{"id":3956,"date":"2016-03-31T08:40:00","date_gmt":"2016-03-31T06:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/afghanistan-experte-warnt-vor-gefaehrlicher-sicherheitslage-am-hindukusch\/"},"modified":"2016-03-31T08:40:00","modified_gmt":"2016-03-31T06:40:00","slug":"afghanistan-experte-warnt-vor-gefaehrlicher-sicherheitslage-am-hindukusch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/afghanistan-experte-warnt-vor-gefaehrlicher-sicherheitslage-am-hindukusch\/","title":{"rendered":"Afghanistan-Experte warnt vor gef\u00e4hrlicher Sicherheitslage am Hindukusch"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Fl\u00fcchtlinge d\u00fcrfen nach Auffassung des Afghanistan-Experten Thomas Ruttig aufgrund der schlechten Sicherheitslage in dem Land keinesfalls nach Afghanistan abgeschoben werden. \u00abDort gibt es keine sicheren Gebiete\u00bb, sagte der Ko-Direktor der unabh\u00e4ngigen Recherche-Organisation \u00abAfghanistan Analysts Network\u00bb am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Beobachter registrierten in allen Provinzen \u00absicherheitsrelevante Vorf\u00e4lle\u00bb, die von ausgehobenen Waffenlagern bis zu Mordanschl\u00e4gen reichten. Ruttig wollte am Abend im Bremer Gewerkschaftshaus \u00fcber die Sicherheitslage in Afghanistan berichten.<\/p>\n<p>Bundesinnenminister Thomas de Maizi\u00e8re (CDU) hatte k\u00fcrzlich bei einem Besuch in Kabul gesagt, in Afghanistan gebe es sichere Gebiete. Er sagte auch, deutsche Soldaten blieben so lange in Afghanistan, wie es n\u00f6tig sei. \u00abAber wir erwarten dann auch, dass die afghanische Bev\u00f6lkerung hierbleibt.\u00bb Ruttig sagte, diese Einsch\u00e4tzung sei zynisch. \u00dcber Jahre h\u00e4tten es ausl\u00e4ndische Truppen in Afghanistan nicht geschafft, dauerhaft Sicherheit zu schaffen. \u00abUnd Bundeswehr-Soldaten sch\u00fctzen sich im Wesentlichen selbst.\u00bb<\/p>\n<p>Ruttig betonte, Afghanen seien f\u00fcr ihn nach wie vor Kriegsfl\u00fcchtlinge. Zugleich besteht eine \u00abdringende\u00bb Reisewarnung f\u00fcr Afghanistan, die das Ausw\u00e4rtige Amt ausgegeben habe. \u00abWer dennoch reist, muss sich der Gef\u00e4hrdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein\u00bb, hei\u00dft es auf dem Internetportal des Ministeriums. In ganz Afghanistan bestehe ein hohes Risiko, Opfer einer Entf\u00fchrung oder eines Gewaltverbrechens zu werden.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge standen Afghanen im Februar nach Syrern und Irakern auf dem dritten Platz der nach L\u00e4ndern sortierten Liste der Asyl-Erstantr\u00e4ge. Ruttig kritisierte, trotz der dramatischen Sicherheitslage in ihrem Heimatland sch\u00e4tzten offizielle Stellen die Bleibeperspektiven der Afghanen in Deutschland im Vergleich etwa zu Gefl\u00fcchteten aus Syrien eher schlecht ein. \u00abDas schlie\u00dft sie aus Integrationsangeboten wie beispielsweise Sprachkursen aus.\u00bb<\/p>\n<p>Weil sich der Krieg versch\u00e4rfe und auch deshalb die Wirtschaft zusammenbreche, machten sich die Menschen auf den Weg, sagte Ruttig. \u00abEs ist unfair, sie deshalb zur\u00fcckzuweisen.\u00bb Wer so verfahre, bewerte Asyl nach ethnischen Kategorien und nicht individuell, wie es das V\u00f6lkerrecht vorschreibe. Ohnehin schulterten andere L\u00e4nder viel gr\u00f6\u00dfere Aufgaben. So h\u00e4tten Pakistan und der Iran 95 Prozent der afghanischen Fl\u00fcchtlinge aufgenommen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig warnte Ruttig davor, Entwicklungsgelder zu k\u00fcrzen so wie in Norwegen, wo Fl\u00fcchtlingsausgaben als Entwicklungshilfe z\u00e4hlen. \u00abDann unterminiert die linke Hand, was die rechte Hand aufbaut\u00bb, sagte der Experte mit Blick auf den Kampf gegen die Fluchtursachen.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Fl\u00fcchtlinge d\u00fcrfen nach Auffassung des Afghanistan-Experten Thomas Ruttig aufgrund der schlechten Sicherheitslage in dem Land keinesfalls nach Afghanistan abgeschoben werden. \u00abDort gibt es keine sicheren Gebiete\u00bb, sagte der Ko-Direktor der unabh\u00e4ngigen Recherche-Organisation \u00abAfghanistan Analysts Network\u00bb am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). 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