{"id":5922,"date":"2017-02-10T16:40:00","date_gmt":"2017-02-10T15:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/klimafluechtlinge-besser-schuetzen\/"},"modified":"2017-02-10T16:40:00","modified_gmt":"2017-02-10T15:40:00","slug":"klimafluechtlinge-besser-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/klimafluechtlinge-besser-schuetzen\/","title":{"rendered":"Klimafl\u00fcchtlinge besser sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Im schwedischen H\u00f6\u00f6r hat der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK\/LWB), Landesbischof Gerhard Ulrich, die europ\u00e4ischen Kirchen zu einem kritischen Umgang mit dem Konsumverhalten in Europa und dessen globalen Folgen aufgerufen. Ulrich sprach bei der europ\u00e4ischen Vorbereitenden Konsultation f\u00fcr die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) zum Thema \u201eSch\u00f6pfung \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c.<\/p>\n<p>Der Landesbischof der Nordkirche forderte einen besseren Schutz f\u00fcr Menschen, deren Existenzgrundlagen durch den Klimawandel zerst\u00f6rt wurden. Diesen Klimafl\u00fcchtlingen bliebe oft keine andere M\u00f6glichkeit als die Migration: \u201eSie wollen nicht migrieren. Sie m\u00fcssen es\u201c, so Ulrich. \u201eAuch sie sind Fl\u00fcchtlinge. Nicht politisch verfolgt, aber vom Klima genauso bedroht wie andere durch Terrormilizen. Wir m\u00fcssen den Begriff des anerkannten Fl\u00fcchtlings unbedingt erweitern, damit auch diese Menschen gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Mitverantwortung f\u00fcr die Fluchtursachen <\/span><br \/>\nIn Deutschland und Europa sieht Ulrich eine Mitverantwortung f\u00fcr die Fluchtursachen der Menschen im globalen S\u00fcden: \u201eUnser Konsumverhalten entscheidet, welche Produkte und Dienstleistungen unter welchen Bedingungen hergestellt und angeboten werden\u201c, betonte der Vertreter der elf deutschen LWB-Mitgliedskirchen. Der Wunsch nach billigem Fleisch in Europa f\u00fchre beispielsweise zu Massentierhaltung, Monokulturen und Verlust von Biodiversit\u00e4t in L\u00e4ndern des S\u00fcdens und beschleunige den Klimawandel. \u201eDie dramatischen Auswirkungen auf die Agrarwirtschaft erfahren unsere Partnerkirchen und -organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika schon jetzt hautnah\u201c, unterstrich Ulrich.<\/p>\n<p>Mit Bezug auf Martin Luther rief Ulrich die LWB-Mitgliedskirchen Europas zu einem Umsteuern auf. \u201eLuther ergreift eindeutig Partei f\u00fcr die Schwachen, die Armen. In unserer heutigen globalisierten Weltwirtschaft hei\u00dft das: Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr gerechte Verteilung und Teilhabe an den Reicht\u00fcmern dieser Erde und gegen Ausbeutung und Raubtierkapitalismus.\u201c Um dieser Aufgabe in Zeiten der Globalisierung gerecht zu werden, seien christliche Netzwerke in aller Welt und konfessionelle Zusammenschl\u00fcsse wie der Lutherische Weltbund dringend gebraucht, so Ulrich. Dies werde auch die LWB-Vollversammlung im Mai in Namibia pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>An der Vorbereitenden Konsultation in H\u00f6\u00f6r nahmen vom 31. Januar bis 3. Februar rund 90 Delegierte aus den drei europ\u00e4ischen LWB-Regionen teil. Zu den Teilnehmenden geh\u00f6rten auch Pfarrerin Nele Schomakers aus Delmenhorst und Pfarrer Thomas Adomeit, die beide als Delegierte der oldenburgischen Kirche an der Zw\u00f6lften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes vom 10. bis 16. Mai 2017 in Windhuk (Namibia) teilnehmen werden. Die Tagung in H\u00f6\u00f6r diente der Vorbereitung der Zw\u00f6lften LWB-Vollversammlung. Leitend waren das Hauptthema der Vollversammlung \u201eBefreit durch Gottes Gnade\u201c sowie die drei Unterthemen \u201eSch\u00f6pfung\/Erl\u00f6sung\/Menschen \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c. Vorbereitende Konsultationen finden in allen sieben LWB-Regionen statt.<\/p>\n<p>Gastgeberinnen der Vollversammlung sind die drei lutherischen Kirchen in Namibia. In Windhuk ist auch eine Gedenkfeier zum 500. Jahrestag der Reformation geplant, erwartet werden 800 Teilnehmende, darunter 370 Delegierte aus LWB-Mitgliedskirchen.<\/p>\n<p>Die Vollversammlung, zu der alle sechs bis sieben Jahre Delegierte aus allen Mitgliedskirchen eingeladen werden, ist das h\u00f6chste beschlussfassende Organ des LWB.<\/p>\n<h1>Glaube ruft die Kirchen zum Dienst an der Welt<\/h1>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">LWB-Generalsekret\u00e4r bereitet europ\u00e4ische Delegierte auf LWB-Vollversammlung vor<\/span><\/p>\n<p>\u201eLeidenschaftlich engagiert f\u00fcr die Kirche und die Welt \u2013 so verstehen wir uns als weltweite Kirchengemeinschaft\u201c, mit diesen Worten umriss Pfarrer Dr. h.c. Martin Junge, der Generalsekret\u00e4r des Lutherischen Weltbundes (LWB), in seiner Ansprache an die Teilnehmenden der Vorbereitenden Konsultation in H\u00f6\u00f6r das Selbstverst\u00e4ndnis der Organisation. Junge stellte den LWB vor als \u201eeine Gemeinschaft in Christus, die gemeinsam lebt und arbeitet f\u00fcr Gerechtigkeit, Frieden und Vers\u00f6hnung in der Welt.