{"id":4810,"date":"2016-07-29T08:00:00","date_gmt":"2016-07-29T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/neue-kreuze-und-alte-kirchen\/"},"modified":"2016-07-29T08:00:00","modified_gmt":"2016-07-29T06:00:00","slug":"neue-kreuze-und-alte-kirchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/neue-kreuze-und-alte-kirchen\/","title":{"rendered":"Neue Kreuze und alte Kirchen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: bold\">Stille und Einkehr: Auf den 65 Kilometern des Pilgerwegs durch die Wesermarsch und das Oldenburg Land sind sie zu finden. Kerstin Kempermann von der Oldenburger Redaktion der Evangelischen Zeitung hat sich aufs Rad geschwungen und sich auf den \u00f6kumenischen Pilgerweg \u201eOchtum, Marsch und Moor\u201c begeben. Sie hat viele Eindr\u00fccke gesammelt und Neues \u00fcber die Region erfahren.<br \/><\/span><br \/>Das Bogenkreuz in Altenesch ist der Startpunkt. Eigentlich ist es die vierte Station auf dem \u00f6kumenischen Pilgerweg \u201eOchtum, Marsch und Moor\u201c, aber f\u00fcr meinen kurzen Ausbruch aus dem Alltag habe ich mir das st\u00e4hlerne Kreuz als Ausgangspunkt ausgesucht. Schon von weitem kann ich es sehen. Mit seinem gebogenen Metall nimmt es die Biegung des alten Deichbogens der Ochtum, an dem es liegt, wieder auf und passt so in die Landschaft. <\/p>\n<p>Schnell kontrolliere ich mein Gep\u00e4ck. Wasserflasche, Pilgerpass und die Karten zur Tour sind eingepackt. Den ersten Stempel in den Pilgerpass gedr\u00fcckt, und es kann losgehen. Die erste Etappe ist kurz, \u00fcber einen schmalen Weg am Deich entlang geht es Richtung St.-Gallus-Kirche Altenesch. Noch keine Zeit, den Kopf richtig frei zu bekommen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Nur die V\u00f6gel sind zu h\u00f6ren <\/span><br \/>Die St.-Gallus-Kirche Altenesch wurde 1299 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt. Das erfahre ich, als ich an der kleinen Kirche anhalte. In der Kirche ist alles ruhig. Und erstmals \u00fcberkommt auch mich diese Ruhe. Kein Terminstress, den ganzen Tag habe ich mir f\u00fcr diese Tour freigehalten. Dennoch werde ich nicht die kompletten 65 Kilometer schaffen, \u00fcber die der Pilgerweg von der s\u00fcdlichen Wesermarsch \u00fcber Ganderkesee und Delmenhorst bis in den Westen Bremens f\u00fchrt. <\/p>\n<p>Doch zum Gl\u00fcck werden Abk\u00fcrzungen angeboten. Eine davon nutze ich und radele von Altenesch aus zum Moorkreuz nach Neuenlande. Die Strecke f\u00fchrt mich an Feldern und Weiden entlang. Um mich herum Ruhe, nur unterbrochen von Vogelgezwitscher. Ab und zu werde ich von einem Auto \u00fcberholt. Aber es ist fr\u00fch am Vormittag und ich habe die Stra\u00dfe oft f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Neuenlande ist eine im Jahr 1790 gegr\u00fcndete Moorsiedlung, die zur Kirchengemeinde Sch\u00f6nemoor geh\u00f6rt. Das Pilgerkreuz aus Fachwerkbalken erinnert daran, dass auch die meisten H\u00e4user Fachwerkh\u00e4user sind. Von Neuenlande geht es Richtung Stenum. Dabei fahre ich auf bekannten Strecken. Nicht nur mein Arbeitsweg geht hier entlang, der Pilgerweg f\u00fchrt fast an meinem Zuhause vorbei. So bin ich auch darauf aufmerksam geworden. Bei einem Spaziergang entdeckte ich einen der Wegweiser, und die Idee, selbst diesen Pilgerweg zu fahren, nahm Gestalt an. <\/p>\n<p>Doch durch die N\u00e4he zum Zuhause, will sich der Alltag in meine Gedanken schleichen. Stattdessen konzentriere ich mich wieder auf die Natur und das tolle Gef\u00fchl, unterwegs zu sein. Unterwegs mit Gott. Umgeben von den B\u00e4umen im Stenumer Holz f\u00fchlt man sich der Sch\u00f6pfung verbunden. Und schlie\u00dflich erreiche ich die kleine katholische Kapelle St. Michael. Fr\u00fcher war das Geb\u00e4ude ein Wohnhaus mit