{"id":4008,"date":"2016-04-10T12:39:00","date_gmt":"2016-04-10T10:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/zu-neuen-aufbruechen-bereit-sein\/"},"modified":"2016-04-10T12:39:00","modified_gmt":"2016-04-10T10:39:00","slug":"zu-neuen-aufbruechen-bereit-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/zu-neuen-aufbruechen-bereit-sein\/","title":{"rendered":"\u201eZu neuen Aufbr\u00fcchen bereit sein\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Sie treffen sich bei vielen Terminen, \u00fcbernehmen zusammen Schirmherrschaften, etwa f\u00fcr das \u201eB\u00fcndnis gegen Depression Weser-Ems\u201c, und n\u00e4chstes Jahr wollen sie gemeinsam anl\u00e4sslich des Reformationsjubil\u00e4ums nach Wittenberg fahren: Die Zusammenarbeit von Bischof Jan Janssen und Weihbischof Heinrich Timmerevers ist ein Paradebeispiel f\u00fcr gelebte \u00d6kumene. <\/p>\n<p>Am Samstag, 9. April, kamen der katholische Weihbischof Heinrich Timmerevers vom Bisch\u00f6flichen Offizial Vechta und der Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Jan Janssen, f\u00fcr ein Podiumsgespr\u00e4ch zusammen. \u201e500 Jahre Reformation und 50 Jahre Zweites Vatikanum \u2013 Einblicke und Ausblicke zur \u00d6kumene im Oldenburger Land\u201c lautete das Motto in der Oldenburger Forumskirche St. Peter. Das angeregte und sehr pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch moderierte der Journalist J\u00fcrgen Westerhoff. <\/p>\n<p>\u201eWelche Schritte sind schon gegangen, welche sind noch n\u00f6tig?\u201c, begr\u00fc\u00dfte Pfarrer Michael Rupieper die Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer in der gut besuchten Forumskirche. \u201eWir wollen heute h\u00f6ren, wie es um die \u00d6kumene im Oldenburger Land steht.\u201c Anlass des Gespr\u00e4chs sind das Reformationsjubil\u00e4um 2017 sowie das vor gut 50 Jahren vom II. Vatikanischen Konzil verabschiedete Dekret zur \u00d6kumene. <\/p>\n<p>Von Beginn an war das Oldenburger Land Vorreiter in der Verst\u00e4ndigung von katholischer und evangelischer Kirche in Deutschland. Bereits kurz nach dem Dekret trafen sich hier 1966 Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirche zum Austausch, der seitdem immer enger und vertrauensvoller geworden ist. \u201eDas ist eine echte Oldenburger Erfolgsgeschichte\u201c, so Moderator J\u00fcrgen Westerhoff, der die Bisch\u00f6fe fragte, wie sie sich diesen Erfolg erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>\u201eWir haben hier nat\u00fcrlich den Vorteil der r\u00e4umlichen N\u00e4he\u201c, so Jan Janssen. \u201eWeihbischof Timmerevers und ich treffen uns oft bei Terminen, aber wir \u00fcberlegen auch speziell, was wir zusammen auf die Beine stellen k\u00f6nnen. Seit acht Jahren begehen wir zum Beispiel den 1. Advent, den Beginn des Kirchenjahrs, zusammen in einem Gottesdienst in wechselnden Gemeinden der Region.\u201c Demn\u00e4chst planten sie in Hasbergen bei Delmenhorst den \u00f6kumenischen Pilgerweg ein St\u00fcck zusammen zu gehen, erg\u00e4nzte Heinrich Timmerevers. \u201eWas uns ganz allgemein pr\u00e4gt, ist, dass wir uns im Glaubenszeugnis gegenseitig st\u00e4rken.\u201c Und das sollte Schule machen, findet Bischof Janssen: \u201eIch fordere Sie alle auf: Suchen Sie sich einen Partner, eine Partnerin der jeweils anderen Konfession und fahren Sie im n\u00e4chsten Jahr zusammen zum Reformationsjubil\u00e4um nach Wittenberg, so wie Weihbischof Timmerevers und ich es tun.\u201c \u201eUnd danach fahren wir dann gemeinsam nach Rom\u201c, scherzte Timmerevers, der damit den Applaus der Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer erntete.<\/p>\n<p>\u201eMan merkt, dass Sie sich auch pers\u00f6nlich gut verstehen\u201c, stellte Moderator J\u00fcrgen Westerhoff fest. \u201eEs geht uns eben nicht nur um die gro\u00dfe Kirchenpolitik, sondern auch darum, uns pers\u00f6nlich auszutauschen. Das tut gut\u201c, so Janssen. Und Timmerevers: \u201eWir nehmen Anteil aneinander, am Leben mit Kirche. Das ist bereichernd und bewegend.\u201c <\/p>\n<p>Zwar finden heute ganz selbstverst\u00e4ndlich \u00f6kumenische Gottesdienste und Trauungen statt, was vor 50 Jahren noch undenkbar war. Doch nat\u00fcrlich bleiben Punkte, in denen sich die Konfessionen unterscheiden \u2013 etwa bei der Beichte und dem Abendmahl. \u201eEs gibt die Sehnsucht nach einer \u00f6kumenischen Tischgemeinschaft beim Abendmahl, aber die Unterschiede sind da, und sie sind nicht so leicht zu \u00fcberbr\u00fccken\u201c, erkl\u00e4rte Weihbischof Timmerevers. \u201eDaran m\u00fcssen wir noch weiter arbeiten. Aber wir kommen nicht zu mehr \u00d6kumene, wenn wir unsere Konturen abschleifen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn wir noch nicht zu einem \u00f6kumenischen Abendmahl gefunden haben, dann respektiere ich das\u201c, so Bischof Janssen. \u201eMan darf nicht vergessen, dass wir in vielen Belangen in den letzten 50 Jahren sozusagen den Turbo eingelegt haben. Die ersten \u00f6kumenischen Gespr\u00e4che im Oldenburger Land haben vor 50 Jahren ohne gemeinsames Gebet begonnen \u2013 das hat dann nochmals neun Jahre gedauert. Bis zum gemeinsamen Abendmahl brauchen wir noch etwas Geduld.