{"id":6322,"date":"2017-03-29T18:14:00","date_gmt":"2017-03-29T16:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/regionalgruppe-der-geke-tagte-zu-kirche-in-post-christlicher-gesellschaft\/"},"modified":"2017-03-29T18:14:00","modified_gmt":"2017-03-29T16:14:00","slug":"regionalgruppe-der-geke-tagte-zu-kirche-in-post-christlicher-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/regionalgruppe-der-geke-tagte-zu-kirche-in-post-christlicher-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Regionalgruppe der GEKE tagte zu \u201eKirche in post-christlicher Gesellschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Nordwestgruppe der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat sich am 23. und 24. M\u00e4rz zu ihrer Jahrestagung im Haus Villigst im westf\u00e4lischen Schwerte getroffen. Neben aktuellen Entwicklungen in der GEKE stand als Schwerpunktthema \u201eDie Kirche in einer post-christlichen Gesellschaft\u201c auf dem Programm.<\/p>\n<p>Zur Nordwestgruppe der GEKE geh\u00f6ren die protestantischen Kirchen aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg, die methodistische Kirche in Deutschland, der Belgisch-Deutsche Konvent, die EKD-Kirchen aus Kurhessen-Waldeck, Lippe, Oldenburg, Rheinland, Westfalen und die reformierte Kirche. <\/p>\n<p>Thema der Tagung war Europas Kirchlichkeit. Sie ver\u00e4ndert sich in verschiedenen Geschwindigkeiten und Verl\u00e4ufen, so das Fazit des ehemaligen Generalsekret\u00e4rs der Niederl\u00e4ndischen Protestantischen Kirche Arjan Plaisier. Verschiedene Geschwindigkeiten bedeute, dass etwa in den Niederlanden Christinnen und Christen sehr schnell zu einer Minderheit in der Gesamtbev\u00f6lkerung geworden seien. Der Anteil der Protestanten an der Bev\u00f6lkerung betr\u00e4gt nur noch 8,6 Prozent. Gleichzeitig bleibe innerhalb der Kirche der ber\u00fchmte \u201eBibelg\u00fcrtel\u201c konservativ-traditionalistischer reformierter Christinnen und Christen weiterhin bestehen, den es nicht zu verlieren gelte. Dazwischen finde sich eine bunte Volkskirchlichkeit wieder, so Plaisier.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr diejenigen, die es bisher noch nicht erkannt haben: wir leben in einer postchristlichen Gesellschaft\u201c, stellte Plaisier in seinem Vortrag fest. \u201eDarauf d\u00fcrfen wir weder larmoyant noch panisch reagieren. Auch wenn wir zu einer Minderheit geh\u00f6ren, gibt es immer noch viel und lebendiges christliches Leben.\u201c<\/p>\n<p>Das erste Ph\u00e4nomen der Entkirchlichung n\u00f6tige allerdings zu neuen missionarischen Aufbr\u00fcchen, zu Kontaktstellen mit der Bev\u00f6lkerung an Orten, an denen nicht mehr die klassische Gemeindearbeit vorherrscht, betonte Arjan Plaisier. So biete die Protestantische Kirche in den Niederlanden einen neuen Gemeindeaufbau in St\u00e4dten mit pastoralen Anlaufst\u00e4tten an, die auch Fernstehenden oder bisher Unerreichten frei und flexibel gestaltete Angebote bieten soll.<\/p>\n<p>Doch Arjan Plaisier machte auch deutlich, dass Freiheit und Flexibilit\u00e4t eng an der Glaubenslehre angebunden sein sollten: \u201eDie formlose und entleerte Lehre hat der Kirche in den Niederlanden nicht gut getan; zwar ist Freiheit und Selbstbestimmung gut und richtig, aber sie brauchen eine Grundlage im Glauben und durch Gottesbezogenheit, wenn sie nicht unverbindlich sein sollen\u201c, so das Res\u00fcmee.<\/p>\n<p>Daneben gilt f\u00fcr Pfarrer Dr. Oliver D\u00fcrr, oldenburgischer Delegierter der GEKE, \u201edass die Verl\u00e4ufe ebenso verschieden sind. So sind viele Gesellschaften in Europa nicht einfach post-christlich trotz ehemaligen Staatsatheismus im Osten oder Laizismus im Westen geworden. Im deutschsprachigen Mitteleuropa, Skandinavien und Teilen S\u00fcdeuropas herrschen durchaus erfolgreiche Kooperationen mit dem Staat vor.\u201c Dar\u00fcber hinaus gebe es in vielen L\u00e4ndern ein Ringen darum, ob man angesichts der teilweisen Fundamentalismen der Religionen nicht doch auch bessere zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit anstreben sollte. Gerade das Beispiel Frankreichs zeigt laut D\u00fcrr, dass die Politik praktisch \u00fcberhaupt keinen Einblick mehr in ihre religi\u00f6s motivierte Zivilgesellschaft hat. <\/p>\n<p>Stattdessen halte sie dort, so D\u00fcrr, ideologisch an der starren und strikten laizistischen Trennung von Staat und Kirche von 1905 fest. \u201eAllerdings m\u00f6chten andere Regierungen etwa in den Beneluxstaaten gerade die katholische Kirche durch eine solche Politik in ihre Schranken weisen. So stellt sich das Bild in Europa bunt da. Geschwindigkeiten und Verl\u00e4ufe von Kirchlichkeit und Entkirchlichung bleiben in den L\u00e4ndern sehr disparat und lassen keine eindeutigen Entwicklungsprognosen zu.\u201c<br \/>&nbsp;<br \/>In den folgenden Berichten aus den Mitgliedskirchen wurden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in den gesellschaftlichen Entwicklungen deutlich. <\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr trifft sich die Nordwest-Regionalgruppe auf Einladung der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar und will sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig dem interreligi\u00f6sen Dialog in Europa widmen.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nordwestgruppe der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat sich am 23. und 24. M\u00e4rz zu ihrer Jahrestagung im Haus Villigst im westf\u00e4lischen Schwerte getroffen. 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