{"id":4982,"date":"2016-08-26T08:09:00","date_gmt":"2016-08-26T06:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/norddeutsche-mission-gleichberechtigt-und-auf-augenhoehe\/"},"modified":"2016-08-26T08:09:00","modified_gmt":"2016-08-26T06:09:00","slug":"norddeutsche-mission-gleichberechtigt-und-auf-augenhoehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/norddeutsche-mission-gleichberechtigt-und-auf-augenhoehe\/","title":{"rendered":"Norddeutsche Mission &#8211; Gleichberechtigt und auf Augenh\u00f6he"},"content":{"rendered":"<p>Der Oldenburger Bischof Jan Janssen hat mehr Bildungsarbeit f\u00fcr die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung in Afrika angemahnt. &quot;Die Bildungsarbeit vor Ort ist eine der wichtigsten Aufgaben kirchlicher Missions- und Entwicklungsarbeit&quot;, sagte der evangelische Theologe am Donnerstag in Oldenburg dem Evangelischen Pressedienst (epd). Janssen war vor wenigen Tagen von einer Reise mit der Norddeutschen Mission mit Sitz in Bremen in den nur wenig erschlossenen und verarmten Norden Ghanas zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>Das Missionswerk unterh\u00e4lt seit fast 180 Jahren Beziehungen nach Ghana und ins benachbarte Togo. Es unterst\u00fctzt dort die evangelischen Kirchen bei der Ausbildung, der medizinischen Grundversorgung, der Landwirtschaft, in der Friedensarbeit und bei pastoralen Aufgaben.<\/p>\n<p>Der Norddeutschen Mission geh\u00f6ren neben den evangelischen Kirchen von Togo und Ghana die evangelischen Landeskirchen Bremen, Oldenburg und Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer an.<\/p>\n<p>Ein zunehmendes Problem f\u00fcr die Landwirtschaft in Ghana seien die seit Jahren immer k\u00fcrzer ausfallenden Regenperioden, einhergehend mit zunehmenden Starkregen, der die Felder zu zerst\u00f6ren drohe, berichtete Janssen. Zwar herrsche in dem westafrikanischen Staat kein Hunger, &quot;aber wir haben immer mal wieder Kinder mit den typischen aufgebl\u00e4hten Hungerb\u00e4uchen gesehen&quot;.<\/p>\n<p>Bildungsprojekte seien dringend n\u00f6tig. Die Bauern kauften inzwischen Saatgut von US-Firmen, das schneller wachse. Mit im Paket der Firmen seien aber auch Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmittel, die die Bauern bedenkenlos neben Trinkwasserbrunnen einsetzten. &quot;Hier drohen eine einseitige Abh\u00e4ngigkeit und gesundheitliche Gefahren.&quot;<\/p>\n<p>Beeindruckt zeigte sich Janssen von dem gesellschaftlichen Miteinander der unterschiedlichen Religionen. So sei es kein Problem, dass die evangelische Kirche eine Entbindungsstation mit einer muslimischen Hebamme betreibe. Im Gottesdienst zum Abschluss der Reise habe ein muslimischer Minister der Regierung die Arbeit der Kirchen gew\u00fcrdigt und ein Gebet gesprochen.<\/p>\n<p>Janssen betonte, dass die Zusammenarbeit der beiden afrikanischen Kirchen mit den vier norddeutschen Kirchen &quot;gleichberechtigt und auf Augenh\u00f6he&quot; geschehe. &quot;Alle Kirchen sitzen im Vorstand der Norddeutschen Mission und entscheiden \u00fcber die Vergabe von Geldern gemeinsam.&quot; Die Zeiten als die wei\u00dfen Missionare allein sagten, was gut und richtig ist, seien l\u00e4ngst Geschichte. &quot;Hier h\u00f6ren wir aufeinander und lernen voneinander.&quot;<\/p>\n<p>Weitere Informationen finden Sie unter: www.norddeutschemission.de<br \/>\n <br \/><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von J\u00f6rg Nielsen, Evangelischen Pressedienst (epd).