{"id":4766,"date":"2016-07-13T10:05:00","date_gmt":"2016-07-13T08:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/oldenburger-klinik-chef-will-mordserie-weiter-aufklaeren\/"},"modified":"2016-07-13T10:05:00","modified_gmt":"2016-07-13T08:05:00","slug":"oldenburger-klinik-chef-will-mordserie-weiter-aufklaeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oldenburger-klinik-chef-will-mordserie-weiter-aufklaeren\/","title":{"rendered":"Oldenburger Klinik-Chef will Mordserie weiter aufkl\u00e4ren"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Auch 14 Jahre nach der Mordserie an Patienten durch den fr\u00fcheren Krankenpfleger Niels H. ist das Klinikum Oldenburg nach eigenen Angaben weiter um Aufkl\u00e4rung bem\u00fcht. \u00abDas sind wir den Patienten und ihren Angeh\u00f6rigen schuldig\u00bb, sagte der Vorstand des Klinikums, Dirk Tenzer, im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Seit Bekanntwerden der Morde vor zwei Jahren werde daran intensiv gearbeitet. \u00abUnd wir sind mit der Aufarbeitung noch nicht fertig.\u00bb<\/p>\n<p>H. hatte von 1999 bis 2002 in Oldenburg gearbeitet und in dieser Zeit laut Tenzer vermutlich 16 Menschen get\u00f6tet. Anschlie\u00dfend wechselte H. an das Krankenhaus Delmenhorst und mordete dort weiter. In beiden H\u00e4usern spritzte H. Patienten ein f\u00fcr sie lebensbedrohliches Medikament, um bei der Reanimation als Held dastehen zu k\u00f6nnen. Er wurde bereits 2015 wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter und spricht inzwischen von insgesamt mindestens 33 Morden.<\/p>\n<p>Die Patientensicherheit werde st\u00e4ndig verbessert, unterstrich Tenzer. Umfangreiche Sicherheitssysteme seien eingerichtet worden. Dazu geh\u00f6re etwa, dass Medikamenten-Ampullen in unterschiedlichen Farben markiert wurden, um Verwechslungen auszuschlie\u00dfen. Wann immer es beinahe zu einem Unfall im Klinikalltag gekommen sei, etwa weil eine Krankenschwester versehentlich fast ein falsches Medikament verabreicht h\u00e4tte, m\u00fcsse der Vorfall gemeldet und analysiert werden.<\/p>\n<p>Um Schwachstellen aufzudecken, sei das \u00abWhistleblower-System\u00bb eines der wichtigsten Werkzeuge, sagte Tenzer. Wer das Verhalten eines Kollegen merkw\u00fcrdig finde, k\u00f6nne dies anonym \u00fcber ein gesch\u00fctztes Formular im Internet melden. Dabei erhalte der Informant einen Code, \u00fcber den Nachfragen gestellt und von jedem Computer in der Welt beantwortet werden k\u00f6nnten. \u00abDer Hinweisgeber bleibt anonym, und trotzdem k\u00f6nnen wichtige Informationen im Pingpong-Verfahren ausgetauscht werden.\u00bb Unter den Kliniken in Niedersachsen werde dieses System nur in Oldenburg genutzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Mitarbeiter des Klinikums sei es belastend, dass sie immer wieder auf die Morde angesprochen w\u00fcrden, sagte Tenzer, der das Klinikum seit 2013 leitet. \u00abEs kann nicht sein, dass die ganze Gesundheitsbranche unter Generalverdacht gestellt wird.\u00bb Bundesweit arbeiteten rund eine Million Menschen in Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen. \u00abDie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich mit hohem pers\u00f6nlichen Engagement jeden Tag und zu jeder Uhrzeit f\u00fcr ihre Patienten ein und sind sicher nicht alle M\u00f6rder.\u00bb<\/p>\n<p>Es habe damals Hinweise gegeben, dass H. den Patienten schade. \u00abDoch wurden daraus nicht die richtigen Schl\u00fcsse gezogen\u00bb, sagt Tenzer. Mit dem Wissen von heute sei dies falsch gewesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen damals Verantwortliche wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassung. Auf die Frage, ob seiner Einsch\u00e4tzung nach die Verantwortlichen h\u00e4tten anders handeln m\u00fcssen, sagte Tenzer: \u00abDas k\u00f6nnen wir heute noch nicht abschlie\u00dfend beurteilen.\u00bb<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Auch 14 Jahre nach der Mordserie an Patienten durch den fr\u00fcheren Krankenpfleger Niels H. ist das Klinikum Oldenburg nach eigenen Angaben weiter um Aufkl\u00e4rung bem\u00fcht. \u00abDas sind wir den Patienten und ihren Angeh\u00f6rigen schuldig\u00bb, sagte der Vorstand des Klinikums, Dirk Tenzer, im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). 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