{"id":5568,"date":"2016-12-15T13:04:00","date_gmt":"2016-12-15T12:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/bedford-strohm-warnt-vor-dem-postfaktischen\/"},"modified":"2016-12-15T13:04:00","modified_gmt":"2016-12-15T12:04:00","slug":"bedford-strohm-warnt-vor-dem-postfaktischen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/bedford-strohm-warnt-vor-dem-postfaktischen\/","title":{"rendered":"Bedford-Strohm warnt vor dem &quot;Postfaktischen&quot;"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, warnt vor einer nerv\u00f6seren politischen Kultur. &quot;Wenn Fakten durch Emotionen einfach weggefegt werden k\u00f6nnen, geht die Grundlage f\u00fcr den demokratischen Diskurs verloren&quot;, sagte der bayerische Landesbischof dem Evangelischen Pressdienst (epd). Das Wort vom &quot;Postfaktischen&quot; m\u00fcsse ein Anlass zur Sorge sein. Der Ausdruck war von der Gesellschaft f\u00fcr deutsche Sprache in der vergangenen Woche zum &quot;Wort des Jahres&quot; gew\u00e4hlt worden. <\/p>\n<p>Bedford-Strohm sprach sich daf\u00fcr aus, eine neue Balance zwischen Emotionen und Wahrnehmung der Realit\u00e4t zu finden. &quot;Selten war es wichtiger zu entscheiden, aus welchen Geschichten wir in unserem Land leben wollen&quot;, sagte der Theologe. Angst, Hass und Ausgrenzung w\u00fcrden auf dem Markt der Meinungen zu einer giftigen Geschichte zusammenger\u00fchrt. &quot;Ich w\u00fcnsche mir ein Land, das seine Kraft aus der Hoffnung auf eine bessere Welt sch\u00f6pft&quot;, erkl\u00e4rte Bedford-Strohm. Die Weihnachtsbotschaft &quot;F\u00fcrchte Dich nicht&quot; und &quot;Friede auf Erden&quot; sei 2016 wichtiger denn je.<\/p>\n<p>Der EKD-Ratsvorsitzende wandte sich dagegen, dass sich einzelne Gruppen in der Gesellschaft als &quot;das Volk&quot; bezeichnen und dann einen Gegensatz zwischen Eliten und dem Volk konstruieren. &quot;Im Volk gibt es eben sehr unterschiedliche Stimmen&quot;, sagte Bedford-Strohm. Die Aufgabe der Kirchen sei es, ihre christliche Grundorientierung in den \u00f6ffentlichen Diskurs einzubringen: &quot;Die Demokratie lebt ja von solchen Debatten.&quot;<\/p>\n<p>Es k\u00f6nne f\u00fcr die Kirchen nicht um Einmischung in Parteipolitik oder tagespolitische Kommentare gehen. &quot;Das schadet dem Grundauftrag der Kirchen&quot;, erkl\u00e4rte der oberste Repr\u00e4sentant der rund 22,3 Millionen Protestanten in Deutschland. &quot;Aber da, wo das Doppelgebot der Liebe auf dem Spiel steht, also Gott und seinen N\u00e4chsten zu lieben &#8211; und wo es darum geht, die Not von anderen Menschen zu \u00fcberwinden, da m\u00fcssen sich die Kirchen einmischen.&quot;<\/p>\n<p>Der Theologe mahnte Anstandsregeln f\u00fcr die gesellschaftliche Auseinandersetzung an. &quot;Gegenw\u00e4rtig erleben wir ein aufgeheiztes Klima, in dem die Beleidigung zum Normalfall zu werden droht&quot;, sagte Bedford-Strohm. Diese Entwicklung, die sich vor allem im Internet abspiele, sei nicht hinzunehmen: &quot;Elektronische Kommunikation darf nicht dazu f\u00fchren, den Anderen nur als M\u00fclleimer f\u00fcr die eigene Wut zu missbrauchen.&quot; <\/p>\n<p>Der bayerische Landesbischof sieht eine rote Linie \u00fcberschritten, &quot;wo Menschengruppen herabgesetzt werden oder wo sogar gegen sie gehetzt wird&quot;. Ausl\u00e4nderfeindlichkeit sei niemals mit dem christlichen Glauben vereinbar.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, warnt vor einer nerv\u00f6seren politischen Kultur. &quot;Wenn Fakten durch Emotionen einfach weggefegt werden k\u00f6nnen, geht die Grundlage f\u00fcr den demokratischen Diskurs verloren&quot;, sagte der bayerische Landesbischof dem Evangelischen Pressdienst (epd). 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