{"id":5084,"date":"2016-09-19T15:12:00","date_gmt":"2016-09-19T13:12:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wanderausstellung-zu-kulturschaetzen-von-muenstermann-und-schnitger\/"},"modified":"2016-09-19T15:12:00","modified_gmt":"2016-09-19T13:12:00","slug":"wanderausstellung-zu-kulturschaetzen-von-muenstermann-und-schnitger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wanderausstellung-zu-kulturschaetzen-von-muenstermann-und-schnitger\/","title":{"rendered":"Wanderausstellung zu Kultursch\u00e4tzen von M\u00fcnstermann und Schnitger"},"content":{"rendered":"<p>Auf 25 gro\u00dfen Schautafeln werden derzeit in der Nordenhamer Paulus-Kirche im Pfarrbezirk Friedrich-August-H\u00fctte, zugeh\u00f6rig zur Kirchengemeinde Blexen, eindrucksvolle Fotos und informative Texte zum Thema \u201eHistorische Kirchen in Marsch und Moor \u2013 in der Siellandschaft Wesermarsch und im Land der Friesen\u201c gezeigt. Gro\u00dfformatige Frontansichten von Alt\u00e4ren des Hamburger Holzschnitzmeisters und Bildhauers Ludwig M\u00fcnstermann aus der ersten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts h\u00e4ngen zum direkten Vergleich nebeneinander. Die Ausstellung gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die sakralen Werke M\u00fcnstermanns aus verschiedenen Kirchen und Schaffensperioden. <\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlen auch Bilder von Kanzeln und Epitaphen. Die Ausstellung geht noch bis zum 6. Oktober und ist t\u00e4glich von 9 bis 18 Uhr ge\u00f6ffnet. Auch F\u00fchrungen f\u00fcr Kirchengemeinden und andere Gruppen k\u00f6nnen nach telefonischer Vereinbarung gebucht werden. Informationen f\u00fcr die Buchung dieser Wanderausstellung gibt Initiator Pfarrer i.R. Frank Klimmeck unter: 04732\/183930. Die Tr\u00e4gerschaft obliegt bei der Kirche&amp;Kunst der Kirchengemeinde Rodenkirchen. <\/p>\n<p>Pastorin Anke Cla\u00dfen sprach bei ihrer Begr\u00fc\u00dfung am Sonntag, 18. September, w\u00e4hrend des Gottesdienstes von einem sch\u00f6nen Kontrast zwischen den historischen Darstellungen und der erst vor 50 Jahren gegr\u00fcndeten noch jungen Pauluskirche. Hier beginnt die Wanderausstellung genau eine Woche nach deren Jubil\u00e4umsfeier. Sie solle den Gl\u00e4ubigen das kulturelle und historische Interesse vermitteln, erkl\u00e4rte Cla\u00dfen. Nicht nur von der Kanzel werde das Wort Gottes gepredigt, die dargestellten Alt\u00e4re vermittelten die bildliche Darstellung des Geh\u00f6rten. \u201eM\u00fcnstermanns Werke erz\u00e4hlen zentral von Ostern, dem h\u00f6chsten christlichen Fest. Sie zeigen den Sieg von Jesus Christus \u00fcber Tod und Leid\u201c, so Cla\u00dfen. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Alt\u00e4re im direkten Vergleich<\/span><br \/>Anschaulich pr\u00e4sentiert werden die Alt\u00e4re der Kirchen in Hohenkirchen, Varel (beide Landkreis Friesland), Schwei, Berne, Rodenkirchen, Eckwarden, Tossens, Langwarden und Blexen (alle Landkreis Wesermarsch). Es lassen sich die typischen Biblischen Szenen genauso erkennen wie Unterschiede in der Ausgestaltung und Materialwahl, die oftmals durch die Auftraggeber bestimmt wurden. Im Zentrum der Alt\u00e4re steht die Abendmahlszene, durch ihre dreidimensionale Gestaltung in die Tiefe f\u00fchrend. Die Figuren M\u00fcnstermanns sind sehr bildnerisch dargestellt, im Stile des Manierismus verfasst und die Szenerie besticht durch eine ausgefeilte Lichtkomposition mit oftmals durchscheinenden Elementen. <\/p>\n<p>Die