{"id":5634,"date":"2016-12-30T12:37:00","date_gmt":"2016-12-30T11:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/sozialexperte-wegner-fordert-solidaritaet-statt-populismus\/"},"modified":"2016-12-30T12:37:00","modified_gmt":"2016-12-30T11:37:00","slug":"sozialexperte-wegner-fordert-solidaritaet-statt-populismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/sozialexperte-wegner-fordert-solidaritaet-statt-populismus\/","title":{"rendered":"Sozialexperte Wegner fordert Solidarit\u00e4t statt Populismus"},"content":{"rendered":"<p>Hannover. Der evangelische Sozialexperte Gerhard Wegner h\u00e4lt eine breite gesellschaftliche Solidarit\u00e4t f\u00fcr n\u00f6tig. Er vermisse eine politische Strategie, um Menschen wieder einzubeziehen, die sich abgeh\u00e4ngt f\u00fchlten, sagte der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Institutes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Populisten versuchten, Gruppen am Rande der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen, sagte Wegner. \u00abN\u00f6tig ist eine Willkommenskultur nicht nur f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, sondern auch f\u00fcr Hartz-IV-Empf\u00e4nger.\u00bb<\/p>\n<p>Er selbst habe eine heftige Diskussion miterlebt, als eine Stadt beschloss, dass Fl\u00fcchtlinge den \u00f6ffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen durften, berichtete Wegner. Erst ein halbes Jahr vorher hatte die Stadt diese Verg\u00fcnstigung f\u00fcr Hartz-IV-Empf\u00e4nger abgeschafft. \u00abDas wurde dann schnell r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht.\u00bb<\/p>\n<p>Der Theologieprofessor warb daf\u00fcr, den Gespr\u00e4chsfaden nicht abrei\u00dfen zu lassen, wenn Menschen etwa Angst vor Fl\u00fcchtlingen \u00e4u\u00dferten. \u00abBleibt dran, widersprecht, wo es hasserf\u00fcllt und giftig wird, aber bleibt mit den Menschen im Gespr\u00e4ch.\u00bb Die Pastorinnen und Pastoren in den Kirchengemeinden haben Wegner zufolge oft die n\u00f6tige N\u00e4he, um mit den Menschen auch \u00fcber ihre \u00c4ngste sprechen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch AfD-Mitglieder und -Sympathisanten k\u00f6nnen nach Ansicht Wegners in den Kirchenvorst\u00e4nden der evangelischen Kirche vertreten sein. \u00abWir d\u00fcrfen keine Gesinnungsschn\u00fcffelei einziehen lassen.\u00bb AfD-Mitglieder sollten ebenso wenig von vornherein von Kirchenvorstands\u00e4mtern ausgeschlossen werden wie etwa Anh\u00e4nger der Linken. \u00abWir m\u00fcssen allerdings sehr deutlich machen, welche Parolen nicht gehen\u00bb, sagte Wegner. Parolen aus der Nazi-Ecke, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Hass-Parolen h\u00e4tten in den Kirchen keinen Platz.<\/p>\n<p>Angesichts des aufstrebenden nationalen Populismus in den USA und einigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern bef\u00fcrchtet Wegner eine \u00e4hnliche Tendenz auch in Deutschland. Selbst wenn die rechtspopulistische AfD bei den Bundestagswahlen im September keine zweistelligen Ergebnisse erziele, seien doch Auswirkungen auf den Wahlkampf und das Parteiengef\u00fcge abzusehen.<\/p>\n<p>Dies deute sich bereits in einer ver\u00e4nderten Diskussionslage um manche Themen an, sagte der Theologieprofessor. \u00abJetzt wird gefordert, dass Menschen abgeschoben werden &#8211; auch nach Afghanistan.\u00bb Damit signalisierten Bundespolitiker: \u00abWir gehen einen harten Kurs.\u00bb Dabei gehe es auch darum, der AfD W\u00e4hlerpotential wegzunehmen. Problematisch werde es dann, wenn sich andere Parteien im Buhlen um die W\u00e4hlergunst mit den Rechtspopulisten gleichmachten. \u00abDer einzige Weg ist es, seinen eigenen Kurs beizubehalten und daf\u00fcr auch zu k\u00e4mpfen.\u00bb<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">epd\/Karen Miether<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover. Der evangelische Sozialexperte Gerhard Wegner h\u00e4lt eine breite gesellschaftliche Solidarit\u00e4t f\u00fcr n\u00f6tig. Er vermisse eine politische Strategie, um Menschen wieder einzubeziehen, die sich abgeh\u00e4ngt f\u00fchlten, sagte der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Institutes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). 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