{"id":5860,"date":"2017-02-01T10:50:00","date_gmt":"2017-02-01T09:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/reformation-der-nordwesten-ging-einen-sonderweg\/"},"modified":"2017-02-01T10:50:00","modified_gmt":"2017-02-01T09:50:00","slug":"reformation-der-nordwesten-ging-einen-sonderweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/reformation-der-nordwesten-ging-einen-sonderweg\/","title":{"rendered":"Reformation: Der Nordwesten ging einen Sonderweg"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Der Nordwesten Deutschlands ist nach Auffassung von Religionswissenschaftlern der Universit\u00e4t Bremen in der Reformation einen Schritt weiter gegangen als die durch Martin Luther (1483-1546) von Wittenberg aus gepr\u00e4gte Bewegung. &quot;Das war alles radikaler, konsequenter, gepr\u00e4gt durch Johannes Calvin&quot;, sagte Jan van de Kamp. Vom 8. bis 10. Februar wollen Experten aus den Niederlanden, Schottland und Deutschland bei einer Tagung in Bremen untersuchen, wie dieser Sonderweg verlaufen ist und was er f\u00fcr die Gegenwart bedeutet. &quot;Das ist kaum erforscht&quot;, sagte van de Kamp.<\/p>\n<p>Neben Luther geh\u00f6rt der Humanist, Jurist und Theologe Johannes Calvin (1509-1564) zu den herausragenden Figuren der Reformation. Auf ihn berufen sich heute weltweit mehr als 80 Millionen reformierte Christen. Van de Kamp spricht im Zusammenhang mit Calvin von der &quot;zweiten Reformation&quot;, die den Nordwesten und mit ihm Bremen erfasste. Die ersten reformatorischen Prediger seien nicht aus dem Wittenberger Raum gekommen, sondern aus dem Westen. So reiste 1522 Heinrich von Z\u00fctphen (1488-1524) aus Antwerpen nach Bremen, um in der Hansestadt die erste evangelische Predigt zu halten.<\/p>\n<p>Bremen suchte politisch wie kirchlich die Koalition mit L\u00e4ndern wie den Niederlanden, England und Frankreich. Das hatte auch ganz praktische Folgen: Gemeinden, die sich auf den asketischen und sittenstrengen Calvin beriefen, verbannten nach den Worten van de Kamps Bilder und Kruzifixe aus ihren Kirchen. Das biblische Gebot &quot;Du sollst dir kein Bildnis machen&quot; sei dort sehr ernst genommen worden, verdeutlichte der Religionswissenschaftler. &quot;Luther war da nicht so radikal.&quot;<\/p>\n<p>Calvin betonte auch die Mitarbeit von Laien am kirchlichen Leben. In Bremen zeige sich das bis in die Gegenwart an einem hohen Ma\u00df b\u00fcrgerschaftlichen Engagements, betonte van de Kamp.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend die calvinistische Reformation weiter westlich deutlich sp\u00fcrbar war, hielt Bremen nach den Worten des Experten einen theologisch gem\u00e4\u00dfigteren Kurs. &quot;Die Stadt war eine reformierte Insel im lutherischen Umfeld und aufgrund ihres Handels auf gute Beziehungen zu ihren Nachbarn angewiesen.&quot; Was allerdings f\u00fcr den Nordwesten gut war, bedeutete im Verh\u00e4ltnis zu den streng calvinistischen Niederlanden Probleme: &quot;Das hat zu Spannungen gef\u00fchrt.&quot;<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der Reformation habe sich Bremen \u00fcberdies zu einem R\u00fcckzugsort f\u00fcr Glaubensfl\u00fcchtlinge entwickelt, erg\u00e4nzte van de Kamp: &quot;Viele Menschen in Europa mussten aufgrund ihres evangelischen Glaubens aus ihrer Heimat fliehen. Wir wollen w\u00e4hrend der Tagung auch diskutieren, inwiefern diese Geschichte bis heute die offene Einstellung Bremens zu Fl\u00fcchtlingen pr\u00e4gt.&quot; Das lateinische &quot;Hospitium Ecclesiae&quot; (Herberge der Kirche) jedenfalls sei damals zum Ehrentitel der Stadt geworden und habe ihr Selbstbewusstsein gest\u00e4rkt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Der Nordwesten Deutschlands ist nach Auffassung von Religionswissenschaftlern der Universit\u00e4t Bremen in der Reformation einen Schritt weiter gegangen als die durch Martin Luther (1483-1546) von Wittenberg aus gepr\u00e4gte Bewegung. &quot;Das war alles radikaler, konsequenter, gepr\u00e4gt durch Johannes Calvin&quot;, sagte Jan van de Kamp. Vom 8. bis 10. 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