Abendmahlszenen werden umgeben von Szenen aus der Heilsgeschichte Jesu, die in der Spitze in der Kreuzigung m\u00fcnden. Gerade die Kreuzigungsszene ist oftmals filigran und fragil gearbeitet und wird durch das Licht der dahinter befindlichen Fenster geradezu \u00fcberstrahlt. Dar\u00fcber befindet sich oftmals eine Darstellung des Auferstandenen mit der Osterfahne. Beispielhaft wurden die Moorkirche in Bardenfleth und die Marschkirche in Blexen genauer unter die Lupe genommen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Wort und Bild herausgearbeitet. Zu den Sakralbildern kommen historische Karten \u00fcber das Gesamtgebiet Jadebusen mit seinen Landver\u00e4nderungen durch zahlreiche \u00dcberflutungen im Laufe der Jahrhunderte.<br \/>&nbsp;<br \/><span style=\"font-weight: bold\">Offenes Projekt wartet auf weitere Ideen<\/span><br \/>Bereits 2010 wurden erste Ideen zu einer Wanderausstellung mit kulturhistorischen Sch\u00e4tzen von Michael Remmers und Kunstmoderator Frank Klimmeck geschmiedet. Es dauerte jedoch etliche Jahre, bis die umfangreiche Aufgabe in die Tat umgesetzt werden und gen\u00fcgend F\u00f6rderer und Sponsoren gefunden werden konnten. Gerade Dank der energischen und unerm\u00fcdlichen Arbeit von Klimmeck, der nie das Ziel aus den Augen verlor, konnte die Wanderausstellung schlie\u00dflich realisiert werden.\u201eDie Alt\u00e4re und Kanzeln von Ludwig M\u00fcnstermann und die Orgeln von Arp Schnitger sind die tragenden Kulturg\u00fcter, welche die Wesermarsch noch heute vorzuweisen hat\u201c, beschrieb Frank Klimmeck seine Motivation. <\/p>\n<p>\u201eBetrachten Sie die Ausstellung als Baustein eines offenen Prozesses, der in Zukunft hoffentlich eine Fortsetzung finden wird\u201c, bemerkte Mitinitiator Michael Remmers in seiner Er\u00f6ffnungsansprache. \u201eDas Fernziel ist eine touristische Route mit Kultursch\u00e4tzen, die f\u00fcr Touristiker interessant ist und den Einheimischen und Urlaubern die Sch\u00e4tze der Region zug\u00e4nglicher machen soll\u201c, so der Oldenburger, der seit Kurzem ein Kulturhaus in Langwarden betreibt. Hierzu werde es auch eine Entdeckerkarte geben, auf der weitere Projekte wie der Skulpturenpfad rund um den Jadebusen eingezeichnet sein werden. \u201eWir hoffen, dass f\u00fcr jede Kirche Besonderheiten herausgearbeitet werden k\u00f6nnen, um das Mosaik zu vervollst\u00e4ndigen\u201c, w\u00fcnschte sich Remmers. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Eindeutiges Bekenntnis zur theologischen Lehre Martin Luthers <\/span><br \/>Als Schirmherr der Ausstellung hielt der CDU-Landtagsabgeordnete Bj\u00f6rn Th\u00fcmler die Predigt beim Er\u00f6ffnungsgottesdienst, in der er auf die Umst\u00e4nde einging, die dazu f\u00fchrten, dass im Oldenburger Land sehr viele Einrichtungsgegenst\u00e4nde f\u00fcr die Kirchen aus der Werkstatt Ludwigs M\u00fcnstermanns geordert wurden. In ihnen gebe es eine klare Ausrichtung auf die theologische Lehre nach Martin Luther. Nicht zuletzt sei dies m\u00f6glich geworden, durch die Tatsache, dass Graf Anton G\u00fcnther in seiner Grafschaft durch geschicktes politisches Handeln den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg verhindern und damit das Elend und den Verfall der Bev\u00f6lkerung aufhalten konnte. \u201eRundherum herrschten Krieg und Elend, Teufel und Tod\u201c, so Th\u00fcmler. <\/p>\n<p>M\u00fcnstermann habe seine Werke kurz vor Beginn und w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges