{"id":5945,"date":"2017-02-18T08:53:00","date_gmt":"2017-02-18T07:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-erinnert-an-ersten-maertyrer-der-bekennenden-kirche\/"},"modified":"2017-02-18T08:53:00","modified_gmt":"2017-02-18T07:53:00","slug":"ekd-erinnert-an-ersten-maertyrer-der-bekennenden-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-erinnert-an-ersten-maertyrer-der-bekennenden-kirche\/","title":{"rendered":"EKD erinnert an &quot;ersten M\u00e4rtyrer der Bekennenden Kirche&quot;"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat an den Juristen Friedrich Wei\u00dfler erinnert, der vor 80 Jahren als erstes Opfer der Bekennenden Kirche von den Nazis verhaftet, gefoltert und ermordet wurde. Wei\u00dfler, protestantischer Christ j\u00fcdischer Herkunft, starb am 19. Februar 1937 wenige Tage nach seiner Einlieferung in das KZ Sachsenhausen. Er und viele weitere M\u00e4nner und Frauen seien &quot;als Zeuginnen und Zeugen der Wahrheit des Evangeliums ermordet&quot; worden, erkl\u00e4rte die EKD: &quot;In einem tiefen pers\u00f6nlichen Glaube ist Friedrich Wei\u00dfler, von seiner Kirche im Stich gelassen, seinen Weg in den Tod gegangen.&quot; <\/p>\n<p>Im Jahr 2005 wurde im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin ein Denkmal f\u00fcr Wei\u00dfler errichtet. Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber w\u00fcrdigte Wei\u00dfler damals und erkl\u00e4rte: &quot;Wir tragen als Kirche schwer an dem, was Friedrich Wei\u00dfler angetan wurde. Auch die Bekennende Kirche, f\u00fcr die Friedrich Wei\u00dfler gearbeitet hat und als deren Glied er sich f\u00fchlte, trat ihm nicht zur Seite. Dazu bekennen wir uns als Evangelische Kirche in Deutschland. Wir bekennen uns zu unserer Geschichte, die in diesem Fall eine Geschichte der Schuld ist.&quot; <\/p>\n<p>Der aus K\u00f6nigsh\u00fctte in Oberschlesien stammende Wei\u00dfler war nach Studium, Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg und Promotion und wissenschaftlicher T\u00e4tigkeit Richter in Magdeburg, ab 1931 Landgerichtsdirektor. Eine Kampagne gegen Wei\u00dfler als &quot;nichtarischen&quot; Richter endete mit seiner Entlassung aus dem Staatsdienst. Wei\u00dfler trat in den Dienst der Bekennenden Kirche ein und wurde Verwaltungsleiter der Vorl\u00e4ufigen Kirchenleitung der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK). Im Jahr 1936 wirkte er an der Erstellung der &quot;Denkschrift der Vorl\u00e4ufigen Kirchenleitung der deutschen Evangelischen Kirche&quot; mit. <\/p>\n<p>Die Anfang Juni 1936 an Adolf Hitler \u00fcbergebene Denkschrift des radikalen Fl\u00fcgels der Bekennenden Kirche gilt als eines der gro\u00dfen Dokumente des gewaltlosen Widerstandes im NS-Staat. In deutlichen Worten wird darin gegen Antisemitismus, die Existenz von Konzentrationslagern, die Abschaffung des Rechtsstaates und die Willk\u00fcr der Geheimen Staatspolizei Stellung bezogen. In der Denkschrift wagten es die Leiter der Bekennenden Kirche \u00fcber den kirchlichen Bereich hinaus auch Kritik an der gesellschaftlichen Entwicklung im NS-Staat zu \u00fcben.<\/p>\n<p>Die Schrift war urspr\u00fcnglich als vertrauliche Eingabe an Hitler geplant. Sie erschien jedoch in den &quot;Basler Nachrichten&quot; und wenig sp\u00e4ter \u00fcbersetzt in der &quot;New York Herald Tribune&quot;. Ein massives Vorgehen gegen Angeh\u00f6rige der Bekennenden Kirche war die Folge. Anfang Oktober 1936 verhaftete die Gestapo unter anderem Wei\u00dfler. Nach seinem grausamen Tod im Februar 1937 im Konzentrationslager Sachsenhausen gilt er als &quot;erster M\u00e4rtyrer der Bekennenden Kirche&quot;. <\/p>\n<p>Forschungsstelle f\u00fcr kirchliche Zeitgeschichte in M\u00fcnchen: www.evangelischer-widerstand.de<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat an den Juristen Friedrich Wei\u00dfler erinnert, der vor 80 Jahren als erstes Opfer der Bekennenden Kirche von den Nazis verhaftet, gefoltert und ermordet wurde. Wei\u00dfler, protestantischer Christ j\u00fcdischer Herkunft, starb am 19. Februar 1937 wenige Tage nach seiner Einlieferung in das KZ Sachsenhausen. 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