{"id":5727,"date":"2017-01-16T12:38:00","date_gmt":"2017-01-16T11:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/die-wahrheit-stirbt-nicht-in-den-flammen\/"},"modified":"2017-01-16T12:38:00","modified_gmt":"2017-01-16T11:38:00","slug":"die-wahrheit-stirbt-nicht-in-den-flammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/die-wahrheit-stirbt-nicht-in-den-flammen\/","title":{"rendered":"Die Wahrheit stirbt nicht in den Flammen"},"content":{"rendered":"<p>Im Lutherjahr steht in Wildeshausen musikalisch nicht Luther selbst, sondern sein Vorl\u00e4ufer im Mittelpunkt. Am kommenden Wochenende feiert das Jan-Hus-Requiem \u201eWahrheit in Flammen\u201c Premiere. Am vergangenen Wochenende starteten die gemeinsamen Proben von Chor und Orchester und es gab eine Einf\u00fchrungsveranstaltung mit Komponist Ralf Gr\u00f6ssler und dem Reformationsbeauftragten Nico Szameitat, der \u00fcber das Leben von Jan Hus berichtete.<\/p>\n<p>\u201eWir wissen heute, dass Jan oder auch Johannes Hus durch die Schriften des englischen Reformators John Wyclif regelrecht infiziert wurde, noch im selben Jahr anfing Theologie zu studieren und im Jahr 1400 zum Priester geweiht wurde. Jan Hus war nun Universit\u00e4tsprofessor und Priester in Prag. Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe fing er an in der Bethlehemskapelle in Tschechisch, also in der Landessprache zu predigen, wie gut Hundert Jahre sp\u00e4ter auch Martin Luther. Diese Predigten zogen gro\u00dfe Aufmerksamkeit auf sich. \u00dcberhaupt ist Jan Hus kein Theologe, der durch theologische Schriften Aufmerksamkeit erregt, sondern vor allem als Prediger\u201c, berichtet Szameitat. Er erz\u00e4hlte nat\u00fcrlich auch vom Ende des Reformators, der am 6. Juli 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. <\/p>\n<p>\u201eOhne Vorl\u00e4ufer wie Wycliff oder Jan Hus w\u00e4re Luthers Wirken nicht denkbar\u201c, erl\u00e4utert Gr\u00f6ssler, warum er im Lutherjahr ein Requiem zum b\u00f6hmischen Reformator Hus auff\u00fchrt. Vor dem Komponieren hat er sich intensiv mit dessen Leben befasst und kam so auch zum Titel \u201eWahrheit in Flammen\u201c. Doch \u201edie Wahrheit stirbt nicht in den Flammen\u201c, so soll es Jan Hus gesagt haben und so l\u00e4sst es Gr\u00f6ssler seinen Chor singen. \u201eDer Text muss ganz deutlich zu verstehen sein. Das ist die Kernaussage des St\u00fcckes\u201c, gibt der Komponist seinen Musikern und S\u00e4ngern bei der Probe des Schlusschorals mit auf den Weg. Den Text zu diesem Choral hat der Liederdichter und Theologe Eugen Eckert geschrieben, der alle deutschen Texte f\u00fcr das Requiem geschrieben hat.<\/p>\n<p>Viele St\u00fccke der Requiems-Liturgie bleiben aber auch in lateinischer Sprache. Erg\u00e4nzt werden sie durch in die Dramaturgie passende Jesusworte aus der Bibel. Diese werden von der Solistin Joanne Bell im Blues-Gewand auf englisch gesungen. \u201eJoanne ist sozusagen der Evangelist in diesem St\u00fcck\u201c, sagt Gr\u00f6ssler. Die direkten Bibelzitate sind ihm wichtig, weil sie zeigen, was f\u00fcr Hus das Entscheidende war. \u201eEs ist die Bibel die wir brauchen. Christus nicht der Papst ist das Haupt der Kirche. Das war Hus \u00dcberzeugung\u201c, erl\u00e4utert Gr\u00f6ssler. Und so l\u00e4sst Gr\u00f6ssler es im Schlusschoral singen: \u201eDie Wahrheit stirbt nicht in den Flammen, die Wahrheit selbst ist Gottes Wort. Es hilft nicht, Denker zu verdammen, die Schrift bleibt ewig Ausgangsort. Und die sagt: Christus ist das Haupt der Kirche, die wahrhaftig glaubt.