\u201c <\/p>\n<p>Auf die Frage, ob es Themen gebe, in denen die Kirchen st\u00e4rker wahrgenommen werden sollten, antwortete Janssen: \u201eIm Moment sehe ich eine Aufgabe in der Integration der Menschen, die nicht von hier stammen. Unsere Kirchen schulen Ehrenamtliche, das ist ein gro\u00dfer Beitrag.\u201c Er sehe eine Herausforderung darin, die Zukunft des Religionsunterrichts mitzugestalten, \u00fcber die derzeit diskutiert werde, so Timmerevers. \u201eWir arbeiten gemeinsam daran und wollen mit den Verantwortlichen in der Politik zusammenkommen.\u201c<\/p>\n<p>Aus dem Publikum wurden unter anderem die Massentierhaltung in der Region und der Dialog mit anderen Religionen wie dem Islam angesprochen. <\/p>\n<p>\u201eUnterschwellig werde ich h\u00e4ufig mit der Angst konfrontiert, dass unsere Kultur an den Rand gedr\u00e4ngt wird\u201c, kommentierte Weihbischof Timmerevers. Viele Menschen bef\u00fcrchteten angesichts der vielen Fl\u00fcchtlinge eine Islamisierung der Gesellschaft. Diese Einsch\u00e4tzung teile er nicht, so Timmerevers. Er halte es da mit Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck, der gesagt habe:&nbsp; \u201eIch habe keine Angst vor einem starken Islam, ich habe Angst vor einem schwachen Christentum.\u201c Er finde es wichtig, dass Christinnen und Christen zu ihrem Glauben zu stehen, betonte Timmerevers. &nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen dabei aus der \u00d6kumene lernen\u201c, so Bischof Jan Janssen. \u201eWichtig ist ein gesellschaftliches und soziales Miteinander, so wie die Caritas und die Diakonie beide f\u00fcr die Gesellschaft t\u00e4tig sind. Kernpunkt ist f\u00fcr mich ein christlicher Respekt, ein behutsames Kennenlernen.\u201c<\/p>\n<p>Die Massentierhaltung habe in seinen Augen, so Timmerevers, der selbst aus der Landwirtschaft stammt, beunruhigende Formen angenommen: \u201eEs gibt einen Strukturwandel. Die Politik hat meiner Meinung nach in den letzten zwanzig, drei\u00dfig Jahren nicht immer den richtigen Kurs gesetzt.\u201c Beide Bisch\u00f6fe sprachen auch die Rolle der Verbraucher an. \u201eAls Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg bieten wir etwa das Projekt \u201aZukunft Einkaufen\u2018 an, das Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen beim bewussten Einkaufen unterst\u00fctzt\u201c, sagte Janssen. <\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend fragte Moderator Westerhoff nach den Zielen f\u00fcr die weitere Zusammenarbeit in der \u00d6kumene. \u201eWeiter die Gemeinsamkeiten suchen und zueinanderfinden in Unterschiedlichkeit und Einheit\u201c, sagte darauf Weihbischof Timmerevers. \u201eIch denke an das Wort Gottes zu Abraham: \u201aGeh in das Land, das ich dir zeigen will\u2018\u201c, so Bischof Janssen. \u201eIch w\u00e4hle dieses Bild bewusst: Dass wir lernen, wieder und wieder zu neuen Aufbr\u00fcchen bereit zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Zur Veranstaltung eingeladen hatte der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Bezirksgemeinschaft Oldenburg, in Kooperation mit dem Forum St. Peter sowie der Katholischen Erwachsenenbildung und der Evangelischen Erwachsenenbildung. Bereits im Februar hatten beide Kirchen das 50-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der Oldenburger \u00d6kumenischen Gespr\u00e4che in Vechta gefeiert. Die Bisch\u00f6fe und Kirchenleitungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg und des katholischen Bistums M\u00fcnster trafen sich am 8. Januar 1966 erstmals zu einem \u00f6kumenischen Gespr\u00e4ch auf regionaler Ebene. Vergleichbare Gespr\u00e4che gab es bis dahin in Deutschland nicht.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Antje Wilken.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie treffen sich bei vielen Terminen, \u00fcbernehmen zusammen Schirmherrschaften, etwa f\u00fcr das \u201eB\u00fcndnis gegen Depression Weser-Ems\u201c, und n\u00e4chstes Jahr wollen sie gemeinsam anl\u00e4sslich des Reformationsjubil\u00e4ums nach Wittenberg fahren: Die Zusammenarbeit von Bischof Jan Janssen und Weihbischof Heinrich Timmerevers ist ein Paradebeispiel f\u00fcr gelebte \u00d6kumene. Am Samstag, 9. April, kamen der katholische Weihbischof Heinrich Timmerevers vom Bisch\u00f6flichen Offizial Vechta und der Bischof der Ev.-Luth. 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