{"id":5027,"date":"2016-09-05T11:07:00","date_gmt":"2016-09-05T09:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/glanz-fuer-die-grafengruft\/"},"modified":"2016-09-05T11:07:00","modified_gmt":"2016-09-05T09:07:00","slug":"glanz-fuer-die-grafengruft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/glanz-fuer-die-grafengruft\/","title":{"rendered":"Glanz f\u00fcr die Grafengruft"},"content":{"rendered":"<p>Vier Zinns\u00e4rge stehen in dem Gew\u00f6lbe unter der Stadtkirche in Delmenhorst. Die letzten Ruhest\u00e4tten von Graf Anton II., seiner Frau Gr\u00e4fin Sibylla Elisabeth, ihrer Tochter Sibylla Marie und ihrem Sohn Graf Christian IX. \u201eDie Grafengruft ist eines der wenigen historischen Zeugnisse aus der vorindustriellen Zeit in der Stadt\u201c, betont Pfarrer Thomas Meyer. Denn an das repr\u00e4sentative Schloss, das fr\u00fcher auf der Burginsel stand, erinnert heute nur noch wenig.<br \/>\n<br \/>Doch der Zustand der Gruft und vor allem der Zugang zu ihr sind nicht sonderlich repr\u00e4sentativ. Deshalb sollen die R\u00e4ume umgebaut und erweitert werden. \u201eUnd wir wollen endlich einen neuen barrierefreien Zugang schaffen\u201c, betont Pfarrer Thomas Meyer, der sich gemeinsam mit seiner Pastorenkollegin Sabine Lueg, den Kirchenf\u00fchrern Barbara Stolberg und Johannes Mitternacht, Kantorin Friederike Spangenberg und der Historikerin Herta Hoffmann f\u00fcr die Neugestaltung der Grafengruft einsetzt. Rund 300.000 Euro wird das kosten. Und die m\u00f6chte die Stadtkirchen-Gemeinde jetzt mit mehreren Aktionen einsammeln. Zum Auftakt findet am Freitag, 9. September, ab 19 Uhr ein Abend mit Musik aus der Zeit der Grafen, Schauspiel und Informationen zur Gruft, den Grafen und dem geplanten Umbau, statt.<br \/>\n<br \/>\u201eDie Gruft ist das \u00c4lteste, was Delmenhorst zu bieten hat und dann dieser Abgang\u201c, berichtet Pastorin Lueg. Nicht nur ihre Konfirmanden auch Besucherinnen und Besucher der F\u00fchrungen durch die Kirche oder die Gruft zeigten sich regelm\u00e4\u00dfig entt\u00e4uscht. Pastor Dreyer hat die Reaktionen gesammelt. \u201eUnw\u00fcrdig\u201c, \u201eeng und gef\u00e4hrlich\u201c, \u201ewie zum Kohlenkeller\u201c, so beschrieben die Besucherinnen und Besucher ihre Eindr\u00fccke vom Nutztreppenhaus aus den 1960er-Jahren, \u00fcber das man derzeit in die Gruft gelangt. <\/p>\n<p>Aber nicht nur der Zugang soll neu gestaltet werden. Es sollen zus\u00e4tzlich zwei Ausstellungsr\u00e4ume entstehen, um mehr historische Details zu den Delmenhorster Grafen auszustellen.<br \/>\n<br \/>Die Geschichte der Gruft begann im 17. Jahrhundert. Die ehemalige Lehrerin Herta Hoffmann hat sie f\u00fcr den Spendenflyer zusammengefasst. Darin hei\u00dft es unter anderem: \u201eIm Jahr 1613 lie\u00df Anton II., Graf von Oldenburg und Delmenhorst, Herr zu Jever und Kniphausen, die bestehende Stadtkirche abrei\u00dfen und eine neue mit einer F\u00fcrstengruft errichten.