{"id":4983,"date":"2016-08-26T07:43:00","date_gmt":"2016-08-26T05:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/erinnerung-an-stalin-erlass-zur-deportation-der-russlanddeutschen\/"},"modified":"2016-08-26T07:43:00","modified_gmt":"2016-08-26T05:43:00","slug":"erinnerung-an-stalin-erlass-zur-deportation-der-russlanddeutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/erinnerung-an-stalin-erlass-zur-deportation-der-russlanddeutschen\/","title":{"rendered":"Erinnerung an Stalin-Erlass zur Deportation der Russlanddeutschen"},"content":{"rendered":"<p>Der Aussiedlerbeauftragte der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Pfarrer Dr. Oliver D\u00fcrr, hat dazu aufgerufen, sich des Stalin-Erlasses zur Deportation der Russlanddeutschen zu erinnern, der sich in diesem Jahr zum 75. Mal j\u00e4hrt. Der 28. August 1941 sei zum Schl\u00fcsselereignis f\u00fcr die Leidensgeschichte der Russlanddeutschen geworden und bilde eine besondere Art der Identit\u00e4t auch f\u00fcr die nachfolgende Generation, so eine Stellungnahme der Konferenz der Aussiedlerseelsorge in der EKD.<\/p>\n<p>Es sei ein \u201egutes Zeichen geschwisterlicher N\u00e4chstenliebe, um das Gedenken innerhalb der russlanddeutschen Familien zu wissen und es ins Gebet zu nehmen\u201c, so der Aussiedlerbeauftragte der oldenburgischen Kirche.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Im Folgenden finden Sie einen Beitrag von Pfarrer Dr. Oliver D\u00fcrr:<br \/><\/span><br \/><span style=\"font-weight: bold\">Der Stalin-Erlass \u2013 Ein tragischer Tag im Jahr 1941<br \/><\/span>Es ist uns im Oldenburger Land ganz selbstverst\u00e4ndlich geworden, dass die Geschichte der Vertriebenen und Fl\u00fcchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zur Oldenburger Kirchengeschichte dazugeh\u00f6rt, denn diese Zugewanderten siedelten sich nach 1945 im Oldenburger Land an und wurden somit Glieder der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.<\/p>\n<p>Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 sind allerdings weitere lutherische Christinnen und Christen aus der ehemaligen Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten zu uns gekommen, deren Pr\u00e4senz heute als ganz unauff\u00e4llig gilt oder als selbstverst\u00e4ndlich wahrgenommen wird, weil gerade im Oldenburger M\u00fcnsterland die meisten Kirchengemeinden mehrheitlich junge und wachsende Gemeinden dank der russlanddeutschen Sp\u00e4taussiedler geworden sind. Das hat die s\u00fcdlichen Kirchengemeinden praktisch vor der Vergreisung oder der v\u00f6lligen Marginalisierung bewahrt. &nbsp;<\/p>\n<p>Insofern geh\u00f6rt heutzutage neu auch die Beheimatung der Deutschen aus Russland, Kasachstan usw. zur Migrationsgeschichte des Oldenburger Landes und deren lutherischen Kirche, denn etwa 50.000 der heute rund 420.000 lutherischen Christinnen und Christen entstammen dieser Herkunft.<\/p>\n<p>\u00dcber die Geschichte der Russlanddeutschen wissen wir allerdings noch zu wenig. Deswegen soll hier auf ein wichtiges Ereignis hingewiesen werden: den sogenannten Stalin-Erlass. Die Konferenz der Aussiedlerseelsorge in der EKD erinnert wie folgt:<\/p>\n<p>\u201eIn diesem Jahr j\u00e4hrt sich n\u00e4mlich zum 75. Mal der Stalin-Erlass zur Deportation der Russlanddeutschen. Der 28. August 1941 ist zum Schl\u00fcsselereignis f\u00fcr die Leidensgeschichte der Russlanddeutschen geworden und bildet eine besondere Art der Identit\u00e4t auch f\u00fcr die nachfolgende Generation.<\/p>\n<p>Vor genau 75 Jahren gab das Pr\u00e4sidium des Obersten Sowjets der UdSSR per Erlass bekannt, dass alle Deutschen der Wolgagebiete unverz\u00fcglich und restlos umgesiedelt werden m\u00fcssen. Das gleiche Schicksal erfuhren weitere Deutsche in anderen Siedlungsgebieten der Sowjetunion. Sie wurden aus den europ\u00e4ischen Teilen der Sowjetunion nach Osten in sogenannte Sondersiedlungen deportiert und anschlie\u00dfend vielfach zur Zwangsarbeit im Lagersystem des GULAG verpflichtet. Die Ma\u00dfnahme stand im Kontext des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion im Juni 1941. Alle Sowjetdeutschen wurden kollektiv angeschuldigt, mit Hitlerdeutschland zu kollaborieren &#8211; eine unrechtm\u00e4\u00dfige Annahme, die Stalin als Begr\u00fcndung f\u00fcr seine Politik diente. Repressionen gegen\u00fcber Russlanddeutschen hielten auch nach Kriegsende an. In ihre Heimatgebiete durften sie nie zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erlebnisgeneration und deren Kinder ist ein besonderer Tag des Erinnerns, verbunden mit der Klage \u00fcber das erfahrene Leid und des Dankes f\u00fcr Gottes N\u00e4he im Leid.\u201c<\/p>\n<p>Es w\u00e4re ein gutes Zeichen geschwisterlicher N\u00e4chstenliebe, um das Gedenken innerhalb der russlanddeutschen Familien zu wissen und es ins Gebet zu nehmen. <\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Gedenkgottesdienst der EKD in Essen\/ Ruhr finden sich auf der Website der Aussiedlerseelsorge der EKD Unter: www.ekd.de\/seelsorge\/aussiedler\/aktuelles.html<br \/>\n <br \/>Eine Arbeitshilfe findet sich unter folgendem Link: www.ekd.de\/seelsorge\/aussiedler\/links.html<br \/>\n <br \/><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Pfarrer Dr. Oliver D\u00fcrr, Aussiedlerbeauftragter der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. <br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Aussiedlerbeauftragte der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Pfarrer Dr. Oliver D\u00fcrr, hat dazu aufgerufen, sich des Stalin-Erlasses zur Deportation der Russlanddeutschen zu erinnern, der sich in diesem Jahr zum 75. Mal j\u00e4hrt. Der 28. August 1941 sei zum Schl\u00fcsselereignis f\u00fcr die Leidensgeschichte der Russlanddeutschen geworden und bilde eine besondere Art der Identit\u00e4t auch f\u00fcr die nachfolgende Generation, so eine Stellungnahme der Konferenz der Aussiedlerseelsorge in der EKD. Es sei ein \u201egutes Zeichen geschwisterlicher N\u00e4chstenliebe, um das Gedenken innerhalb der russlanddeutschen Familien zu wissen und es ins Gebet zu nehmen\u201c, so der Aussiedlerbeauftragte der oldenburgischen Kirche. 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