{"id":3882,"date":"2016-03-18T10:30:00","date_gmt":"2016-03-18T09:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/hospizexpertin-sieht-luecke-bei-versorgung-in-altenheimen\/"},"modified":"2016-03-18T10:30:00","modified_gmt":"2016-03-18T09:30:00","slug":"hospizexpertin-sieht-luecke-bei-versorgung-in-altenheimen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/hospizexpertin-sieht-luecke-bei-versorgung-in-altenheimen\/","title":{"rendered":"Hospizexpertin sieht L\u00fccke bei Versorgung in Altenheimen"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Sterbenskranke Menschen in Altenheimen erhalten nach Ansicht der Hospizexpertin der Diakonie in Niedersachsen, Christa Gerts-Isermeyer, immer noch zu wenig Unterst\u00fctzung. &quot;Ein w\u00fcrdevolles Sterben erfordert eine Palliativversorgung mit gut ausgebildeten Pflegenden und Zeit f\u00fcr die Betreuung&quot;, sagte die evangelische Pastorin am Freitag im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). &quot;Doch die gegenw\u00e4rtige Gesetzeslage l\u00e4sst genau das nicht zu.&quot;<\/p>\n<p>Die 64-J\u00e4hrige, die am Freitag in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat seit 2012 f\u00fcr die Diakonie in Niedersachsen das Projekt &quot;Palliativ Care&quot; in Altenpflegeheimen entwickelt und betreut. Zumindest im Kleinen versuchten nieders\u00e4chsische Kirchen, damit eine L\u00fccke in der Versorgung zu schlie\u00dfen, erl\u00e4uterte die Referentin. Bisher haben nach ihren Angaben im Zuge des Projektes insgesamt 420 Pflegekr\u00e4fte aus knapp 60 Einrichtungen eigens entwickelte Fortbildungen besucht. Die Initiative wird von der hannoverschen und der braunschweigischen Landeskirche finanziert.<\/p>\n<p>In das zun\u00e4chst bis 2018 laufende Projekt sollten langfristig alle rund 160 Altenpflegeheime der Diakonie in Niedersachsen einbezogen werden, erl\u00e4uterte Gerts-Isermeyer. \u00dcberall solle es dann Teams aus speziell fortgebildeten Mitarbeitern geben, die unter anderem mit Ehrenamtlichen aus den ambulanten Hospizdiensten und Palliativmedizinern zusammenarbeiten. &quot;Es geht um eine Haltung den sterbenden Menschen gegen\u00fcber.&quot;<\/p>\n<p>F\u00fcr eine w\u00fcrdige Betreuung der Menschen am Lebensende auch in den Heimen m\u00fcssten aber auch der Staat und die medizinischen Kostentr\u00e4ger mehr investieren: &quot;Wir brauchen einen Zuschlag f\u00fcr jeden Tag der Pflege, an dem ein Arzt einem Menschen bescheinigt, dass er palliativ versorgt werden muss.&quot; Dies sei umso wichtiger, da heute rund 30 Prozent aller Menschen ihre letzte Lebenszeit in einem Heim verbr\u00e4chten. Dort seien derzeit etwa nachts manchmal nur ein bis zwei Pfleger f\u00fcr alle Bewohner zust\u00e4ndig. F\u00fcr ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Angst vor dem Sterben oder Unterst\u00fctzung bei Schmerzen fehle dann die Zeit.<\/p>\n<p>Der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung sei zwar ein wichtiger Schritt, sagte Gerts-Isermeyer. F\u00fcr die Altenpflegeheime bringe das Gesetz aber wenig. Zwar sei eine Beratung f\u00fcr alle Menschen \u00fcber ihre W\u00fcnsche zum Lebensende jetzt auch f\u00fcr die Bewohner der Heime gesichert. Mehr Personal sei aber nicht eingeplant. <\/p>\n<p>Gerts-Isermeyer leitete vor ihrer T\u00e4tigkeit bei der Diakonie rund zehn Jahre lang als Superintendentin den Kirchenkreis Peine. Davor arbeitete sie zun\u00e4chst als Gemeindepastorin und sp\u00e4ter als Krankenhausseelsorgerin.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). 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