{"id":6163,"date":"2017-03-12T09:33:00","date_gmt":"2017-03-12T08:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/oekumenischer-versoehnungsgottesdienst-in-hildesheim-protestanten-und-katholiken-feiern-ihren-gemeinsamen-glauben\/"},"modified":"2017-03-12T09:33:00","modified_gmt":"2017-03-12T08:33:00","slug":"oekumenischer-versoehnungsgottesdienst-in-hildesheim-protestanten-und-katholiken-feiern-ihren-gemeinsamen-glauben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oekumenischer-versoehnungsgottesdienst-in-hildesheim-protestanten-und-katholiken-feiern-ihren-gemeinsamen-glauben\/","title":{"rendered":"\u00d6kumenischer Vers\u00f6hnungsgottesdienst in Hildesheim: Protestanten und Katholiken feiern ihren gemeinsamen Glauben"},"content":{"rendered":"<p>Hildesheim (epd). 500 Jahre nach dem legend\u00e4ren Thesenanschlag von Martin Luther haben Protestanten und Katholiken sich von jahrhundertelangen Anfeindungen distanziert und ihre Gemeinsamkeiten hervorgehoben. Was in dem gemeinsamen Bu\u00df- und Vers\u00f6hnungsgottesdienst am Samstagnachmittag in Hildesheim geschah, dr\u00fcckte Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck am emotionalsten aus &#8211; und wich dabei von seinem Manuskript ab: Zu den vielen politischen Wundern, die er erlebt habe, sei nun ein &quot;geistliches Wunder hinzugekommen&quot;, sagte der Theologe nach dem Gottesdienst.<\/p>\n<p>&quot;Die Christen in unserem Land bekommt man nicht mehr auseinander&quot;, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, in der Predigt. Das Kreuz und Christus br\u00e4chten die Christen zusammen, erg\u00e4nzte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Die h\u00f6chsten Vertreter der beiden gro\u00dfen Kirchen in Deutschland erhielten f\u00fcr ihre Dialogpredigt in der Hildesheimer Michaeliskirche Applaus. &quot;Wir wollen in Zukunft nicht mehr getrennt glauben, wir wollen gemeinsam glauben&quot;, sagte Bedford-Strohm. <\/p>\n<p>Erstmals in der Geschichte nutzen Katholiken und Protestanten ein Reformationsjubil\u00e4um nicht zur Abgrenzung. Der Gottesdienst &quot;Erinnerung heilen &#8211; Jesus Christus bezeugen&quot;, der in der ARD \u00fcbertragen wurde, ist Teil dieses Prozesses und der Einigung auf den Begriff Christusfest. Unter dem Stichwort &quot;Healing of Memories&quot; erinnern die christlichen Konfessionen daran, was sie einander im Lauf der Jahrhunderte angetan haben, bitten sich gegenseitig um Vergebung und besinnen sich auf den gemeinsamen Glauben an Christus. <\/p>\n<p>Von Scham, Trauer und der &quot;Last der Entzweiung&quot; war im Gottesdienst die Rede. Doch dies sei &quot;ein Tag der Freude&quot;, sagte Kardinal Marx. Die Bisch\u00f6fe, der eine im schwarzen Talar, der andere in Kardinalsrot mit lilafabener Stola, umarmten sich herzlich.<\/p>\n<p>Das Reformationsgedenken solle die Kirchen zusammenf\u00fchren, sagte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm. Das t\u00e4ten die Christen &quot;nicht anklagend oder niedergedr\u00fcckt, sondern in einer Haltung der Hoffnung und des neuen Aufbruchs&quot;, antwortete der M\u00fcnchner Erzbischof Marx. Die Christen wollten im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes &quot;weitere Schritte auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Kirchen gehen&quot;, bekr\u00e4ftigten sie in einer Selbstverpflichtung.<\/p>\n<p>Sichtbar wurde das vor der Predigt: Jugendliche richteten ein dreidimensionales Kreuz auf, das zuvor wie eine Panzersperre im Altarraum gelegen hatte.&nbsp; &quot;Es gibt Wege, die Trennungen zu \u00fcberwinden&quot;, sagte Bedford-Strohm. <\/p>\n<p>Doch auch die noch bestehende Trennung wurde deutlich darin, dass es im Gottesdienst kein Abendmahl gab. &quot;Noch immer haben wir keinen Weg gefunden, im eucharistischen Abendmahl unsere Gemeinschaft mit Christus untereinander zu feiern&quot;, sagte Marx. <\/p>\n<p>Aus dem gemeinsamen Glauben sollen Taten folgen. &quot;Wir wollen ausstrahlen, wovon wir sprechen&quot;, betonte Bedford-Strohm. Deshalb setzten sich Katholiken und Protestanten zusammen daf\u00fcr ein, dass Fl\u00fcchtlinge menschenw\u00fcrdig behandelt w\u00fcrden, Menschen Wege aus der Armut f\u00e4nden und mit der Natur sorgsam umgegangen werde.<\/p>\n<p>Kardinal Kurt Koch, Pr\u00e4sident des P\u00e4pstlichen Rates zur F\u00f6rderung der Einheit der Christen, \u00fcberbrachte die Gr\u00fc\u00dfe von Papst Franziskus und sagte: &quot;Die H\u00e4nde, die sich evangelische und katholische Christen in den vergangenen Jahrzehnten gereicht haben, lassen sich nicht mehr los.&quot; F\u00fcr die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) erinnerte Bischof Karl-Heinz Wiesemann, an das, &quot;was manche der kleineren Kirchen und Gemeinschaften bin hin zur Verfolgung erlitten haben&quot;. <\/p>\n<p>Unter den rund 400 Gottesdienstteilnehmern in der Simultankirche St. Michaelis in Hildesheim waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspr\u00e4sident Norbert Lammert (beide CDU). Die Kirche wird von Protestanten und Katholiken seit Jahrhunderten zusammen genutzt.<\/p>\n<p>Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missst\u00e4nde der Kirche seiner Zeit ver\u00f6ffentlicht. Der legend\u00e4re Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hildesheim (epd). 500 Jahre nach dem legend\u00e4ren Thesenanschlag von Martin Luther haben Protestanten und Katholiken sich von jahrhundertelangen Anfeindungen distanziert und ihre Gemeinsamkeiten hervorgehoben. 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