Laden und Lagerraum. Doch in den 1950er Jahren wurde es von der katholischen Kirchengemeinde f\u00fcr die vertriebenen katholischen Christinnen und Christen aus den Ostgebieten erworben und zur Kapelle umgebaut. Auch hier will ich mir meinen Stempel holen, aber leider ist der Kasten abgeschlossen. <\/p>\n<p>Also geht es weiter zum nur wenige Meter entfernten Steinkreuz. Hier lege ich im Schatten der B\u00e4ume eine l\u00e4ngere Rast ein und spreche die Meditation, die auf der Tafel beim Kreuz abgedruckt ist. \u201eSp\u00fcre, du bist niemals schutzlos\u201c endet sie. Und unter dem Dach der B\u00e4ume mit Blick auf das eindrucksvolle Kreuz, in dem sich die Sonne spiegelt, f\u00fchle ich mich tats\u00e4chlich besch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Erholt steige ich wieder auf mein Fahrrad. Das n\u00e4chste Etappenziel ist die St. Katharinenkirche in Sch\u00f6nemoor. Doch an einer Kreuzung fehlen pl\u00f6tzlich die Hinweisschilder. Aber ein kurzer Blick auf die Karte verr\u00e4t die weitere Strecke. An der Kirche suche ich zun\u00e4chst nach der Stempelstation. Dort begegne ich Friedhofsg\u00e4rtner Jochen Hoffmann. Er l\u00e4sst mich auch einen Blick in die abgeschlossene Kirche werfen. Still setzte ich mich auf einen der St\u00fchle und lasse den Altarraum, der von der Sonne in ein warmes Licht getaucht ist, auf mich wirken. Ein Moment totaler Ruhe. <\/p>\n<p>Die St.-Katharinen-Kirche in Sch\u00f6nemoor wurde schon als Pilgerst\u00e4tte geplant und gebaut. Nach der Einweihung im Jahr 1324 gab es f\u00fcr die Pilger einen 40-t\u00e4gigen Ablass vom Fegefeuer. Das besagt eine Ablassurkunde des Papstes in Avignon aus dem Jahr 1333. Im Eingangsbereich der Kirche ist sie als Kopie ausgestellt. Passend, dass die Kirche nun an einem Pilgerweg liegt. \u201eEs kommen h\u00e4ufiger Pilgergruppen\u201c, berichtet Hoffmann. <br \/><span style=\"font-weight: bold\"><br \/>2001 wurde das erste Wegekreuz errichtet<\/span><br \/>Von Sch\u00f6nemoor geht es weiter Richtung Delmenhorst. Genauer nach Hasbergen. Die Strecke durch den Wald geh\u00f6rt zu einer der ruhigsten. In Hasbergen begegne ich einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe Radfahrer. \u201eAuch unterwegs auf dem \u00f6kologischen Radweg?\u201c, fragen sie. Mein Hinweis auf die Pilgertour interessiert sie. \u201eDie Schilder haben wir auch gesehen\u201c, ert\u00f6nt es, bevor sich unsere Wege trennen. Mein Ziel ist die St.-Laurentius-Kirche in Hasbergen. Sie wurde 1336 errichtet. Das Innere der Kirche kann ich mir leider nicht anschauen, da gerade eine Beerdigung stattfindet. <\/p>\n<p>Stattdessen radele ich weiter zu meiner letzten Station: dem Wegekreuz in Schohasbergen. Es war 2010 das erste der f\u00fcr den Pilgerweg erbauten Wegkreuze. Und es ist das flachste. Deshalb radele ich &#8211; in Gedanken versunken &#8211; zun\u00e4chst vorbei. Erst auf dem R\u00fcckweg entdecke ich die f\u00fcnf Findlinge in Kreuzform am Rande eines Feldes und lerne, dass auf dem angrenzenden Acker im Mittelalter eine Kapelle stand. F\u00fcr mich ein passender Endpunkt meiner Tour. <\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Kerstin Kempermann, Evangelische Zeitung, Redaktion Oldenburg.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stille und Einkehr: Auf den 65 Kilometern des Pilgerwegs durch die Wesermarsch und das Oldenburg Land sind sie zu finden. Kerstin Kempermann von der Oldenburger Redaktion der Evangelischen Zeitung hat sich aufs Rad geschwungen und sich auf den \u00f6kumenischen Pilgerweg \u201eOchtum, Marsch und Moor\u201c begeben. Sie hat viele Eindr\u00fccke gesammelt und Neues \u00fcber die Region erfahren.Das Bogenkreuz in Altenesch ist der Startpunkt. 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