{"id":5989,"date":"2017-02-21T11:34:00","date_gmt":"2017-02-21T10:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/ein-leben-fuers-lesen\/"},"modified":"2017-02-21T11:34:00","modified_gmt":"2017-02-21T10:34:00","slug":"ein-leben-fuers-lesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ein-leben-fuers-lesen\/","title":{"rendered":"Ein Leben f\u00fcrs Lesen"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Einstieg in den Ruhestand l\u00e4sst Margarete Sch\u00f6bel ihren Beruf hinter sich, nicht aber ihre Berufung. Ihre Welt bleibt weiterhin die der B\u00fccher, das wurde bei ihrer Verabschiedung am 20. Februar im Bildungshaus Rastede mehr als deutlich.&nbsp; Denn auch hier drehte sich alles um die Literatur \u2013 und um Margarete Sch\u00f6bels ganz besondere Art, damit umzugehen und ihren Beruf als Beauftragte f\u00fcr B\u00fcchereiarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg mit Leben zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Als eine \u201eengagierte, hellwache Frau, die stets nachfragt, Zweifel zul\u00e4sst, Folgen einfordert\u201c, habe er Margarethe Sch\u00f6bel kennengelernt, beschrieb es Bischof Jan Janssen, der seit 2011 Vorsitzender des Ev. Literaturportals ist. Er erz\u00e4hlte davon, wie sie ihn schon als Mutter eines Konfirmanden beeindruckt habe, als er vor 25 Jahren als Vikar in Oldenburg-Bloherfelde erste Berufserfahrungen sammelte. Sp\u00e4ter begegneten sich Sch\u00f6bel und Janssen immer wieder in der Oldenburger Buchhandlung Tabula, ehe Margarethe Sch\u00f6bel vor 15 Jahren die Leitung der B\u00fcchereiarbeit \u00fcbernahm. 45 Gemeinde-, zehn Krankenhausb\u00fcchereien und die Strandb\u00fccherei auf dem Campingplatz in Schillig geh\u00f6rten ebenso zu ihrem Aufgabenbereich wie die Koordination der rund 350 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Eine kreative und feinsinnige Kritikerin<\/span><br \/>\u201eAufbruch\u201c war das Leitthema der Veranstaltung. \u201eDie Bibel ist voll von Menschen, die aufbrechen\u201c, sagte Kerstin Hochartz, Leiterin der Arbeitsstelle f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik, in ihrer Begr\u00fc\u00dfungsrede und erinnerte an Abraham und den wohl gr\u00f6\u00dften Aufbruch in der Bibel. \u201eAbraham war kein Fantast, sondern ein bodenst\u00e4ndiger Mensch. Er wusste, dass der Aufbruch ein heikles Unterfangen ist.\u201c Ein heikles Unterfangen? \u201eNicht f\u00fcr Margarethe\u201c, zeigte sich Hochartz \u00fcberzeugt, zumal sie \u201eja nicht ihr Vaterland verl\u00e4sst, sondern nur die Haareneschstra\u00dfe 58\u201c, f\u00fcgte sie augenzwinkernd hinzu.<\/p>\n<p>Die Adjektive, die Margarethe Sch\u00f6bel im Laufe des Tages zugeschrieben wurden, ergaben das Bild einer tatkr\u00e4ftigen, entschlossenen Frau, die ihren Beruf mit Herzblut ausf\u00fcllt. Als \u201ekonstruktiv und kritisch\u201c bezeichnete sie Martin Ertz-Schander vom ev. Literaturportal in G\u00f6ttingen. Ihren \u201efeinsinnigen und scharfsinnigen Humor\u201c betonte Marion Wiemann, Referentin f\u00fcr Medien- und B\u00fcchereiarbeit im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers. Sie stellte die \u201ewundervolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit\u201c heraus und bedankte sich daf\u00fcr, dass Margarethe Sch\u00f6bel ihr eine gute Mentorin gewesen sei. Jens Teuber, Vorsitzender der Jury des Ev. Buchpreises und Schulpfarrer der oldenburgischen Kirche, bedankte sich gleich dreifach bei Margarethe Sch\u00f6bel \u2013 als Pfarrer, Gemeindemitglied