\u201c <\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieses Lied kraftvoll die Alexanderkirche f\u00fcllt ging es im St\u00fcck \u201eLux aeterna\u201c davor noch viel spielerischer zu. \u201eLux aeterna\u201c ist im katholischen Requiem die Bitte um das ewige Licht, das den Verstorbenen scheinen m\u00f6ge. Im Jan-Hus-Requiem ist auch dieses St\u00fcck direkt auf Jan Hus bezogen. \u201eIch will dieses St\u00fcck sehr beschwingt und t\u00e4nzerisch\u201c, erl\u00e4utert Gr\u00f6ssler. Denn beim Komponieren hat er hier an seine Vorstellungen von der Ewigkeit einflie\u00dfen lassen. F\u00fcr ihn werden die Seelen im ewigen Licht schweben und tanzen. Und Chor und Orchester lassen zusammen Gr\u00f6sslers Idee lebendig werden. \u201eF\u00fcr uns Musiker ist es auch immer ein besonderer Moment, wenn wir die St\u00fccke nach den einzelnen Proben endlich gemeinsam spielen und der Chor dazu sagt\u201c, sagt Jutta Diederichs. Sie findet Gr\u00f6sslers Kompositionen angenehm zu spielen. Dabei hat der Wildeshauser Kantor durchaus Schwierigkeiten eingebaut.<br \/>&nbsp;<br \/><span style=\"font-weight: bold\">Name gibt die Tonarten vor<\/span><br \/>\u201eDie Harmonik ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei diesem Requiem\u201c, erl\u00e4utert Gr\u00f6ssler. Denn durch den Namen Hus hatte Gr\u00f6ssler die Idee aus den beiden Tonarten H-moll und es-moll ein Leitmotiv f\u00fcr Jan Hus zu entwickeln. Der Glanz um den Reformator erstrahlt musikalisch in der Tonart h-Moll. Zwei Kreuzvorzeichen verleihen dieser Tonart ihren glanzvollen Klang. F\u00fcr die Tragik verwendet Gr\u00f6ssler die \u201edunkle\u201c Tonart es-Moll. \u201eF\u00fcr die Musiker bedeutet das, st\u00e4ndig zwischen den Kreuz- und b-Vorzeichen hin- und herspringen zu m\u00fcssen\u201c, sagt Gr\u00f6ssler. <\/p>\n<p>Seit Mai hat Gr\u00f6ssler mit seinem Chor f\u00fcr die Auff\u00fchrung ge\u00fcbt. Bei der ersten gemeinsamen Probe mit dem Orchester ert\u00f6nte nun erstmals der \u00fcberw\u00e4ltigende Klang, der die Zuh\u00f6rer bei der Premiere an diesem Freitag begeistern soll. Gr\u00f6ssler zeigte sich sehr zufrieden mit seinen S\u00e4ngern und Musikern: \u201eAlle sind sehr auf mich eingespielt und sehr gut vorbereitet.\u201c Bei allen ist die Vorfreude auf die Premiere am kommenden Freitag sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Die Urauff\u00fchrung des Requiems findet an diesem Freitag, 20. Januar, um 20 Uhr in der Alexanderkirche statt. Weitere Konzerte folgen am Sonnabend, 21. Januar, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 22. Januar, um 17 Uhr. Karten gibt es noch an der Abendkasse. Beteiligt sind der Gospelchor \u201eJoyful Voices\u201c, das \u201eSinfonic Gospel Orchestra\u201c sowie ein Auswahlchor aus Kantorei und Gospelchor. Gef\u00f6rdert wird das Projekt im Rahmen von \u201eFreiheitsraum Reformation\u201c von der Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien.<br \/><span style=\"font-style: italic\">Kerstin Kempermann<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Lutherjahr steht in Wildeshausen musikalisch nicht Luther selbst, sondern sein Vorl\u00e4ufer im Mittelpunkt. Am kommenden Wochenende feiert das Jan-Hus-Requiem \u201eWahrheit in Flammen\u201c Premiere. 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