{"id":5990,"date":"2017-02-20T08:01:00","date_gmt":"2017-02-20T07:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/die-starke-frau-neben-martin-luther-fernsehfilm-katharina-luther-zeigt-leben-von-katharina-von-bora\/"},"modified":"2017-02-20T08:01:00","modified_gmt":"2017-02-20T07:01:00","slug":"die-starke-frau-neben-martin-luther-fernsehfilm-katharina-luther-zeigt-leben-von-katharina-von-bora","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/die-starke-frau-neben-martin-luther-fernsehfilm-katharina-luther-zeigt-leben-von-katharina-von-bora\/","title":{"rendered":"Die starke Frau neben Martin Luther &#8211; Fernsehfilm \u00abKatharina Luther\u00bb zeigt Leben von Katharina von Bora"},"content":{"rendered":"<p>Das \u00abganze Leben\u00bb wollen Katharina von Bora und Martin Luther samt Ehe, Hausstand und Kindern. Dass dazu auch Verunsicherung und Verzweiflung geh\u00f6ren, zeigt der Film \u00abKatharina Luther\u00bb, der am 22. Februar im Ersten zu sehen ist.<\/p>\n<p>Hannover (epd). Schon die erste Szene ist herzergreifend. Der Vater f\u00fchrt die kleine Katharina zur Klosterpforte, und die M\u00fcnzen, die er der Nonne gibt, klimpern. Str\u00e4uben und Weinen helfen nicht, die Schwestern schlie\u00dfen die T\u00fcr und ziehen die kleine Rothaarige in die dunklen G\u00e4nge. Die Kamera bleibt dicht dran an den Menschen, nur ein kurzer Schwenk geht den Turm hinauf in den Himmel.<\/p>\n<p>Regisseurin Julia von Heinz, Drehbuchautor Christian Schnalke und Kamerafrau Daniela Knapp setzen im Fernsehfilm \u00abKatharina Luther\u00bb, der am Mittwoch im Ersten l\u00e4uft, konsequent auf Emotionen, erkl\u00e4rt wird nur wenig. Und sie vertrauen darauf, dass sich die Zuschauer einlassen auf das 16. Jahrhundert, den tiefen Glauben und Aberglauben, die unb\u00e4ndige Angst vor Teufel, Fegefeuer und Verdammnis, die menschlichen und kirchlichen Ordnungen, raue Sitten, die unverr\u00fcckbaren Rollen f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlt wird die Geschichte der entlaufenen Nonne Katharina von Bora (Karoline Schuch), die den ehemaligen M\u00f6nch Martin Luther (Devid Striesow) heiratet, der inzwischen ein bekannter Reformator ist. Sie wird die Frau, die ihn angesichts seiner Verzweiflung \u00fcber den Tod der gemeinsamen Tochter an das erinnert, was er ihr einst ins Kloster geschrieben hatte: \u00abWir d\u00fcrfen vertrauen, auch im Tod.\u00bb<\/p>\n<p>Nach dem traumatischen Zur\u00fccklassen der kleinen Katharina an der Klosterpforte geht der Film 17 Jahre sp\u00e4ter weiter, im September 1522. Die junge Nonne hat Lesen und Schreiben gelernt, sie betet und arbeitet mit ihren adligen Mitschwestern. Doch auch hinter die Mauern von Kloster Nimbschen bei Grimma in Sachsen dringt die Kunde vom Theologen Martin Luther aus dem rund 90 Kilometer entfernten Wittenberg: Das Verh\u00e4ltnis zu Gott h\u00e4ngt nicht von guten Werken ab, und der Z\u00f6libat entspricht nicht der g\u00f6ttlichen Ordnung. Katharina gelingt ein kurzer Briefwechsel mit ihm &#8211; und sie flieht mit einigen anderen jungen Nonnen nach Wittenberg.