{"id":5567,"date":"2016-12-16T10:02:00","date_gmt":"2016-12-16T09:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/glauben-oder-nicht\/"},"modified":"2016-12-16T10:02:00","modified_gmt":"2016-12-16T09:02:00","slug":"glauben-oder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/glauben-oder-nicht\/","title":{"rendered":"Glauben \u2013 oder nicht"},"content":{"rendered":"<p>Absolut synchron knien sich die Sch\u00fcler auf der B\u00fchne hin und schlagen das Kreuz. Kaum hat die eine Gruppe geendet, setzt sich eine andere in Bewegung. Doch nun sind die Gebetsrituale der Muslime zu sehen, dann folgt die n\u00e4chste Religion.&nbsp; Schon der Auftakt der Performance \u201eZwischen Welten \u2013 glauben, anders glauben, nicht glauben\u201c, die Sch\u00fcler des Bildungszentrums f\u00fcr Technik und Gestaltung Oldenburg im Rahmen des Projektes Freiheitsraum Reformation erarbeitet haben, zeigt, worum es an diesem Abend und in diesem St\u00fcck geht.<\/p>\n<p>Doch vor der Auff\u00fchrung in der voll besetzten Aula an der Carl-von-Ossietzky Universit\u00e4t stand viel Arbeit. Das machte Jessica Cronshagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Geschichte der fr\u00fchen Neuzeit deutlich. Denn bei ihr &#8211; und ihren Studenten &#8211; hatte das Projekt seinen Ausgangspunkt. \u201eWir wollten Geschichte und Gegenwart verbinden\u201c, erl\u00e4uterte Cronshagen den Zuschauern vor Beginn des St\u00fcckes. <\/p>\n<p>Glaube und Toleranz seien derzeit sehr aktuelle Themen. Aber auch in der Reformationszeit sei Toleranz wesentliche Voraussetzung f\u00fcr das konfliktfreie Miteinander von Religionsgemeinschaften gewesen. Auch damals habe es Glaubensfl\u00fcchtlinge gegeben.<\/p>\n<p>Anhand des friesischen Dorfes Neustadtg\u00f6dens, in dem zur Reformationszeit f\u00fcnf verschiedene Religionen&nbsp; &#8211; Mennoniten, Reformierten, Lutheranern, Katholiken und Juden &#8211; auf engstem Raum friedlich miteinander lebten untersuchte sie mit ihren Studenten religi\u00f6se Pluralit\u00e4t in der fr\u00fchen Neuzeit. Das Material, dass die Studenten bei ihrer Recherche vor Ort zusammentrugen, bildete dann die Grundlage f\u00fcr das St\u00fcck der Sch\u00fcler. Diese haben daraus Fragen f\u00fcr Gegenwart und Zukunft entwickelt: In welcher Wechselwirkung stehen kulturelle Vielfalt, religi\u00f6se Toleranz und \u00f6konomische Faktoren? Wie beeinflusst religi\u00f6ser Glaube die f\u00fcr das Miteinander notwendige Toleranz? Mit ihrer Performance gaben die Sch\u00fcler ihre Fragen weiter und versuchten sich in ersten Antworten. Dabei ging es sowohl um konkrete Themen wie die Beichte, aber auch um komplexere Fragen, wie die Vorstellungen vom Leben nach dem Tod. Mit Tanz, Gesang und Text gingen die jungen Schauspieler auf diese Themen ein und zitierten dabei auch Nietzsche. Doch bei aller Kritik am Glauben, die im St\u00fcck zur Sprache kam, an das Ende ihres Auftrittes stellten die Sch\u00fcler die Aussage: \u201eDer Mensch lebt nur eine kurze Zeit. Es ist nur einer ewig. Und wir in seinen H\u00e4nden.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Kerstin Kempermann<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Absolut synchron knien sich die Sch\u00fcler auf der B\u00fchne hin und schlagen das Kreuz. Kaum hat die eine Gruppe geendet, setzt sich eine andere in Bewegung. 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