{"id":4135,"date":"2016-04-30T08:55:00","date_gmt":"2016-04-30T06:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/oldenburger-studierende-erklaeren-mit-piktogrammen-fluechtlingen-die-deutsche-gesellschaft\/"},"modified":"2016-04-30T08:55:00","modified_gmt":"2016-04-30T06:55:00","slug":"oldenburger-studierende-erklaeren-mit-piktogrammen-fluechtlingen-die-deutsche-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oldenburger-studierende-erklaeren-mit-piktogrammen-fluechtlingen-die-deutsche-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Oldenburger Studierende erkl\u00e4ren mit Piktogrammen Fl\u00fcchtlingen die deutsche Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Eine stilisierte Waage, links und rechts auf den Wiegeschalen je eine angedeutete Frau und ein Mann &#8211; mehr braucht es nicht, um eine wesentliche Regel der deutschen Gesellschaft zu erkl\u00e4ren: Frauen und M\u00e4nner sind gleichberechtigt. Ein Semester lang haben Studierende des Fachbereichs Kunst und Kommunikation an der Oldenburger Universit\u00e4t Piktogramme entwickelt, um ankommenden Fl\u00fcchtlingen m\u00f6glichst einfach die grundlegenden Regeln in Deutschland zu erkl\u00e4ren. Rund 70 Entw\u00fcrfe sind vom 28. April bis zum 29. Mai im Oldenburger Horst-Janssen-Museum zu sehen.<\/p>\n<p>Die Idee zu den Piktogrammen stammt von der Stabsstelle f\u00fcr Integration der Stadt Oldenburg, sagte die ungarischst\u00e4mmige K\u00fcnstlerin Ter\u00e9z F\u00f3thy, die das Projekt k\u00fcnstlerisch begleitet hat. Piktogramme seien ideal, um die Regeln einer Gesellschaft zu verdeutlichen: &quot;Sie sind kompromisslos und ohne Zwischent\u00f6ne reduziert auf eine Botschaft, die von Menschen jeder Sprache und Kultur verstanden werden. So k\u00f6nnen sie auch Werte vermitteln.&quot; <\/p>\n<p>Die Oldenburger Diakonie unterst\u00fctzt das Projekt finanziell. &quot;Wir halten das f\u00fcr eine tolle Idee, um Menschen ins Gespr\u00e4ch zu bringen&quot;, sagt Diakoniesprecher Frerk Hinrichs. Die Piktogramme sollen gro\u00dfformatig in Gemeinschaftsunterk\u00fcnften aufgeh\u00e4ngt und bei Integrationsma\u00dfnahmen der Fl\u00fcchtlingshilfe genutzt werden. Dazu sollen die Piktogramme im Postkartenformat mit einer Buchschraube als F\u00e4cher an die Fl\u00fcchtlinge verteilt werden.<\/p>\n<p>Die 13 Studentinnen und zwei Studenten seien sehr kreativ an die Aufgabe herangegangen, sagt die Dozentin f\u00fcr Druckgrafik und Leiterin der grafischen Werkst\u00e4tten, Katia (rpt.: Katia) Liebmann. Sie vermittelte den Studierenden die handwerklichen F\u00e4higkeiten. &quot;Einige Entw\u00fcrfe haben einen hohen k\u00fcnstlerischen Wert.&quot;<\/p>\n<p>Die Themen sind vielf\u00e4ltig: Sie reichen von P\u00fcnktlichkeit, \u00fcber Familienmodelle, Warnungen vor dem Fahrradfahren mit dem Handy oder unter Alkoholeinfluss \u00fcber Ruhezeiten bis hin zur Entsorgung von Toilettenpapier und Tampons. Sie warnen vor dem Kleingedruckten in Handyvertr\u00e4gen oder erkl\u00e4ren das deutsche Notrufsystem mit der 110 f\u00fcr die Polizei und 112 f\u00fcr die Rettungskr\u00e4fte vom Krankentransport bis zur Feuerwehr. Selbst f\u00fcr das Schwimmen mit Kopftuch und f\u00fcr die typisch oldenburgischen Kohlfahrten gibt es Piktogramme.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst h\u00e4tten die Studierenden sich auf Alltagsprobleme konzentriert, berichtet F\u00f3thy. &quot;Das hat sich nach der Silvesternacht in K\u00f6ln schlagartig ge\u00e4ndert.&quot; Pl\u00f6tzlich ging es um sexuelle Bel\u00e4stigung, Gleichberechtigung und Gewalt. Sie zeigt auf ein eindrucksvolles Bild von Sveja M\u00f6ller mit einer knienden Frau und einem stehenden Mann, der mit einem G\u00fcrtel samt Schnalle zum Schlag ausholt. Das schwarz-wei\u00dfe Piktogramm ist \u00fcberlegt mit einem roten Kreis und einem schr\u00e4gen Balken. &quot;Die Botschaft ist klar: M\u00e4nner d\u00fcrfen in Deutschland keine Frauen schlagen&quot;, unterstreicht die K\u00fcnstlerin.<\/p>\n<p>Auf einer blau-lila-farbenen Postkarte von Naomi Layla Weiss sind die in Deutschland akzeptierte Familienformen zu sehen: Die traditionelle Form mit Vater und Mutter, aber auch Familien mit zwei M\u00fcttern oder zwei V\u00e4tern. Bei einer Vorstellung der Piktogramme in einer M\u00e4nnergruppe von Migranten habe dies zu einer leidenschaftlichen Diskussion \u00fcber famili\u00e4re Werte gef\u00fchrt, sagt F\u00f3thy. &quot;Mission erf\u00fcllt&quot;, f\u00fcgt sie mit einem Augenzwinkern hinzu.<\/p>\n<p>Eine Auswahl der Piktogramme ist bis zum 29. Mai im Oldenburger Horst-Janssen-Museum zu sehen.<br \/>\n<br \/>www.horst-janssen-museum.de<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Eine stilisierte Waage, links und rechts auf den Wiegeschalen je eine angedeutete Frau und ein Mann &#8211; mehr braucht es nicht, um eine wesentliche Regel der deutschen Gesellschaft zu erkl\u00e4ren: Frauen und M\u00e4nner sind gleichberechtigt. Ein Semester lang haben Studierende des Fachbereichs Kunst und Kommunikation an der Oldenburger Universit\u00e4t Piktogramme entwickelt, um ankommenden Fl\u00fcchtlingen m\u00f6glichst einfach die grundlegenden Regeln in Deutschland zu erkl\u00e4ren. Rund 70 Entw\u00fcrfe sind vom 28. April bis zum 29. Mai im Oldenburger Horst-Janssen-Museum zu sehen. Die Idee zu den Piktogrammen stammt von der Stabsstelle f\u00fcr Integration der Stadt Oldenburg, sagte die ungarischst\u00e4mmige K\u00fcnstlerin Ter\u00e9z&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-4135","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4135"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4135\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}