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Norddeutsche Mission: Reise in den Norden von Togo und Ghana<br \/><\/span>Vom 12. bis 24. August reisten die Vorstandsmitglieder der Norddeutschen Mission (NM) Dietmar Arends, Pr\u00e4ses der Norddeutschen Mission und Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche; Bischof Jan Janssen, Ev. Luth. Kirche in Oldenburg; Pfarrer Thomas Adomeit, Ev. Luth. Kirche in Oldenburg und Hannes Menke, Generalsekret\u00e4r der Norddeutschen Mission in den Norden von Togo und Ghana und besuchten die Partnerkirchen Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Ghana (E.P.Church, Ghana) und Evangelisch-Presbyterianische Kirche von Togo.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Solidarit\u00e4t mit den \u00c4rmsten<br \/><\/span>Sowohl in Ghana als auch in Togo wurde wiederholt die Bedeutung der \u201eBremen Mission family\u201c als internationale Gemeinschaft betont. In beiden Kirchen haben sowohl die Kirchenleitungen als auch die lokalen Verantwortlichen die besondere Wertsch\u00e4tzung der Nord-Regionen unterstrichen, die die NM-Delegation durch ihren Besuch dort zum Ausdruck brachte. Der Besuch im Norden war eine bewusste Entscheidung, da es sich um die \u00e4rmsten Regionen der Kirche handelt. Au\u00dferdem geh\u00f6rte die Nord-Region in Togo nicht zum traditionellen Missionsgebiet der NM, und im Norden Ghanas bestehen besondere Beziehungen zu Gemeinden der Lippischen Landeskirche. Das Treffen des Rats der Generalversammlung der E.P.Church, Ghana (Council) in Tamale bot dar\u00fcber hinaus eine Gelegenheit f\u00fcr Gesamtkirchliche Kontakte.<\/p>\n<p>Beeindruckend war im Norden Togos und Ghanas die Begeisterung, mit der die Delegation der Norddeutschen Mission in St\u00e4dten wie Kara (Togo) sowie Yendi und Tamale (Ghana) als auch in kleineren Ortschaften wie Landa, Pya, Farende (Togo) oder Tatale, Saboba, Wapuli, Cheriponi, Bladjai (Ghana) begr\u00fc\u00dft worden ist.<\/p>\n<p>Sowohl in Togo als auch in Ghana sind sich die Verantwortlichen der Kirchen der historischen Herkunft als auch der daraus resultierenden heutigen Verantwortung der Kirche bewusst. So wurde in Togo daran erinnert, dass die Missionare im 19. Jahrhundert nie bis in den Norden gekommen sind. Umso mehr wurde die Reise der Vertreter des NM-Vorstands in diese Region begr\u00fc\u00dft. Im Norden Ghanas wurde an die Missions- und Entwicklungsarbeit des Lipper Pastors Klaus Winter in den 1960er und 1970er Jahren erinnert. <\/p>\n<p>Das heutige Engagement der Kirche wird als praktische Fortsetzung dieses integrierten Missionskonzepts gesehen. Im Selbstverst\u00e4ndnis der Kirchen und Gemeinden vor Ort wird das praktische Engagement in Form von Gesundheitsstationen, Brunnenbau, Alphabetisierungskampagnen, landwirtschaftlicher Beratung und integrierter Dorfentwicklung als Teil einer ganzheitlichen Mission verstanden. Sehr deutlich wurde dabei die praktische Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung nicht an Bedingungen wie die Akzeptanz der Wortverk\u00fcndigung oder Konversion gekn\u00fcpft, sondern vielmehr als praktischer Ausdruck der Liebe Gottes verstanden, die die Christen und die Kirche mit allen Menschen, insbesondere denen in Not, teilen m\u00f6chten. So richten sich die Programme an alle Bev\u00f6lkerungsgruppen, unabh\u00e4ngig von ihrer religi\u00f6sen oder ethnischen Herkunft.