{"id":5320,"date":"2016-11-01T23:41:00","date_gmt":"2016-11-01T22:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/gottes-gabe-der-einheit\/"},"modified":"2016-11-01T23:41:00","modified_gmt":"2016-11-01T22:41:00","slug":"gottes-gabe-der-einheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gottes-gabe-der-einheit\/","title":{"rendered":"Gottes Gabe der Einheit"},"content":{"rendered":"<p>Papst Franziskus, LWB-Pr\u00e4sident Bischof Dr. Munib A. Younan und LWB-Generalsekret\u00e4r Pfarrer Dr. h.c. Martin Junge standen am Reformationstag, 31. Oktober einer Gedenkveranstaltung vor, in deren Rahmen die katholische Kirche und der Lutherische Weltbund (LWB) ihre Entschlossenheit erkl\u00e4rt haben, sich vom Konflikt abzuwenden, den Weg zur Gemeinschaft zu beschreiten und ihr gemeinsames Zeugnis zu st\u00e4rken. Erstmals gedachten bei diesem historischen Ereignis, das in Schweden stattfand, die katholische und die lutherische Tradition auf Weltebene gemeinsam eines Reformationsjubil\u00e4ums.<\/p>\n<p>Das Oberhaupt der katholischen Kirche sowie f\u00fchrende Vertreter des LWB standen dem Gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenken vor, das einen \u00f6kumenischen Gottesdienst im Dom zu Lund unter Beteiligung von 500 Gl\u00e4ubigen sowie eine \u00f6ffentliche Veranstaltung in der Malm\u00f6 Arena umfasste, an der etwa 10.000 Menschen teilnahmen. Das \u00f6kumenische Reformationsgedenken konnte per Live\u00fcbertragung im Radio, Fernsehen und im Internet weltweit verfolgt werden.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Carl XVI. Gustaf und K\u00f6nigin Silvia von Schweden sowie der schwedische Ministerpr\u00e4sident Stefan L\u00f6fven und weitere Regierungsvertreter nahmen zusammen mit Leitungsverantwortlichen aus verschiedenen christlichen Gemeinschaften und kirchlichen Organisationen aus aller Welt an der Liturgie teil, in deren Rahmen Papst Franziskus und LWB-Generalsekret\u00e4r Junge auf Spanisch predigten.<\/p>\n<p>Papst Franziskus erkl\u00e4rte: \u201eJetzt haben wir im Rahmen des gemeinsamen Gedenkens der Reformation von 1517 eine neue Chance, einen gemeinsamen Weg aufzunehmen, der sich in den letzten 50 Jahren im \u00f6kumenischen Dialog zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Katholischen Kirche gebildet hat.\u201c<\/p>\n<p>In seiner Predigt betonte der LWB-Generalsekret\u00e4r, Lutheraner und Katholiken eine viel mehr, als sie trenne. \u201eWir sind Reben an demselben Weinstock. Wir sind eins in der Taufe. Darum feiern wir dieses gemeinsame Reformationsgedenken: um neu zu entdecken, wer wir in Christus eigentlich sind.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Gemeinsames Wort<br \/><\/span>H\u00f6hepunkt des Gottesdienstes war die Unterzeichnung eines Gemeinsamen Wortes durch Papst Franziskus und LWB-Pr\u00e4sident Younan. Das Dokument formuliert den Dank an Gott f\u00fcr den ununterbrochenen und fruchtbaren katholisch-lutherischen Dialog, durch den sich das gegenseitige Verst\u00e4ndnis und Vertrauen vertieft habe. Beide Seiten seien \u201enicht l\u00e4nger Fremde\u201c, da sie einander durch Dialog und gemeinsames Zeugnis n\u00e4her gekommen seien.<\/p>\n<p>Weiter bringen die katholische und lutherische Seite in der Erkl\u00e4rung ihre Dankbarkeit zum Ausdruck \u201ef\u00fcr die geistlichen und theologischen Gaben, die wir durch die Reformation empfangen haben\u201c. Sie bekennen und beklagen jedoch zugleich, dass sie die sichtbare Einheit der Kirche verwundet haben durch die mit ihren theologischen Unterschieden einhergehenden Vorurteile und Konflikte und dadurch, dass Religion f\u00fcr politische Ziele instrumentalisiert wurde.<\/p>\n<p>Das Dokument lehnt nachdr\u00fccklich \u201eallen vergangenen und gegenw\u00e4rtigen Hass und alle Gewalt ab, besonders jene im Namen der Religion.\u201c Der Glaube an und die Taufe auf Christus \u201everlangen von uns eine t\u00e4gliche Umkehr, durch die wir die historischen Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, die den Dienst der Vers\u00f6hnung behindern, ablegen\u201c, betont die Erkl\u00e4rung. Obschon sich die Vergangenheit nicht ver\u00e4ndern lie\u00dfe, \u201ekann das, woran man sich erinnert und wie man sich erinnert, verwandelt werden.