{"id":5720,"date":"2017-01-12T08:51:00","date_gmt":"2017-01-12T07:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wirtschaftpsychologe-ueber-lohn-und-gehalt-spricht-man-nicht\/"},"modified":"2017-01-12T08:51:00","modified_gmt":"2017-01-12T07:51:00","slug":"wirtschaftpsychologe-ueber-lohn-und-gehalt-spricht-man-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wirtschaftpsychologe-ueber-lohn-und-gehalt-spricht-man-nicht\/","title":{"rendered":"Wirtschaftpsychologe: \u00dcber Lohn und Gehalt spricht man nicht"},"content":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck\/Berlin (epd). In Deutschland ist es nach Ansicht des Wirtschaftspsychologen Uwe Kanning noch immer ein Tabu, offen \u00fcber die H\u00f6he des eigenen Verdienstes zu sprechen. Anders als etwa in den USA oder England h\u00e4tten Besserverdienende in Deutschland h\u00e4ufig das Gef\u00fchl, sie m\u00fcssten sich rechtfertigen, sagte Kanning am Donnerstag im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Bundeskabinett hatte sich am Mittwoch auf ein Gesetz f\u00fcr mehr Lohngerechtigkeit von Frauen und M\u00e4nnern geeinigt. Danach h\u00e4tten Frauen k\u00fcnftig einen Anspruch darauf zu erfahren, wie viel ihre m\u00e4nnlichen Kollegen f\u00fcr gleichwertige oder gleiche Arbeit verdienen.<\/p>\n<p>Kanning betonte: \u00abEin hohes Gehalt ist bei uns nicht automatisch ein Ausdruck besonderer Leistung. Es wird unterstellt, jemand habe Beziehungen, die richtigen Eltern oder einfach Gl\u00fcck gehabt.\u00bb Der Professor f\u00fcr Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabr\u00fcck ist gerade zum Professor des Jahres 2016 des Karrieremagazins Unicum Beruf gew\u00e4hlt worden.<\/p>\n<p>Hinzu komme, dass die weitaus meisten Menschen ein positiv verzerrtes Bild von ihrer eigenen Leistung h\u00e4tten, betonte Kanning. \u00abSie sch\u00e4tzen ihre Arbeit \u00fcberdurchschnittlich ein. Nur wenige glauben von sich, sie liegen im oder gar unter dem Durchschnitt.\u00bb Deshalb f\u00fchlten sich die meisten Menschen, die eher wenig Geld verdienten, ungerecht behandelt. \u00abDas alles f\u00fchrt dazu, dass wir Deutschen selbst im Freundeskreis nicht erz\u00e4hlen, was wir verdienen.\u00bb<\/p>\n<p>Der Gesetzentwurf k\u00f6nnte dieses Tabu durchbrechen, sagte der Experte. Allerdings werde der Wandel zu mehr Offenheit vermutlich mindestens eine Generation dauern. Denn zun\u00e4chst werde es Frauen schwer fallen, sich nach den L\u00f6hnen ihrer Kollegen zu erkundigen. \u00abSie dr\u00fccken damit indirekt ja ein gewisses Misstrauen gegen\u00fcber ihrem Arbeitgeber aus.\u00bb<\/p>\n<p>Die Unterschiede in der Bezahlung haben nach den Worten Kannings auch damit zu tun, dass vor allem viele kleine Unternehmen keine geeigneten Ma\u00dfst\u00e4be entwickelt h\u00e4tten, Leistung objektiv zu messen. \u00abDann greifen die Chefs oft unbewusst auf Stereotype zur\u00fcck. Der junge dynamische Au\u00dfendienstmitarbeiter hat dann automatisch einen Vorsprung gegen\u00fcber der eher zur\u00fcckhaltenden Kollegin.\u00bb Auch Frauen in M\u00e4nnerdom\u00e4nen k\u00e4men dabei oft schlechter weg. Die geringere Entlohnung von Frauen begr\u00fcndeten Firmen dann mit der schlechteren Leistung.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osnabr\u00fcck\/Berlin (epd). 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