{"id":5654,"date":"2017-01-07T10:46:00","date_gmt":"2017-01-07T09:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/klage-gegen-deutschland-wegen-voelkermords-in-namibia\/"},"modified":"2017-01-07T10:46:00","modified_gmt":"2017-01-07T09:46:00","slug":"klage-gegen-deutschland-wegen-voelkermords-in-namibia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/klage-gegen-deutschland-wegen-voelkermords-in-namibia\/","title":{"rendered":"Klage gegen Deutschland wegen V\u00f6lkermords in Namibia"},"content":{"rendered":"<p>New York\/Osnabr\u00fcck (epd). Vertreter der Herero- und Nama-V\u00f6lker in Namibia fordern von Deutschland Schadensersatz f\u00fcr den Genozid vor mehr als hundert Jahren. Die Nachfahren der V\u00f6lkermord-Opfer reichten nach eigenen Angaben am Donnerstag (Ortszeit) vor einem Gericht in New York Klage ein. Nach einem entsprechenden Gesetz k\u00f6nnen in den USA Anspr\u00fcche von Ausl\u00e4ndern geltend gemacht werden, auch wenn die Ereignisse nicht in den USA stattgefunden haben. Die Klage k\u00f6nnte nach Einsch\u00e4tzung des Historikers J\u00fcrgen Zimmerer weitreichende Folgen haben.<\/p>\n<p>Bei Massakern an den Herero und Nama wurden zwischen 1904 und 1908 mehr als 100.000 Menschen get\u00f6tet. Deutsch-S\u00fcdwestafrika, das heutige Namibia, war damals eine deutsche Kolonie. Deutsche Truppen schlugen Aufst\u00e4nde der Herero und Nama nieder, errichteten Lager und setzten systematisch Vergewaltigung und Zwangsarbeit ein. Deutschland verhandelt mit der Regierung Namibias \u00fcber eine Aufarbeitung der Verbrechen. Die Bundesregierung spricht selbst von &quot;V\u00f6lkermord&quot;. Individuelle Entsch\u00e4digungen lehnt sie ab, denkt aber \u00fcber einen Strukturfonds f\u00fcr die Nachfahren der Opfer nach.<\/p>\n<p>Die Vertreter der beiden Volksgruppen wollen gerichtlich erreichen, an diesen Verhandlungen teilnehmen zu d\u00fcrfen. Zudem fordern sie weiter eine finanzielle Wiedergutmachung, deren H\u00f6he aber nicht genannt wird. &quot;Die Antragsteller bringen diese Klage im Namen aller Herero und Nama ein, f\u00fcr den Schaden des Genozids und die Zwangsenteignungen durch deutsche Kolonialbeamte zwischen 1885 und 1909&quot;, hei\u00dft es in der Klageschrift. Die Volksgruppen verloren rund ein Viertel ihres Landes. Bis heute leben viele Herero und Nama in Armut.<\/p>\n<p>Wenn die Klage Erfolg habe, k\u00f6nne sie Folgen f\u00fcr weitere F\u00e4lle aus der Kolonialzeit haben, sagte der Professor f\u00fcr die Geschichte Afrikas an der Universit\u00e4t Hamburg, J\u00fcrgen Zimmerer, der &quot;Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung&quot; (Samstag). So k\u00f6nnten Reparationsforderungen an Deutschland auch wegen Massakern w\u00e4hrend des Maji-Maji-Aufstands im heutigen Tansania gestellt werden, ebenso wegen Massakern und Strafaktionen in Togo, in Kamerun und in der S\u00fcdsee. Auch zivile Opfer des Ersten Weltkriegs in Afrika k\u00f6nnten Anlass f\u00fcr Klagen und Verhandlungen werden.<\/p>\n<p>Einem Gesetz zufolge k\u00f6nnen vor US-Gerichten unter bestimmten Umst\u00e4nden auch Verhandlungen \u00fcber Anspr\u00fcche stattfinden, wenn die Kl\u00e4ger keine US-B\u00fcrger sind. Die Opfer-Vertreter berufen sich auf die UN-Erkl\u00e4rung \u00fcber die Rechte Indigener Bev\u00f6lkerungen, an die sich Deutschland und Namibia halten m\u00fcssen.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>New York\/Osnabr\u00fcck (epd). Vertreter der Herero- und Nama-V\u00f6lker in Namibia fordern von Deutschland Schadensersatz f\u00fcr den Genozid vor mehr als hundert Jahren. 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