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Wunden heilen<br \/><\/span>Die Erkl\u00e4rung artikuliert das Gebet beider Konfessionen \u201eum die Heilung unserer Wunden und Erinnerungen, die den Blick aufeinander verdunkeln.\u201c Beide Seiten seien sich bewusst, \u201edass wir durch Gnade befreit sind, uns zur Gemeinschaft hin zu begeben, zu der Gott uns best\u00e4ndig ruft.\u201c<\/p>\n<p>Weiterhin wird die gemeinsame Verantwortung gegen\u00fcber jenen Menschen hervorgehoben, \u201edie sich nach W\u00fcrde, Gerechtigkeit, Frieden und Vers\u00f6hnung sehnen.\u201c Die Glaubenden beider Traditionen werden aufgefordert, zusammenzuarbeiten, \u201eum den Fremden aufzunehmen\u201c, und die Rechte von Fl\u00fcchtlingen und Asylsuchenden zu verteidigen.<\/p>\n<p>Die beiden christlichen Traditionen erkl\u00e4ren sich gemeinsam verantwortlich f\u00fcr Gottes Sch\u00f6pfung, \u201edie durch Ausbeutung und die Auswirkungen einer uners\u00e4ttlichen Gier in Mitleidenschaft gezogen wird.\u201c Sie beten um einen Wandel der Herzen und der Sinne, \u201eder uns zu einer liebevollen und verantwortlichen Art und Weise der Sorge f\u00fcr die Sch\u00f6pfung f\u00fchrt\u201c, und sie anerkennen das Recht der zuk\u00fcnftigen Generationen, \u201esich an Gottes Erde in all ihrem Reichtum und all ihrer Sch\u00f6nheit zu erfreuen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Geistlicher Hunger und Durst<br \/><\/span>Das Gemeinsame Wort spricht von der katholisch-lutherischen pastoralen Verantwortung, \u201edem geistlichen Hunger und Durst\u201c vieler Glaubender beider Konfessionen zu begegnen, die \u201esich danach [sehnen], das Abendmahl an einem Tisch zu empfangen als konkreten Ausdruck der vollen Einheit.\u201c Es artikuliert die Sehnsucht \u201edanach, dass diese Wunde im Leib Christi geheilt wird\u201c, und erinnert daran, dass dies \u201edas Ziel unserer \u00f6kumenischen Bem\u00fchungen\u201c sei.<\/p>\n<p>Das Gemeinsame Wort schlie\u00dft mit einer an alle lutherischen und katholischen Gemeinden und Gemeinschaften gerichteten Ermutigung, den weiteren gemeinsamen Weg \u201eunerschrocken und sch\u00f6pferisch, freudig und hoffnungsvoll\u201c fortzusetzen. \u201eGottes Gabe der Einheit\u201c werde die Zusammenarbeit leiten und \u201eunsere Solidarit\u00e4t vertiefen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Verst\u00e4rkte Zusammenarbeit im Dienst an Menschen in Not<br \/><\/span>Im Rahmen der Feierlichkeiten in der Malm\u00f6 Arena, die unter dem Motto \u201eVerbunden in Hoffnung\u201c standen, unterzeichneten die Direktorin des LWB-Weltdienstes, Maria Immonen, und der Generalsekret\u00e4r von Caritas Internationalis, Michel Roy, eine Absichtserkl\u00e4rung, in der sich die beiden weltweit engagierten christlichen Organisationen verpflichten, ihre Beziehungen zu vertiefen und in den Bereichen humanit\u00e4re Hilfe und nachhaltige Entwicklung enger zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung rundeten k\u00fcnstlerische Beitr\u00e4ge und pers\u00f6nliche Zeugnisse von lutherischen und katholischen Christinnen und Christen ab, die sich in Burundi, Indien, Kolumbien, dem S\u00fcdsudan und in Syrien f\u00fcr soziale Gerechtigkeit und das Klima engagieren. Papst Franziskus und LWB-Pr\u00e4sident Munib Younan nahmen zu diesen Zeugnissen Stellung.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag der Pressestelle des Lutherischen Weltbundes (LWB).<br \/><\/span><br \/>Weitere Informationen finden Sie unter: https:\/\/de.lutheranworld.org\/ <\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Franziskus, LWB-Pr\u00e4sident Bischof Dr. Munib A. Younan und LWB-Generalsekret\u00e4r Pfarrer Dr. h.c. Martin Junge standen am Reformationstag, 31. Oktober einer Gedenkveranstaltung vor, in deren Rahmen die katholische Kirche und der Lutherische Weltbund (LWB) ihre Entschlossenheit erkl\u00e4rt haben, sich vom Konflikt abzuwenden, den Weg zur Gemeinschaft zu beschreiten und ihr gemeinsames Zeugnis zu st\u00e4rken. Erstmals gedachten bei diesem historischen Ereignis, das in Schweden stattfand, die katholische und die lutherische Tradition auf Weltebene gemeinsam eines Reformationsjubil\u00e4ums. 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