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Gr\u00fcndungszweck: Leidenden zur Seite stehen<br \/><\/span>Der Generalsekret\u00e4r betonte, bei seiner Gr\u00fcndung 1947 habe eine zentrale Berufung des LWB darin bestanden, die Aktivit\u00e4ten von Kirchen zu b\u00fcndeln, den Leidenden zur Seite stehen sowie Fl\u00fcchtlingen und Vertriebenen zu helfen. \u201eDer LWB wurde gegr\u00fcndet als Antwort auf einen Ruf an die Kirchen, zusammenzufinden und eine von Gewalt gepr\u00e4gte Vergangenheit zu \u00fcberwinden indem sie Vers\u00f6hnung wirkten und dem Leid der Menschen entgegentraten im Engagement f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und die ganze Menschheitsfamilie.\u201c<\/p>\n<p>In der Nachkriegszeit sei es ein Anliegen der lutherischen Kirchen gewesen, mehr zu sein als \u201eKirchen in ihren je unterschiedlichen L\u00e4ndern, sie wollten zusammenfinden und gemeinsam Zeugnis geben von der Wandel wirkenden Liebe Gottes. Die erste Berufung des LWB war der Dienst an den Menschen\u201c, so Junge.<\/p>\n<p>Unter Verweis auf eine von LWB, ACT Alliance und \u00d6kumenischem Rat der Kirchen (\u00d6RK) gemeinsam ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rung stellte Junge fest, dass Kriegsfl\u00fcchtlinge zweifelsohne gesch\u00fctzt werden m\u00fcssten. Ein solcher Schutz der Schw\u00e4chsten sei eine moralische Pflicht, die heute im V\u00f6lkerrecht verbindlich festgeschrieben sei. Ein Fl\u00fcchtling sei ein Fl\u00fcchtling und habe als solcher einen Anspruch auf Schutz, ohne Ansehen der religi\u00f6sen \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Von Frauen und jungen Menschen lernen<br \/><\/span>Im R\u00fcckblick auf den Weg, den die lutherische Kirchengemeinschaft im Lauf ihrer Geschichte zur\u00fcckgelegt hat, unterstrich der Generalsekret\u00e4r den Beitrag der jungen Generation und der Frauen. \u201eDie jungen Menschen und die Frauen, und ihre aktive Mitwirkung auf unserem Weg, waren und sind ein Segen\u201c, erkl\u00e4rte er. Der LWB hat f\u00fcr seine Entscheidungsgremien eine Beteiligung von mindestens 40 Prozent M\u00e4nnern, 40 Prozent Frauen und 20 Prozent jungen Menschen festgeschrieben.<\/p>\n<p>Dies habe den Blick der Kirchengemeinschaft geweitet. Die aktive Partizipation der jungen Generation habe zu einer Reihe von Themen ein vertieftes Verst\u00e4ndnis erschlossen. \u201eDer Beitrag der Jugend ist der Grund daf\u00fcr, dass wir die Klimagerechtigkeit als Frage generationen\u00fcbergreifender Gerechtigkeit so klar im Blick haben\u201c, betonte Junge und dankte dem Globalen Netzwerk junger Reformatorinnen und Reformatoren f\u00fcr dessen wegweisende Beitr\u00e4ge zur Arbeit des LWB.<\/p>\n<p>Die LWB-Mitgliedskirchen h\u00e4tten sich, so Junge, in mehreren Vollversammlungsbeschl\u00fcssen verpflichtet, auf den vollumf\u00e4nglichen Zugang von Frauen zum ordinierten Amt hinzuarbeiten. Dies sei ein kontinuierlicher Prozess. Die Kirchengemeinschaft sei sich der unterschiedlichen Kontexte und konkreten Herausforderungen bewusst, die sich ergeben k\u00f6nnten, verliere dieses Ziel jedoch nicht aus den Augen. <\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund erkl\u00e4rte der Generalsekret\u00e4r, der Austausch \u00fcber die Geschichte von Frauen in Leitungsverantwortung sei integraler Bestandteil des Reformationsgedenkens. \u201eDieses Jubil\u00e4um bietet eine hervorragende Gelegenheit, nicht nur die Geschichte der lutherischen Kirchen und der Reformation darzustellen, sondern auch die Frauengeschichte(n) (Her-Stories), also die Geschichte der Frauen und ihres Beitrags zum Zeugnis der LWB-Mitgliedskirchen und der lutherischen Kirchengemeinschaft insgesamt.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im schwedischen H\u00f6\u00f6r hat der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK\/LWB), Landesbischof Gerhard Ulrich, die europ\u00e4ischen Kirchen zu einem kritischen Umgang mit dem Konsumverhalten in Europa und dessen globalen Folgen aufgerufen. Ulrich sprach bei der europ\u00e4ischen Vorbereitenden Konsultation f\u00fcr die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) zum Thema \u201eSch\u00f6pfung \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c. Der Landesbischof der Nordkirche forderte einen besseren Schutz f\u00fcr Menschen, deren Existenzgrundlagen durch den Klimawandel zerst\u00f6rt wurden. Diesen Klimafl\u00fcchtlingen bliebe oft keine andere M\u00f6glichkeit als die Migration: \u201eSie wollen nicht migrieren. Sie m\u00fcssen es\u201c, so Ulrich. \u201eAuch sie sind Fl\u00fcchtlinge. Nicht politisch verfolgt, aber&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-5922","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5922","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5922"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5922\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5922"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5922"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5922"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}