4ndert, auch wie es aussieht\u201c, erz\u00e4hlt Gerullis. \u201eDer Grie\u00dfbrei war auf einmal nicht mehr schneewei\u00df, daran mussten sich die Kinder erst gew\u00f6hnen.\u201c Doch l\u00e4ngst seien die Kinder, aber auch die Eltern von der Umstellung \u00fcberzeugt.<br \/>\n<br \/>Von diesen und weiteren Erfahrungen berichteten Gerullis und Block bei der Veranstaltung \u201eNachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln und Catering-Dienstleistungen\u201c am 9. M\u00e4rz im Internationalen Jugendprojektehaus Oldenburg. Eingeladen hatten der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e. V., das \u00d6kumenische Zentrum Oldenburg und die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. In Vortr\u00e4gen und Arbeitsgruppen erhielten die Teilnehmenden Impulse f\u00fcr eine nachhaltige Beschaffung speziell f\u00fcr den Raum Oldenburg und Nord-West-Niedersachsen.<\/p>\n<p>\u201eMit der Veranstaltung richten wir uns an alle kommunalen und kirchlichen Einrichtungen, zum Beispiel Kinderg\u00e4rten, Schulen, Kulturzentren und Krankenh\u00e4user, Caterer und Verpflegungsdienstleister\u201c, erkl\u00e4rt Helena Inkermann. \u201eEs ist wichtig, dass nachhaltige Entwicklungsziele auf kommunaler Ebene Beachtung finden, und dass nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten eingekauft wird&quot;, so die Leiterin des Projektes \u201eZukunft einkaufen&quot; bei der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Von Bedeutung sei auch, danach zu schauen, wie die Lebensmittel entstanden sind und welche Ressourcen genutzt wurden. <\/p>\n<p>\u201eWir wollen konkrete Hilfestellung geben, wenn Einrichtungen erst einmal nicht wissen, wie sie bewusster einkaufen k\u00f6nnen\u201c, so Expertin Inkermann. \u201eDenn immer \u00f6fter gibt es den Wunsch dazu \u2013 und es gibt Beispiele, wo schon jahrelang nach diesen Kriterien verfahren wird. Viele Einrichtungen m\u00fcssen auf ihre Finanzen achten, aber es gibt M\u00f6glichkeiten, trotzdem ressourcenschonend und global nachhaltig zu wirtschaften, zum Beispiel durch Einkaufsallianzen oder indem bestimmte Priorit\u00e4ten gesetzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Was bei einer Umstellung auf die nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln alles zu bedenken ist, erkl\u00e4rte der Bio-Projektentwickler und Bio-G\u00e4rtner Eduard H\u00fcsers. So m\u00fcssten Einrichtungen etwa entscheiden, ob sie direkt bei Landwirten in der N\u00e4he oder auf dem Wochenmarkt einkaufen oder sich lieber von einem Bio-Gro\u00dfh\u00e4ndler beliefern lassen wollen. Der Einkauf in der Region schone letztlich nicht nur Ressourcen, sondern schaffe auch Arbeitspl\u00e4tze und erhalte die Kulturlandschaft im Norden. \u201eZudem sind die hiesigen Produkte frisch und aromatisch, weil die Landwirte hier reifes Obst und Gem\u00fcse ernten k\u00f6nnen und keine langen Transportwege einplanen m\u00fcssen\u201c, betont H\u00fcsers.<\/p>\n<p>Angesto\u00dfen wurde der Info-Tag durch die Projekte \u201eNiedersachsen kauft fair\u201c und \u201eZukunft einkaufen&quot;. Letzteres unterst\u00fctzt kirchliche Einrichtungen bei der Umsetzung einer Beschaffung nach \u00f6kologischen und sozialen Kriterien. Hintergrund der Tagung waren auch die im September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten globalen Nachhaltigkeitsziele. Kommunen vor Ort k\u00f6nnen durch eine nachhaltige Beschaffungspraxis einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung dieser Ziele leisten. In Niedersachsen sind mit der Verabschiedung des Nieders\u00e4chsischen Tariftreue- und Vergabegesetzes Ende 2013 erstmalig soziale und \u00f6kologische Anforderungen f\u00fcr den Einkauf von \u00f6ffentlichen Einrichtungen festgelegt worden.<br \/>\n<br \/>\u201eEs war uns wichtig, auch globale und entwicklungspolitische Aspekte mit in die lokale Debatte zu bringen\u201c, sagt Ilka W\u00e4sche vom mitveranstaltenden \u00d6kumenischen Zentrum Oldenburg. So war unter den Vortragenden auch Veruska Prado von der Federal University of Goi\u00e1s in Brasilien, die \u00fcber die Umstellung des dortigen Schulessens sprach. In verschiedenen Arbeitsgruppen konnten sich die mehr als 70 Teilnehmenden nach den Vortr\u00e4gen auch n\u00e4her \u00fcber eine nachhaltige Beschaffung in der Praxis informieren.<br \/><span style=\"font-style: italic\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Antje Wilken.<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie man sich ern\u00e4hrt, hat soziale und \u00f6kologische Folgen mit globalen Dimensionen: Welche Lebensmittel angebaut und konsumiert werden, wirkt sich auf Umwelt und Klima, auf das Einkommen und die Existenz von Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt aus. Doch welche Alternativen gibt es, wenn zum Beispiel eine Kindertagesst\u00e4tte auf nachhaltige Verpflegung umgestellt werden soll? \u201eWo ist die Wurst, das haben die Kinder anfangs noch gefragt\u201c, erinnert sich Melanie Gerullis. 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