{"id":4264,"date":"2016-05-21T16:00:00","date_gmt":"2016-05-21T14:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/reformation-veraendert-die-welt\/"},"modified":"2016-05-21T16:00:00","modified_gmt":"2016-05-21T14:00:00","slug":"reformation-veraendert-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformation-veraendert-die-welt\/","title":{"rendered":"Reformation ver\u00e4ndert die Welt"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 120 Teilnehmende aus der ganzen Welt haben sich vom 18. bis 22. Mai in Halle\/Saale versammelt, um dar\u00fcber nachzudenken, wie Erkenntnisse der protestantischen Reformation vor 500 Jahren heute zur Transformation der Welt beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen einen echten \u00f6kumenischen und globalen Dialog \u00fcber die Erfolge, aktuelle Herausforderungen und neue Erkenntnisse \u00fcber die Bedeutung reformatorischer Prinzipien initiieren und f\u00f6rdern\u201c, sagte Pfarrerin Cornelia F\u00fcllkrug-Weitzel, Pr\u00e4sidentin des Deutschen Evangelischen Entwicklungsdienstes Brot f\u00fcr die Welt, bei der Er\u00f6ffnung der Konferenz. Die Konferenz in Halle ist der zweite Teil einer \u201eTwin-Konsultation\u201c \u00fcber \u201eReformation \u2013 Bildung \u2013 Transformation\u201c, die mit einer Tagung in S\u00e3o Leopoldo in Brasilien im November 2015 begonnen hatte.<\/p>\n<p>Im Vorfeld des Reformationsjubil\u00e4ums im kommenden Jahr untersucht das Projekt den Beitrag reformatorischer Traditionen und Theologien zur St\u00e4rkung und Transformation der Zivilgesellschaft. Besonders betrachtet wird die F\u00e4higkeit, Gerechtigkeit, Frieden, Nachhaltigkeit und Menschenrechte, sowohl lokal und als auch global, zu f\u00f6rdern. Auf der Bedeutung von Bildung liegt ein besonderes Augenmerk.<\/p>\n<p>\u201e2017 wird kein Ereignis werden, das zur\u00fcckblickt, sondern wir sehen darin eine Gelegenheit, dar\u00fcber nachzudenken, wo Reform und Reformation heute in Kirche und Gesellschaft n\u00f6tig sind\u201c, betonte die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland f\u00fcr das Reformationsjubil\u00e4um, Pastorin Dr. Margot K\u00e4ssmann, in Halle.<\/p>\n<p>Bei beiden Konsultationen in Brasilien und in Deutschland \u2013 wobei einige Teilnehmende bei beiden Veranstaltungen zugegen sind \u2013 werden die gleichen Themenbereiche in zwei verschiedenen globalen Kontexten reflektiert werden, und so einen Beitrag zum 500. Jahrestag der Reformation und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft leisten.<\/p>\n<p>\u201eBefreit von den engen Grenzen fr\u00fcherer Zeiten, begr\u00fc\u00dfen wir heute die Chancen, aus unterschiedlichen Blickwinkel die transformative Kraft der Reformation zu entdecken,\u201c sagte der Oldenburger Bischof Jan Janssen, Vorsitzender des Vorstandes der Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW), und lobte die \u201eM\u00f6glichkeiten neuer Netzwerke, Nachbarschaften und neuer Beziehungen in einer globalisierten Welt\u201c.<\/p>\n<p>In einer Grundsatzrede bezog sich Pastor Jerry Pillay, Pr\u00e4sident der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, auf die Folgen der Globalisierung in wirtschaftlicher, politischer, kultureller und religi\u00f6ser Hinsicht. \u201eMigration, ob gezwungen oder freiwillig, Ver\u00e4nderungen in den Familienstrukturen, der wirtschaftliche, \u00f6kologische und soziale Druck f\u00f6rdert eine Mobilit\u00e4t, die unterschiedliche soziale und religi\u00f6se Identit\u00e4ten schafft\u201c, sagte er. Zugleich bedrohten Rassismus und ethnische und religi\u00f6se Gewalt in Afrika, den USA und der ganzen