<\/p>\n<p>\u00dcber das Leben dieser Katharina von Bora (1499-1552) ist nur wenig bekannt, eigene Zeugnisse gibt es nicht, nur die ihres Mannes. Sicher ist aber, dass sie den Haushalt im sogenannten Schwarzen Kloster samt Vieh, Feldern und Einquartierung zahlender Studenten mit fester Hand f\u00fchrte. So erm\u00f6glichte sie es Luther, dass er sich in seine Studien, Briefe, Predigten st\u00fcrzen konnte. Und sie nahm an den Tischgesellschaften teil, bei denen heftig diskutiert wurde.<\/p>\n<p>Karoline Schuch spielt die geflohene Nonne Katharina, die sich in der M\u00e4nnerwelt au\u00dferhalb des Klosters zurechtfinden muss, als Frau ihrer Zeit. Auch sie braucht einen Mann, der ihr \u00dcberleben sichert. Sie l\u00e4chelt kaum, ist z\u00e4h, zupackend und selbstbewusst, manchmal ein wenig eitel und herrisch. Und vor allem stark dann, wenn ihr Ehemann schwach ist.<\/p>\n<p>Devid Striesow als Luther ist zun\u00e4chst gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, bekannt ist er eher als Kommissar oder guter Kumpel. Doch er verk\u00f6rpert Luther als einen Mann, der sich bis zur Besessenheit in seine Arbeit st\u00fcrzt, keine R\u00fccksicht nimmt auf Bauchkr\u00e4mpfe und ein offenes Bein, der leidenschaftlich streitet und mit seinen Gef\u00fchlen gegen\u00fcber Gott ringt. Bilder von gefolterten aufst\u00e4ndischen Bauern verfolgen ihn, gegen die Juden findet er harte Worte.<\/p>\n<p>Doch gegen\u00fcber den Gef\u00fchlen seiner Frau wirkt Luther hilflos, sie macht die ersten Schritte zur Hochzeit und im Ehebett. Und der Tod der 13-j\u00e4hrigen Tochter Magdalena bringt ihn fast um Glauben und Verstand. Zusammen wollen Katharina und Martin \u00abdas ganze Leben\u00bb, wie sie sich gegenseitig versichern.<\/p>\n<p>Der Zuschauer ist immer nah dran, die Handkamera aus Perspektive der beiden Hauptdarsteller bestimmt den Film &#8211; ein Reformationsfilm ohne Thesenanschlag, Reichstag und Wartburg. Produziert wurde der Fernsehfilm von der Eikon, deren Gesellschafter evangelische Landeskirchen, Werke und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind. Mit 40 Drehtagen und um die sechs Millionen Euro einschlie\u00dflich F\u00f6rdermitteln sei der Film gut ausgestattet, erkl\u00e4ren die Produzenten Ernst Ludwig Ganzert und Mario Krebs.<\/p>\n<p>Gezeigt wird der 105 Minuten lange Film an diesem Mittwoch (22. Februar) zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr im Ersten. 2017 wird an Luthers Ver\u00f6ffentlichung der 95 Thesen gegen die Missst\u00e4nde in der Kirche erinnert und vor allem an den Reformator selbst. So kommt wohl auch der Name \u00abKatharina Luther\u00bb zustande, denn bekannt ist seine Frau als Katharina von Bora.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u00abganze Leben\u00bb wollen Katharina von Bora und Martin Luther samt Ehe, Hausstand und Kindern. Dass dazu auch Verunsicherung und Verzweiflung geh\u00f6ren, zeigt der Film \u00abKatharina Luther\u00bb, der am 22. Februar im Ersten zu sehen ist. Hannover (epd). Schon die erste Szene ist herzergreifend. Der Vater f\u00fchrt die kleine Katharina zur Klosterpforte, und die M\u00fcnzen, die er der Nonne gibt, klimpern. Str\u00e4uben und Weinen helfen nicht, die Schwestern schlie\u00dfen die T\u00fcr und ziehen die kleine Rothaarige in die dunklen G\u00e4nge. Die Kamera bleibt dicht dran an den Menschen, nur ein kurzer Schwenk geht den Turm hinauf in den Himmel. 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