<\/p>\n<p>Offensichtlich besteht zwischen den Religionen ein gutes und einvernehmliches Miteinander. Auch in einer kirchlichen Einrichtung kann eine muslimische Krankenschwester arbeiten, und der stellvertretende Regionalminister der Northern Region Ghanas, ein Muslim, begr\u00fc\u00dfte eloquent die sonnt\u00e4glich versammelte Gemeinde in Tamale und unterstrich sein Eintreten f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben in der Nation Ghana mit Bibel- und Koran-Zitaten sowie traditionellen afrikanischen Sprichw\u00f6rtern.<\/p>\n<p>Als wiederkehrendes Thema und akute Herausforderung war der Klimawandel sp\u00fcrbar. W\u00e4hrend die Regenzeit zunehmend k\u00fcrzer wird und mit ausgiebigem Starkregen die Felder zu zerst\u00f6ren droht, dehnt sich die Trockenzeit von Oktober bis in den Juni hinein immer mehr aus. Daher wollen die landwirtschaftlichen Beratungsstationen angepasste Anbaumethoden und vor allem neues Saatgut mit k\u00fcrzeren Wachstumszeiten einf\u00fchren und suchen f\u00fcr diese neue Orientierung ihrer Arbeit die notwendigen Mittel. Auch als Ma\u00dfnahme zur Klimastabilisierung werden Aufforstungs-Projekte verstanden, die von schulischen Eco-Clubs initiiert und begleitet werden, bis die B\u00e4ume die Buschfeuer w\u00e4hrend der Trockenzeit \u00fcberstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am Ende fand die Reise einen H\u00f6hepunkt im Abschlussgottesdienst des Ratstagung im ghanaischen Tamale. Moderator Dr. Seth Senyo Agidi (kirchenleitender Theologe der E.P.Church) unterstrich in seiner Predigt, dass christlicher Glaube aus praktischer N\u00e4chstenliebe im Alltag, aber auch aus gemeindlichem Engagement bestehe. Nicht zuf\u00e4llig spielte darum das Fundraising im Gottesdienst mit drei gro\u00dfen Kollekten eine Rolle, in dem \u2013 einschlie\u00dflich einzelner Spenden \u2013 \u00fcber 8.000 Euro zusammenkamen. Das Geld soll zum gr\u00f6\u00dften Teil f\u00fcr den Kauf eines Grundst\u00fccks f\u00fcr die landwirtschaftliche Beratungsstation in Yendi verwendet werden. Die Partnerschaft mit der Norddeutschen Mission fand ihren Ausdruck in einem Gru\u00dfwort durch ihren Pr\u00e4ses Dietmar Arends und im F\u00fcrbittengebet von Bischof Jan Janssen.<\/p>\n<p>\u201eDiese Reise zeigt in beeindruckender Weise, wie die deutschen und afrikanischen Mitgliedskirchen ihre Verantwortung f\u00fcr eine gemeinsame Mission wahrnehmen: im intensiven Zuh\u00f6ren und voneinander Lernen, im gemeinsamen H\u00f6ren auf Gottes frei machendes, ermutigendes Wort und im Feiern unseres Glaubens sowie im Suchen und Ringen um angemessene Unterst\u00fctzung und praktische Solidarit\u00e4t, insbesondere mit den \u00e4rmsten Teilen der Bev\u00f6lkerung &#8211; zum Beispiel im Norden Ghanas und Togos\u201c, zieht Hannes Menke, Generalsekret\u00e4r der Norddeutschen Mission ein Res\u00fcmee. <\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag der Pressestelle der Norddeutschen Mission.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Oldenburger Bischof Jan Janssen hat mehr Bildungsarbeit f\u00fcr die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung in Afrika angemahnt. &quot;Die Bildungsarbeit vor Ort ist eine der wichtigsten Aufgaben kirchlicher Missions- und Entwicklungsarbeit&quot;, sagte der evangelische Theologe am Donnerstag in Oldenburg dem Evangelischen Pressedienst (epd). Janssen war vor wenigen Tagen von einer Reise mit der Norddeutschen Mission mit Sitz in Bremen in den nur wenig erschlossenen und verarmten Norden Ghanas zur\u00fcckgekehrt. Das Missionswerk unterh\u00e4lt seit fast 180 Jahren Beziehungen nach Ghana und ins benachbarte Togo. 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