{"id":4870,"date":"2016-08-05T08:42:00","date_gmt":"2016-08-05T06:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/seelsorger-sehen-schiffe-und-seeleute-weiterhin-von-piraterie-bedroht\/"},"modified":"2016-08-05T08:42:00","modified_gmt":"2016-08-05T06:42:00","slug":"seelsorger-sehen-schiffe-und-seeleute-weiterhin-von-piraterie-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/seelsorger-sehen-schiffe-und-seeleute-weiterhin-von-piraterie-bedroht\/","title":{"rendered":"Seelsorger sehen Schiffe und Seeleute weiterhin von Piraterie bedroht"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Piraterie ist nach Aussagen der Deutschen Seemannsmission nach wie vor eine massive Bedrohung f\u00fcr die Handelsschifffahrt und die Seeleute. &quot;Auch wenn die Zahlen zur\u00fcckgegangen sind&nbsp;\u2013 in unsere Stationen kommen immer wieder Seeleute, um \u00fcber traumatische Erfahrungen mit \u00dcberf\u00e4llen auf See zu reden&quot;, sagte die Generalsekret\u00e4rin der in Bremen ans\u00e4ssigen Organisation, Heike Proske. Das passiere beispielsweise in Durban, Hongkong, Singapur, Lom\u00e9 in Togo oder Duala in Kamerun. &quot;Und immer erz\u00e4hlen die Betroffenen von gro\u00dfer Hilflosigkeit.&quot;<\/p>\n<p>Zwar sind die \u00dcberf\u00e4lle nach dem j\u00fcngsten Piraterie-Bericht des Internationalen Schifffahrtsb\u00fcros IMB auf den niedrigsten Stand seit 1995 gesunken. &quot;Trotzdem gab es in der ersten H\u00e4lfte des laufenden Jahres 98 Zwischenf\u00e4lle&quot;, sagte Proske. &quot;Piraten sind auf 72 Schiffen an Bord gekommen, haben f\u00fcnf in ihre Gewalt gebracht und 64 Seeleute als Geiseln gekommen.&quot; Anders als etwa bei Flugzeugentf\u00fchrungen werde \u00fcber diese Zwischenf\u00e4lle kaum berichtet.<\/p>\n<p>&quot;Dabei ist die Situation f\u00fcr die Seeleute besonders dramatisch, weil zugleich ihr Arbeitsplatz und ihr Wohnraum angegriffen wird &#8211; einen Platz, um sich zur\u00fcckzuziehen und Abstand zu gewinnen, haben sie nach den \u00dcberf\u00e4llen nicht.&quot; Viele Betroffene nutzten dann zumindest bei Landg\u00e4ngen und bei Besuchen in den Clubs der Seemannsmission die Gelegenheit, um sich ihre Belastungen von der Seele zu reden. <\/p>\n<p>Oftmals \u00fcberfallen schwer bewaffnete, organisierte Banden Schiffe auf See und vor Anker, greifen die Besatzung an, rauben Schiffsladungen oder bringen ganze Frachter in ihre Gewalt, um sie weiterzuverkaufen oder L\u00f6segeld-Forderungen zu stellen. Zwar sei die Situation vor der K\u00fcste Somalias durch die Anti-Piraten-Mission &quot;Atalanta&quot; der EU ruhiger geworden, sagte Proske. Doch die Situation \u00e4hnele einem Schwelbrand, da Somalia ein fragiler Staat bleibe und die Gefahr von Angriffen damit weiterhin hoch sei: &quot;Das kann jederzeit wieder aufflammen, wenn sich die EU zur\u00fcckziehen w\u00fcrde.&quot;<\/p>\n<p>Die Westk\u00fcste Afrikas z\u00e4hle nach wie vor zu den Hochrisiko-Gebieten. Dort werden Proske zufolge unter anderem L\u00f6segelder f\u00fcr die islamistische Terrorgruppe &quot;Boko Haram&quot; in Nigeria erpresst. Auch im s\u00fcdostasiatischen Raum gebe es weiterhin viele \u00dcberf\u00e4lle. Positiv sei dort in der Stra\u00dfe von Malakka der Zusammenschluss von Anrainerstaaten zu einer gemeinsamen K\u00fcstenwache: &quot;Das m\u00fcsste auch im westafrikanischen Golf von Guinea passieren.&quot;<\/p>\n<p>Viel Lob hat Proske f\u00fcr deutsche Reeder. Sie schulten ihre Offiziere, um im Ernstfall einer Panik an Bord begegnen und Opfern helfen zu k\u00f6nnen. Erfolgreich sei neben dem Einsatz der Marine auch der Einsatz staatlich zertifizierter privater und bewaffneter Sicherheitskr\u00e4fte an Bord der Schiffe. Doch dieser Schutz werde beispielsweise vor Westafrika von den Anrainerstaaten nicht zugelassen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Das Stichwort: Deutsche Seemannsmission<\/span><\/p>\n<p>Die Deutsche Seemannsmission mit ihrer internationalen Zentrale in Bremen geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten Arbeitszweigen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit mehr als 125 Jahren leistet die Organisation auf Schiffen, in Seemannsclubs und in Seemannsheimen auf mehreren Kontinenten Seelsorge und Sozialarbeit an Seeleuten aus aller Welt. Die Arbeit geschieht unabh\u00e4ngig von Herkunft und Religion der Schiffsbesatzungen.<\/p>\n<p>International legt das Hilfswerk seit einiger Zeit besonderes Gewicht auf die psychosoziale Unterst\u00fctzung von Piratenopfern und Hilfen f\u00fcr Seeleute in der Fl\u00fcchtlingskrise. An der Nord- und Ostsee leistet die Organisation in Zusammenarbeit mit dem Havarie-Kommando in Cuxhaven Notfallseelsorge. Die Arbeit wird aus Kirchensteuern, \u00f6ffentlichen Mitteln, Spenden und freiwilligen Schiffsabgaben der Reeder finanziert.<\/p>\n<p>Ihre Wurzeln hat sie im diakonischen &quot;Komitee f\u00fcr kirchliche Versorgung im Ausland&quot;, das am 29. September 1886 gegr\u00fcndet wurde. Heute wollen die etwa 800 Haupt- und Ehrenamtlichen rund um den Globus mit Freizeitangeboten au\u00dferhalb der Bordroutine der Vereinsamung und Entfremdung in den zunehmend multinationalen Besatzungen entgegenwirken. Sie arbeiten eng mit anderen christlichen Seemannsmissionen und Organisationen wie der Internationalen Transportarbeiter-Gewerkschaft ITF zusammen.<\/p>\n<p>Gemeinsam setzen sie sich daf\u00fcr ein, die Lebens- und Arbeitsverh\u00e4ltnisse an Bord zu verbessern. Daf\u00fcr unterh\u00e4lt die Deutsche Seemannsmission im Ausland ein Netz von 16 Stationen, beispielsweise in Lom\u00e9, Valparaiso und Singapur. In Deutschland gibt es ebenfalls 16 Standorte, die von eigenst\u00e4ndigen Inlandsvereinen getragen werden. Unter ihnen sind Bremen, Hamburg, Rostock, Brunsb\u00fcttel, Bremerhaven, Cuxhaven und Emden. Auch in Duisburg, dem gr\u00f6\u00dften Binnenhafen Europas, ist die Seemannsmission t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Seemannsmission in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg: http:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/themen\/seelsorge-beratung\/seemannsmission.html<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). 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