und Juryvorsitzender. \u201eDie Bildungsarbeit, die in der Fachstelle gemacht wird, geh\u00f6rt zu unserem Auftrag\u201c, betonte er. Niemand k\u00f6nne so gut B\u00fccher vorstellen wie Margarethe Sch\u00f6bel, hob er hervor. Sie habe Freudentr\u00e4nen und Lachen hervorgerufen, aber auch zum Weinen ger\u00fchrt bei ihren Pr\u00e4sentationen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Vogelfutter zwischen Buchdeckeln<\/span><br \/>Von der Bibel bis zum Mandala-Malbuch \u2013 B\u00fccher in jeder Form bekam Margarethe Sch\u00f6bel zum Abschied von ihren Weggef\u00e4hrtinnen und -gef\u00e4hrten \u00fcberreicht. B\u00fccher in eine ganz besondere Form gebracht aber hatten ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Haareneschstra\u00dfe 58: In der MACH!bar, der offenen Werkstatt der Ev. Jugend in Berne, hatten sie unter der Anleitung von Sandra Bohlken ein Vogelhaus aus alten B\u00fcchern gebaut.<br \/>\n<br \/>Ger\u00fchrt und mit dem ihr eigenen trockenen Humor quittierte Margarethe Sch\u00f6bel die Reden zu ihrem Abschied: \u201eWenn man erfahren will, dass man einfach gro\u00dfartig ist, dann sollte man Abschied nehmen.\u201c Sie freue sich auf den neuen Lebensabschnitt, habe aber auch ein mulmiges Gef\u00fchl, gab sie zu. Der enorme Zusammenhalt und die gegenseitige Unterst\u00fctzung der Kolleginnen und Kollegen werde ihr fehlen. Sie habe in ihrer Arbeit \u201eKopf und Herz und Kreativit\u00e4t\u201c einsetzen k\u00f6nnen und dabei immer viel Vertrauen erfahren, bedankte sie sich beim Kollegium und \u201eeinem guten Arbeitgeber.\u201c Mit einem besonderen Dank wandte sie sich an die ehrenamtlichen Kr\u00e4fte. Sie schafften es, mit literarischem Sachverstand und Herzensw\u00e4rme die Menschen zum Lesen zu motivieren. \u201eBleiben Sie dran\u201c, bat sie im Hinblick darauf, dass ihre Stelle vor\u00fcbergehend nicht neu besetzt wird.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Auch Gr\u00fcnderin der B\u00fcchereien zu Gast<\/span><br \/>Als besonderer Gast verfolgte Gisela Jacobsen die Verabschiedung. Sie hatte in den 1970er Jahren die B\u00fcchereiarbeit ins Leben gerufen. Nach und nach hatte sie mehr als 60 B\u00fcchereien unter dem Dach der oldenburgischen Kirche gegr\u00fcndet und sich dabei auch gegen Widerst\u00e4nde aus Teilen der Pfarrerschaft durchgesetzt. \u201eIch wollte B\u00fccher f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung anbieten, nicht nur kirchliche Literatur\u201c, erz\u00e4hlt sie, und in der Erinnerung blitzt noch immer ein streitlustiges Funkeln in ihren Augen. Sie hat ihr Ziel erreicht: Bilderb\u00fccher f\u00fcr Kinder, Romane, Bildb\u00e4nde und mehr bieten die B\u00fcchereien mittlerweile an. Allein in den Gemeindeb\u00fcchereien werden pro Jahr durchschnittlich gut 5.000 B\u00fccher ausgeliehen.<br \/><span style=\"font-style: italic\">Anke Brockmeyer <\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Einstieg in den Ruhestand l\u00e4sst Margarete Sch\u00f6bel ihren Beruf hinter sich, nicht aber ihre Berufung. Ihre Welt bleibt weiterhin die der B\u00fccher, das wurde bei ihrer Verabschiedung am 20. Februar im Bildungshaus Rastede mehr als deutlich.&nbsp; Denn auch hier drehte sich alles um die Literatur \u2013 und um Margarete Sch\u00f6bels ganz besondere Art, damit umzugehen und ihren Beruf als Beauftragte f\u00fcr B\u00fcchereiarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg mit Leben zu f\u00fcllen. 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