{"id":5290,"date":"2016-11-01T23:36:00","date_gmt":"2016-11-01T22:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/geschichten-der-bibel-dreidimensional\/"},"modified":"2016-11-01T23:36:00","modified_gmt":"2016-11-01T22:36:00","slug":"geschichten-der-bibel-dreidimensional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/geschichten-der-bibel-dreidimensional\/","title":{"rendered":"Geschichten der Bibel dreidimensional"},"content":{"rendered":"<p>Wie Martin Luther dem Volk die Bibel mit seiner deutschen \u00dcbersetzung im Wort nahegebracht hat, so hat Ludwig M\u00fcnstermann mit Alt\u00e4ren und Kirchenschmuck die biblische Geschichte in eindrucksvollen Bildern erz\u00e4hlt. Ein \u201ereligionsp\u00e4dagogisches Bildprogramm\u201c nennt Bischof Jan Janssen das Werk M\u00fcnstermanns, das jetzt in einer zweib\u00e4ndigen Monografie katalogisiert worden ist. Der Doppelband \u201eLudwig M\u00fcnstermann. Bildhauerkunst des Manierismus im Dienste lutherischer Glaubenslehre\u201c wurde am Reformationstag, 31.Oktober, im Oldenburger Schloss der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. Die oldenburgische Kirche hat das Erscheinen der Publikation gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Mit dem sehr bewusst ausgew\u00e4hlten Datum ist einmal mehr der Bogen von Luther zu M\u00fcnstermann geschlagen worden. Gleichzeitig war dies die Auftaktveranstaltung der oldenburgischen Kirche zur Feier des 500. Reformationsjubil\u00e4ums 2017.<\/p>\n<p>Schon zu Schulzeiten habe ihn M\u00fcnstermanns Werk fasziniert, erz\u00e4hlte der Kunsthistoriker Dr. Dietmar J. Ponert, gemeinsam mit dem ehemaligen Oldenburger Oberkirchenrat Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer Autor des Buches. Die Fotos stammen von Tobias Trapp, die Fotografie im Bereich der Denkmalpflege ist einer der Schwerpunkte des Oldenburger Fotografen. Dem Buch liege intensive Quellenarbeit zugrunde, betonte Ponert. Dabei habe sich unter anderem herausgestellt, dass ein sehr enger Zusammenhang zwischen der Kirche und dem K\u00fcnstler bestanden und M\u00fcnstermann sehr eng angelehnt an den Vorstellungen der Pastoren gearbeitet habe. <\/p>\n<p>\u201eWahrscheinlich haben die Pastoren viele der Werke sogar selbst bezahlt\u201c, so der Kunsthistoriker. Doch auch wenn M\u00fcnstermann die Ideen der Theologen \u201enur\u201c ausgef\u00fchrt habe, seien seine Reliefs, Figuren und Szenen dennoch ausgesprochen stark. Darauf wies auch Thomas Kossendey als Pr\u00e4sident der Oldenburgischen Landschaft hin, die das Erscheinen der Publikation gef\u00f6rdert hatte. In ihrem Ausdruck seien die Figuren M\u00fcnstermanns \u201efast schon Karikaturen\u201c. Er hoffe, dass das Buch helfen werde, M\u00fcnstermanns Kunst der \u00d6ffentlichkeit zu vermitteln, so Kossendey. \u201eDas Werk hat es verdient, weiten Kreisen ein Begriff zu sein.\u201c<\/p>\n<p>In Hamburg geboren, hatte Ludwig M\u00fcnstermann (1599-1638) fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst gearbeitet. Nicht umsonst nannte man ihn \u201eden Riemenschneider des Nordens\u201c, denn wie kein anderer Bildhauer hat er die Kirchen in der Region gepr\u00e4gt. Er gilt als die eigenwilligste K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit unter den Bildhauern des nord- und mitteldeutschen Manierismus. \u201eDie Kunstwerke z\u00e4hlen zu den bedeutendsten, die das Oldenburger Land zu bieten hat\u201c, so die Einsch\u00e4tzung Kossendeys. Chronologisch gesehen sei M\u00fcnstermann der erste K\u00fcnstler im sakralen Raum gewesen, der seine Handschrift in der Region hinterlassen habe, sagte Prof. Dr. Rainer Stamm, Leiter des Landesmuseums f\u00fcr Kunst und Kulturgeschichte. \u201eGerade deshalb freue ich mich sehr, dass es jetzt dieses Werkeverzeichnis gibt.\u201c<\/p>\n<p>Als Oberkirchenrat habe er ab 1971 mitentscheiden m\u00fcssen, wie das Werk M\u00fcnstermanns k\u00fcnftig behandelt werde, erinnerte sich Rolf Sch\u00e4fer. \u201eDamals stand ich staunend vor dem Altar in Rodenkirchen. So etwas hatte ich in einer evangelischen Kirche nicht erwartet.\u201c Allerdings r\u00e4umte er auch ein: \u201eIch habe mich an M\u00fcnstermann erst gew\u00f6hnen m\u00fcssen.\u201c Vermutlich lag dies auch daran, dass M\u00fcnstermanns Figuren nicht gef\u00e4llig sind. <\/p>\n<p>Konfirmanden z\u00f6gen heute sogar den Vergleich mit Comic-Figuren, erz\u00e4hlte Bischof Janssen. \u201eVielleicht nicht zu Unrecht \u2013 besonders die menschlichen Figuren werden gezeigt, als w\u00e4ren sie ein wenig \u00fcberdreht, ihre Gliedma\u00dfen sind verst\u00e4rkt, ihre Gesichter zugespitzt und auf den Punkt gebracht. Engelsgesichter, Bauerntypen, konkrete Gegenst\u00e4nde und einzelne Bewegungsabl\u00e4ufe sind sehr ausdrucksstark gearbeitet.