\u201c Anton II. war auch der Erste, der 1619 in der Gruft beigesetzt wurde. Danach \u00fcbernahm seine Frau Sibylla Elisabeth die Regentschaft in Delmenhorst. \u201e\u00dcber diese Frau ist eigentlich viel zu wenig bekannt\u201c, betont Hoffmann, die derzeit zum Leben der Gr\u00e4fin forscht. Sybilla Elisabeth starb elf Jahre nach ihrem Mann. Nur 32 Jahre wurde die gesundheitlich angeschlagene Tochter Sibylla Maria, die 1640 bestattet wurde. Und am 6. Juli 1647 schlie\u00dflich wurde der letzte Delmenhorster Graf, Christian IX., der kinderlos im Alter von 34 Jahren starb, unter der Stadtkirche beigesetzt.<br \/>\n<br \/>Nachdem das Delmenhorster Schloss Anfang des 18. Jahrhundert geschleift wurde, geriet auch die Gruft in Vergessenheit. Um 1786 wurde sie wieder entdeckt, damals begann ein abermaliger Neubau der Kirche. Laut den Recherchen von Herta Hoffmann wurden die S\u00e4rge w\u00e4hrend der Bauphase bis 1789 ausgelagert, \u201edann wieder in die neue Gruft transportiert und, nachdem die T\u00fcr zugemauert war, erneut vergessen\u201c. Nur durch einen Zufall entdeckten zwei Jungs im Jahr 1873 die Gruft beim Spielen durch ein Mauerloch. 1908 wurden die vier S\u00e4rge schlie\u00dflich umgebettet, n\u00e4mlich in einen Gruft-Neubau.<\/p>\n<p>Nicht nur diese Geschichte k\u00f6nnte in Zukunft in der neugestalteten Gruft erz\u00e4hlt werden. Auch die Biografien der vier Mitglieder der Grafenfamilie sind recht gut dokumentiert, wie Herta Hoffmann darstellt. In den Leichenpredigten, von denen 37.000 in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenb\u00fcttel aufbewahrt werden, findet sich auch Pers\u00f6nliches zu den Delmenhorster Herrschern.\u201eWir hoffen, dass sich die Delmenhorster ihrer Geschichte verbunden f\u00fchlen und f\u00fcr die Grafengruft spenden\u201c, betont Stolberg. Und Johannes Mitternacht erg\u00e4nzt: \u201eDas hier ist lebendige Geschichte. Im Gottesdienst wird zum Beispiel immer noch ein Kelch benutzt, aus dem auch schon Garf Christian der IX beim Abendmahl getrunken hat. Um m\u00f6glichst viele Spenden f\u00fcr die Grafengruft zu spenden, werden Stolberg und Mitternacht mehr F\u00fchrungen durch die Gruft anbieten.<\/p>\n<p>Die Termine f\u00fcr die n\u00e4chsten Kirchenf\u00fchrungen mit Grafengruft: Sonnabend, 24. September (plattdeutsch), 8. Oktober, 29. Oktober und 12. November. Teffpunkt ist um 11 Uhr am Stadtkirchenturm, der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.<\/p>\n<p>Das Spendenkonto: Ev.-luth. Kirchengemeinde Stadtkirche, Landessparkasse zu Oldenburg, IBAN DE71 2805 0100 0000 6750 58, BIC SLZODE22, Kennwort Grafengruft<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Kerstin Kempermann, Evangelische Zeitung Oldenburg.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Zinns\u00e4rge stehen in dem Gew\u00f6lbe unter der Stadtkirche in Delmenhorst. Die letzten Ruhest\u00e4tten von Graf Anton II., seiner Frau Gr\u00e4fin Sibylla Elisabeth, ihrer Tochter Sibylla Marie und ihrem Sohn Graf Christian IX. \u201eDie Grafengruft ist eines der wenigen historischen Zeugnisse aus der vorindustriellen Zeit in der Stadt\u201c, betont Pfarrer Thomas Meyer. Denn an das repr\u00e4sentative Schloss, das fr\u00fcher auf der Burginsel stand, erinnert heute nur noch wenig. 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