geschaffen und die Auseinandersetzung endete erst zehn Jahre nach dessen Tod im Jahr 1648. Die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde h\u00e4tten es erfordert, im kirchlichen Leben die reformatorischen Impulse zu erhalten, die Kirchenglieder im Glauben zu st\u00e4rken und ihnen in politisch schwierigen Zeiten eine innere Stabilit\u00e4t zu geben. Die reichen Bauern der Marschen, die durch Vieh- und Pferdezucht \u00fcber gen\u00fcgend finanzielle Mittel verf\u00fcgten, waren in erster Linie die Auftraggeber f\u00fcr die Kirchenausstattungen. <\/p>\n<p>Das Besondere an den Arbeiten M\u00fcnstermanns sei nun der b\u00fchnenm\u00e4\u00dfige Aufbau und die lichtdurchfluteten Fantasiearchitekturen. Als Beispiel nannte Th\u00fcmler den Altar der St.-Matth\u00e4us-Kirche in Rodenkirchen, wo auf der Vorb\u00fchne der Abendmahlstisch und dahinter die Bundeslade dargestellt sind. Darunter in der dritten Ebene am Fu\u00dfe des Altares wird die Heilsgeschichte erz\u00e4hlt, auf Augenh\u00f6he der Gl\u00e4ubigen. \u201eAssistenz bieten die kanonischen Lehrer der Kirche: die gro\u00dfen Propheten Elias und Melchisedek, Moses, Johannes der T\u00e4ufer, die Apostel, die Evangelisten, Paulus und der Kirchenpatron, bis hin zu Luther und Melanchthon als letzte Autorit\u00e4ten. Dazu die symbolhaften und allegorischen Apparate von Tugenden, Engeln mit den Marterwerkzeugen, Pelikan und Ph\u00f6nix, L\u00f6we und Papagei, Tod und Teufel, Sonne und Mond\u201c, schilderte Th\u00fcmler den Zuh\u00f6rern den gut erhaltenen Rodenkircher Kulturschatz.<\/p>\n<p>Die M\u00fcnstermanns Altarretabel g\u00e4ben eine Zusammenfassung der altprotestantischen Fr\u00f6mmigkeit. Der Mensch komme bei der Kommunion in innige Ber\u00fchrung mit Gott selbst, findet darin Trost gegen die Anfechtung, Vergebung in der Gewissensnot und Kraft in der Schw\u00e4che. Die Werke M\u00fcnstermanns seien Zeugnisse eines starken Bekenntnisses zur Lehre Luthers. \u201eSie zu erhalten, sie wertzusch\u00e4tzen und sie zu verstehen, ist auch f\u00fcr den modernen Menschen eine Herausforderung und Aufgabe\u201c, so Th\u00fcmler. Sich aktiv mit seinem Glauben zu besch\u00e4ftigen, sich r\u00fcsten f\u00fcr die Herausforderungen des Alltags, all das k\u00f6nnten diese wunderbaren Meisterwerke den Menschen geben. Sie leisteten eine Bebilderung der biblischen Geschichten und br\u00e4chten eine Einordnung in den protestantischen Glauben, erkl\u00e4rte der Berner Politiker.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Beatrix Schulte.<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf 25 gro\u00dfen Schautafeln werden derzeit in der Nordenhamer Paulus-Kirche im Pfarrbezirk Friedrich-August-H\u00fctte, zugeh\u00f6rig zur Kirchengemeinde Blexen, eindrucksvolle Fotos und informative Texte zum Thema \u201eHistorische Kirchen in Marsch und Moor \u2013 in der Siellandschaft Wesermarsch und im Land der Friesen\u201c gezeigt. Gro\u00dfformatige Frontansichten von Alt\u00e4ren des Hamburger Holzschnitzmeisters und Bildhauers Ludwig M\u00fcnstermann aus der ersten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts h\u00e4ngen zum direkten Vergleich nebeneinander. Die Ausstellung gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die sakralen Werke M\u00fcnstermanns aus verschiedenen Kirchen und Schaffensperioden. Dazu z\u00e4hlen auch Bilder von Kanzeln und Epitaphen. Die Ausstellung geht noch bis zum 6. 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