{"id":5292,"date":"2016-11-01T23:01:00","date_gmt":"2016-11-01T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/kirchenkreis-oldenburger-muensterland-laeutet-reformationsjubilaeum-ein\/"},"modified":"2016-11-01T23:01:00","modified_gmt":"2016-11-01T22:01:00","slug":"kirchenkreis-oldenburger-muensterland-laeutet-reformationsjubilaeum-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirchenkreis-oldenburger-muensterland-laeutet-reformationsjubilaeum-ein\/","title":{"rendered":"Kirchenkreis Oldenburger M\u00fcnsterland l\u00e4utet Reformationsjubil\u00e4um ein"},"content":{"rendered":"<p>Zum 499. Mal feiere die evangelische Kirche das Fest der Reformation, stellte Kreispfarrer Michael Braun bei seiner Begr\u00fc\u00dfung am Reformationstag, 31. Oktober, in Vechta fest und wies damit zugleich auf das bedeutende Jubil\u00e4um am 31. Oktober des kommenden Jahres hin: 500 Jahre Reformation.<\/p>\n<p>Um dieses Jahr auch f\u00fcr den Kirchenkreis Oldenburger M\u00fcnsterland einzuleiten, hatte der Kirchenkreis zu einer feierlichen Veranstaltung in die Klosterkirche nach Vechta eingeladen, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Die evangelische Kirche im Oldenburger M\u00fcnsterland hatte sich auch etwas Besonderes zu diesem 31. Oktober einfallen lassen: Pfarrer Dr. Tim Unger, lange Zeit in Dinklage t\u00e4tig, hielt einen Vortrag zum Thema \u201eDie Reformation im Oldenburger M\u00fcnsterland\u201c, \u00fcber das er promoviert hatte.<\/p>\n<p>In seinen einleitenden Worten freute sich der Kreispfarrer \u00fcber das gro\u00dfe Interesse an der Veranstaltung, konnte er doch zahlreiche Vertreter des politischen und kirchlichen Lebens aus den Landkreisen Vechta und Cloppenburg begr\u00fc\u00dfen. Er wies auf die Vielzahl der kommenden Veranstaltungen zum Lutherjahr hin, die nicht nur im Kirchenkreis, sondern im ganzen Oldenburger Land und in der gesamten Bundesrepublik stattf\u00e4nden, wie zum Beispiel der Kirchentag in Berlin und Wittenberg und das bundesweite Konfirmanden\/innen Camp in Wittenberg. <\/p>\n<p>Die Besonderheit dieses Ereignisses sei auch dadurch hervorgehoben, dass der 31.Oktober 2017 einmalig als gesamtdeutscher Feiertag begangen werde. Braun hob hervor, dass das Reformationsjubil\u00e4um auch der \u00d6kumene neue Impulse verleihen soll. Aus diesem Grunde habe der Kirchenkreis auch die Klosterkirche in Vechta als Simultankirche f\u00fcr diese Veranstaltung gew\u00e4hlt, um der \u00f6kumenischen Perspektive des Reformationsjubil\u00e4ums Ausdruck zu verleihen, denn das gemeinsame Zeugnis von Jesus werde in einer Welt, die nicht friedlicher wird, mehr denn je zuvor gebraucht, schloss Michael Braun seine Ausf\u00fchrungen und leitete so zum Vortrag von Dr. Tim Unger \u00fcber.<\/p>\n<p>In seinen kenntnisreichen Ausf\u00fchrungen erweckte Unger die Zeit um 1640 auf unterhaltsame Weise zum Leben und f\u00fchrte den interessierten Zuh\u00f6renden die durchaus nicht einfachen konfessionellen Verh\u00e4ltnisse dieser bewegten Epoche vor Augen. Denn es war mitnichten so, dass auf einmal unter dem Einfluss von Luthers Lehre auf dem platten Land hier in der Gegend alles evangelisch wurde. Viele Geistliche \u00fcbernahmen Teile der lutherischen Lehre und verbanden sie mit katholischen Riten. <\/p>\n<p>Der F\u00fcrstbischof von M\u00fcnster, Franz von Waldeck, der zeitweise gleichzeitig Bischof von Osnabr\u00fcck war, lieb\u00e4ugelte auch mit der Reformation und entsandte von Osnabr\u00fcck Hermann Bonnus, der die Geistlichen in Vechta und Cloppenburg anhielt, den Gottesdienst nach Luthers deutscher Messe durchzuf\u00fchren. Doch Franz von Waldeck machte dann wieder einen R\u00fcckzieher und f\u00fcr die nun nach reformatorischer Lehre lebenden Geistlichen gab es keine evangelische Kirchenleitung, sodass jeder mehr oder weniger auf sich selbst gestellt war. <\/p>\n<p>In den Gemeinden war aber sehr wohl ein evangelisches Bewusstsein entstanden. Die St\u00e4dte und ihre politische F\u00fchrung sahen in der Reformation eine willkommene M\u00f6glichkeit, ihren Einfluss gegen\u00fcber der katholischen Kirche auszubauen und gr\u00f6\u00dfere Selbstst\u00e4ndigkeit zu erlangen. <\/p>\n<p>Ab 1612 hatte dann der neue F\u00fcrstbischof Ferdinand von Bayern mit der Gegenreformation daf\u00fcr Sorge getragen, dass die evangelischen Gemeinden und ihre Pastoren wieder rekatholisiert wurden. Dieser Erfolg beruhte nicht nur auf dem Austausch von sich widersetzenden Geistlichen \u2013 60 an der Zahl \u2013, sondern besonders auch auf Reformen wie der Einrichtung von Schulen oder der Residenzpflicht der Geistlichkeit. <\/p>\n<p>Die Rekatholisierung wurde aber erst nach dem Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges unter Bischof Christoph Bernard von Galen abgeschlossen. Der mit viel Beifall bedachte Vortrag wurde umrahmt von Orgelmusik. Die Orgel spielte Kreiskantor J\u00fcrgen L\u00f6becke. Er wurde begleitet von Florian Kubiczek auf der Trompete.<\/p>\n<p>Der anschlie\u00dfende Empfang im ev. Gemeindehaus diente dem zwanglosen Gedankenaustausch.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Carsten Homann.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 499. Mal feiere die evangelische Kirche das Fest der Reformation, stellte Kreispfarrer Michael Braun bei seiner Begr\u00fc\u00dfung am Reformationstag, 31. Oktober, in Vechta fest und wies damit zugleich auf das bedeutende Jubil\u00e4um am 31. Oktober des kommenden Jahres hin: 500 Jahre Reformation. Um dieses Jahr auch f\u00fcr den Kirchenkreis Oldenburger M\u00fcnsterland einzuleiten, hatte der Kirchenkreis zu einer feierlichen Veranstaltung in die Klosterkirche nach Vechta eingeladen, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Die evangelische Kirche im Oldenburger M\u00fcnsterland hatte sich auch etwas Besonderes zu diesem 31. 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