{"id":4348,"date":"2016-06-10T08:19:00","date_gmt":"2016-06-10T06:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/friedensbeauftragter-dienst-in-der-bundeswehr-nicht-verharmlosen-arbeitsgemeinschaft-beklagt-mobbing-gegen-kriegsdienstverweigerer\/"},"modified":"2016-06-10T08:19:00","modified_gmt":"2016-06-10T06:19:00","slug":"friedensbeauftragter-dienst-in-der-bundeswehr-nicht-verharmlosen-arbeitsgemeinschaft-beklagt-mobbing-gegen-kriegsdienstverweigerer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/friedensbeauftragter-dienst-in-der-bundeswehr-nicht-verharmlosen-arbeitsgemeinschaft-beklagt-mobbing-gegen-kriegsdienstverweigerer\/","title":{"rendered":"Friedensbeauftragter: Dienst in der Bundeswehr nicht verharmlosen &#8211; Arbeitsgemeinschaft beklagt Mobbing gegen Kriegsdienstverweigerer"},"content":{"rendered":"<p>Bonn (epd). Trotz der Aussetzung der Wehrpflicht sind Beratungsangebote f\u00fcr Kriegsdienstverweigerer nach Worten des evangelischen Friedensbeauftragten Renke Brahms weiter n\u00f6tig. \u00abEs geh\u00f6rt zu den elementaren friedensethischen Aufgaben der Kirche, das Gewissen zu beraten und zu sch\u00e4rfen\u00bb, sagte Brahms am Freitag am Rande des Festakts zum 60-j\u00e4hrigen Bestehen der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Bonn. Auch wenn die Zahl der Beratenen in Deutschland nach der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 geringer geworden sei, sei die evangelische Kirche \u00abheilfroh\u00bb, dass die EAK noch diesen Dienst erf\u00fclle, sagte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).<\/p>\n<p>Heute seien es vor allem aktive Soldaten und Soldatinnen, freiwillig Wehrdienstleistende, aber auch Reservisten, die ihr Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Anspruch n\u00e4hmen. \u00abGerade wir Deutschen haben aus unserer historischen Erfahrung heraus die Verantwortung, uns im Rahmen unserer politischen Vernetzung f\u00fcr dieses Recht stark zu machen\u00bb, betonte Brahms, der auch leitender Geistlicher der Bremischen Landeskirche ist.<\/p>\n<p>Der EKD-Friedensbeauftragte warnte auch davor, bei der Werbung um neue Rekruten den Dienst in der Bundeswehr zu verharmlosen. \u00abSoldaten sind nicht per se M\u00f6rder, aber sie sind doch potenzielle Kriegsteilnehmer.\u00bb<\/p>\n<p>Nach den Worten von EAK-Referentin Jasmin Schwarz gab es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg bei den Beratungen f\u00fcr Kriegsdienstverweigerer. \u00abMeist sind es Soldaten Mitte 20, sie haben sich auf 16 bis 18 Jahre verpflichtet, und pl\u00f6tzlich machen sie sich klar, dass sie nun wirklich zum Dienst an die Waffe gerufen werden k\u00f6nnen\u00bb, sagte Schwarz. Nach ihren Worten wurden im Jahr 2015 knapp 300 Antr\u00e4ge auf Kriegsdienstverweigerung gestellt. Zahlen \u00fcber die abgelehnten Antr\u00e4ge l\u00e4gen aktuell nicht vor, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Schwarz wies darauf hin, dass das Verfahren lang und schwierig sei. So m\u00fcssten die Betroffenen oft zwei Jahre warten, bis \u00fcberhaupt ein Gerichtverfahren er\u00f6ffnet werde. Wenn sie ihre Bedenken in der Bundeswehr \u00e4u\u00dferten, w\u00fcrden sie oft Opfer sozialer Ausgrenzung und teils sogar schweren Mobbings.<\/p>\n<p>Auch der EKD-Friedensbeauftragte Brahms beklagte: \u00abIn weiten Teilen der Truppe gilt Kriegsdienstverweigerung als vorgeschobener Grund, die Truppe zu verlassen.\u00bb Er appellierte an die evangelischen Seelsorger in der Bundeswehr, unter F\u00fchrungsoffizieren um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Situation von Kriegsdienstverweigerern zu werben.<\/p>\n<p>Der EAK-Bundesvorsitzende Christoph M\u00fcnchow beklagte, dass in anderen L\u00e4ndern das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung \u00abmit F\u00fc\u00dfen getreten\u00bb werde. Er verwies auf die Situation in der T\u00fcrkei, Israel, Griechenland und S\u00fcdkorea. \u00abWir fordern die Bundesregierung auf, in Gespr\u00e4chen mit diesen L\u00e4ndern auch die Frage nach Kriegsdienstverweigerung zum Thema zu machen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) wurde 1956 nach der Einf\u00fchrung der Allgemeinen Wehrpflicht gegr\u00fcndet, um Kriegsdienstverweigerern Beratung anzubieten. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung war bereits 1949 im Grundgesetz festgeschrieben worden. Die EAK besch\u00e4ftigt sich zudem mit Friedensethik, Friedenstheologie und -p\u00e4dagogik.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonn (epd). 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