Welt den Frieden. \u201eDiese neuen Realit\u00e4ten ver\u00e4ndern die Art, wie wir Theologie heute betreiben\u201c, so Pillay. <\/p>\n<p>Die Konferenz findet in den Franckeschen Stiftungen in Halle\/Saale statt, die von dem Theologen August Hermann Francke 1698 als p\u00e4dagogische und soziale Organisation f\u00fcr die Armen gegr\u00fcndet wurde. In seiner Begr\u00fc\u00dfungsansprache stellte der Direktor des Instituts, Dr. Thomas M\u00fcller-Bahlke, fest, dass die Fragen der Konsultation in die Geschichte der Franckeschen Stiftungen zur\u00fcckverfolgt werden k\u00f6nnten. Francke, sagte er, habe geglaubt, dass Bildung ein Schl\u00fcssel f\u00fcr die Entwicklung der Gesellschaft sei. Heute lernen, lehren und leben in den Franckeschen Stiftungen 4.000 Menschen.<\/p>\n<p>Halle geh\u00f6rt zu einer Region, die eng mit dem Leben und Werk Martin Luthers verbunden ist. Dessen Streit mit dem Papsttum \u00fcber kirchliche Missst\u00e4nde setzten 1517 die Ereignisse, die zur Reformation und der Spaltung der westlichen Christenheit in die r\u00f6misch-katholische und protestantischen Kirchen f\u00fchrten, in Gang.<\/p>\n<p>Die Region Ostdeutschland sei die s\u00e4kularste Region der Welt, stellte die Soziologin Dr. Monika Wohlrab-Sahr von der Universit\u00e4t Leipzig fest. Dies habe seine Wurzeln in vier Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft von 1949 bis 1989 sowie anderen Faktoren aus dem 19. Jahrhundert, erkl\u00e4rte sie. <\/p>\n<p>Die Frage der Vermittlung der christlichen Botschaft in eine s\u00e4kularisierte Welt ist ein besonderer Schwerpunkt der Konferenz. Eine Podiumsdiskussion am 19. Mai, an der auch Bisch\u00f6fin Ilse Junkermann der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland teilnahm, konzentrierte sich auf die Rolle der Kirchen und Christen in der \u00d6ffentlichkeit in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die \u201eTwin-Consultation\u201c ist ein gemeinsames Projekt von EMW, Brot f\u00fcr die Welt, Faculdades EST S\u00e3o Leopoldo (Brasilien), der Franckeschen Stiftungen und der Martin-Luther Universit\u00e4t Halle-Wittenberg, in Kooperation mit dem \u00d6kumenischen Rat der Kirchen (\u00d6RK), dem Lutherische Weltbund (LWB), der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WCRC) sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Weitere Informationen finden Sie in englischer Sprache unter: www.r-e-t.net\/en\/index.html&nbsp;<\/span> <\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Stephen Brown, freier Journalist, \u00fcbersetzt von Freddy Dutz (EMW).<br \/><\/span><br \/>Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) ist der Dach- und Fachverband evangelischer Kirchen, evangelischer Freikirchen und regionaler Missionswerke sowie einzelner missionarischer Verb\u00e4nde und Einrichtungen f\u00fcr die \u00f6kumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen in \u00dcbersee und f\u00fcr \u00f6kumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland. Seine Mitglieder sind evangelische Missionswerke, missionarische Verb\u00e4nde sowie Freikirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland. Das EMW pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen in \u00dcbersee; ber\u00e4t und f\u00f6rdert Projekte \u00f6kumenischer Partner; verantwortet bestimmte Bereiche kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und vermittelt Erfahrungen von Christinnen und Christen in unsere Kirchen.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 120 Teilnehmende aus der ganzen Welt haben sich vom 18. bis 22. 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