\u201c Die Figuren seien an den erz\u00e4hlten biblischen Geschichten aktiv beteiligt, sagte Janssen und erinnerte daran, dass damals in vielen Kirchengemeinden noch so manche Analphabeten lebten.<\/p>\n<p>Einen Ausblick auf die Aktivit\u00e4ten im Jubil\u00e4umsjahr gab im Anschluss Pfarrer Nico Szameitat, in der oldenburgischen Kirche Beauftragter f\u00fcr das Reformationsjubil\u00e4um. \u201eIch w\u00fcnsche mir f\u00fcr das Jubil\u00e4umsjahr, dass es genau diese Kombination wird: die Erinnerung an Martin Luther und die anderen Reformatoren und deren Erkenntnisse auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber sollen die Menschen in den Gemeinden ermutigt werden, dar\u00fcber nachzudenken und davon zu erz\u00e4hlen, was ihren evangelischen Glauben heute ausmacht.\u201c Unter www.oldenburg2017.de sind bereits viele Aktionen zu finden, die im Bereich der oldenburgischen Kirche im Jubil\u00e4umsjahr geplant sind.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Anke Brockmeyer.<br \/><\/span><br \/><span style=\"font-weight: bold\">Bildhauerkunst des Manierismus<br \/><\/span>Am Reformationstag ist offiziell die Publikation \u201eLudwig M\u00fcnstermann. Bildhauerkunst des Manierismus im Dienste lutherischer Glaubenslehre\u201c erschienen. Die zweib\u00e4ndige Ausgabe besch\u00e4ftigt sich ausf\u00fchrlich mit dem Bildhauer M\u00fcnstermann, der eigenwilligsten K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit unter den Bildhauern des sogenannten nord- und mitteldeutschen Manierismus. Er war von 1599 bis 1638 mit seiner Werkstatt in Hamburg t\u00e4tig und arbeitete in Stein, Holz und Alabaster, vielleicht auch in Elfenbein und Bernstein. Sein pers\u00f6nlicher Stil erweist sich als ungew\u00f6hnlich und einzigartig. <\/p>\n<p>In der Ausgabe wird das gesamte Spektrum der Bildinhalte als Zeugnis lutherischer Glaubenslehre erschlossen, die sich allein wegen ihrer F\u00fclle in der protestantischen Kunstwelt dieser Zeit als unvergleichbar erweist. Es handelt sich um eine theologische und kunstwissenschaftliche Erschlie\u00dfung der Werke Ludwig M\u00fcnstermanns mit umfangreichem Werkkatalog und eigens angefertigten Fotografien, die einen wichtigen Beitrag zur Forschung zum Manierismus sowie zu konfessioneller Ikonographie leistet.<\/p>\n<p>In einem umfangreichen Katalogteil wird jedes erhaltene oder nachzuweisende Werk M\u00fcnstermanns, seiner Mitarbeiter in der Werkstatt und seiner Nachfolger detailliert beschrieben und kommentiert. Der Tafelband mit seinen eigens angefertigten Fotografien dokumentiert den jetzigen Zustand der Werke. <\/p>\n<p>Die zweib\u00e4ndige Publikation ist im Verlag Schnell &amp; Steiner (Regensburg) erschienen und kostet 99 Euro (Textband 672 Seiten, Tafelband 336 Seiten, ISBN 978-3-7954-3166-2). <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Die Autoren:<br \/>Prof. Dr. OKR i.R. Rolf Sch\u00e4fer<\/span>, geb. 1931 in Stuttgart, hat Theologie in T\u00fcbingen, G\u00f6ttingen und Z\u00fcrich studiert und wurde 1961 in Z\u00fcrich promoviert und 1967 in T\u00fcbingen habilitiert. Er war Pfarrer in W\u00fcrttemberg und Oberkirchenrat der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Von ihm stammen Ver\u00f6ffentlichungen zur Systematischen Theologie und zur Kirchengeschichte. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Dietmar J. Ponert<\/span>, geb. 1943 in Breslau, hat Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte in Bonn und M\u00fcnchen studiert und wurde 1969 in M\u00fcnchen promoviert. Er war an Museen in Stuttgart und Berlin t\u00e4tig und hat Ver\u00f6ffentlichungen u.a. zur deutschen Barockskulptur und zu Ludwig M\u00fcnstermann verfasst. <\/p>\n<p>Die Fotos stammen von <span style=\"font-weight: bold\">Tobias Trapp<\/span>, der seit 24 Jahren als selbst\u00e4ndiger Fotograf f\u00fcr Wirtschaft, Dokumentation und Verlagswesen in Oldenburg arbeitet.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Martin Luther dem Volk die Bibel mit seiner deutschen \u00dcbersetzung im Wort nahegebracht hat, so hat Ludwig M\u00fcnstermann mit Alt\u00e4ren und Kirchenschmuck die biblische Geschichte in eindrucksvollen Bildern erz\u00e4hlt. Ein \u201ereligionsp\u00e4dagogisches Bildprogramm\u201c nennt Bischof Jan Janssen das Werk M\u00fcnstermanns, das jetzt in einer zweib\u00e4ndigen Monografie katalogisiert worden ist. Der Doppelband \u201eLudwig M\u00fcnstermann. 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